Schwarzwald
6 Tage Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb

 

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Tag 1: Samstag, 14. September 2002

Durch die Schweiz ins Elsass

Kurz-Info:

Start:
Innsbruck, 09:15Uhr

Strecke: Landeck - St. Anton/Arlbergpass - Diepoldsau - Schaffhausen/Rheinfall - Bonndorf - Schluchsee - Titisee - Freiburg - Wasenweiler - Breisach

Ziel: Colmar, 17:45 Uhr

Dauer: 08:30

gefahrene km: 449

Tachostand: 43.899

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In der kommenden Woche findet die Intermot 2002 in München statt, ein guter Aufhänger für eine ausgedehnte Tour durch Süddeutschland. Garry war nicht schwer dazu zu überreden, mich zumindest die ersten vier Tage auf meinem Umweg nach München zu begleiten.

Rheinfall bei SchaffhausenWir starten bei kühlem aber trockenem Wetter in Richtung Westen, fahren bis Landeck auf der Inntalautobahn A12, dann zum Arlbergpass, wo uns die erste Fahrtunterbrechung erwartet. Nach einem Unfall, in den auch ein Motorrad verwickelt war, ist die Straße gesperrt und als sie wieder freigegeben wird, bin ich der erste, der - vorbei an der talwärts wartenden Kolonne - die Passhöhe erklimmt. Dann geht es auf S16 und A14 weiter bis Diepoldsau, wo wir vor dem Grenzübertritt erst mal eine Kaffeepause einlegen. Um unsere Schweizer Autobahnvignetten auch auszunützen, fahren wir anschließend über St. Gallen auf der A1 bis Winterthur. Hier verlassen wir die Autobahn und erreichen plangemäß Schaffhausen, wo wir uns das grandiose Schauspiel am Rheinfall nicht entgehen lassen. Nach einem kleinen Mittagessen (Bratwurst/Pommes) geht's dann weiter in Richtung Elsass. Bei Schleitheim verlassen wir die Schweiz, fahren über Bonndorf, vorbei am herrlich gelegenen Schluchsee nach Titisee und schließlich durch das bei Bikern beliebte Höllental nach Freiburg. Hier ist wieder eine kurze Rast angesagt, die wir im schattigen Garten eines Straßencafes verbringen.

Auf der letzten Etappe des heutigen Tages überqueren wir bei Breisach den Rhein und erreichen nach wenigen Kilometern unser Ziel: Colmar. Beim ersten Hotel am Rande der Fußgängerzone halten wir an, und wenige Minuten später beziehen wir unser Zimmer für diese Nacht im Hotel "A la Ville de Nancy".
 

 
Tag 2: Sonntag, 15. September 2002

Vogesen

Kurz-Info:

Start:
Colmar, 10:40 Uhr

Strecke: Uffholtz - Col Amic - Grand Ballon - Col de la Schlucht - Col du Calvaire - Col du Bonhomme - Ste. Marie aux Mines - Ribeauvillé - Marckolsheim - Riegel - Lahr/Schwarzwald - Biberach im kinzigal - Bad Peterstal - Freudenstadt - Horb am Neckar - Rottenburg

Ziel: Tübingen, 19:00 Uhr

Dauer: 08:20

gefahrene km: 343

Tachostand: 44.242

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Den Vormittag nutzen wir für einen ausgiebigen Rundgang durch die reizvolle Altstadt von Colmar, das zu Recht das elsässische Venedig genannt wird, denn Kanäle und Flussarme prägen das Bild des historischen Stadtkerns.

ColmarAber dann packen wir unsere Motorräder und begeben uns erst mal auf die N83, eine wunderbar ausgebaute Schnellstraße, auf der wir ca. 30 km in Richtung Süden fahren. Bei Uffholtz biegen wir nach Westen ab und nehmen die Route des Crétes in Angriff, die erst durch dichte Laubwälder über mehrere kleine Pässe zum Grand Ballon führt und dann auf einem Grat entlang weiter in nordwestlicher Richtung verläuft. Hier herrscht eine eigenartige Stimmung, dunkle Wolken künden drohende Gewitter an, aber irgendwie setzt sich doch immer wieder die Sonne durch. Und so gelangen wir trockenen Reifens über den Col de la Schlucht und Col du Bonhomme nach Ste. Marie aux Mines. Nach weiteren 20 Kilometern über einen kleinen Pass erreichen wir das Städtchen Ribeauvillé, wo wir unsere Maschinen neben einem guten Dutzend anderer am Stadtrand parken. In einem echt Elsässischen Gasthaus essen wir zu Mittag, wobei Garry nicht eben die best Wahl trifft und gut die Hälfte der bestellten Schweinshaxe zurückgehen lässt. Mir schmeckt mein Sauerkrautteller, und so brechen wir gegen 15:00 Uhr mehr oder weniger gestärkt auf in Richtung Deutschland.
Bei der Rheinüberquerung in Marckolsheim beobachten wir interessiert, wie ein flussaufwärts fahrender Kahn die Schleuse passiert, dann geht es weiter auf die Autobahn A5, die wir aber schon bei Lahr wieder verlassen. Hier beginnt unsere heutige Schwarzwaldetappe, die uns über Biberach im Künzigtal, Bad Peterstal, Freudenstadt und Horb auf romantischen Straßen nach Tübingen führt, wo wir im "Hotel am Schloss" Zimmer reserviert haben.

Die letzte große Herausforderung des heutigen Tages besteht darin, die Motorräder die steile Burgsteige hochzujagen und unbeschadet in der Hotelgarage zu parken, was uns mit Hilfe des Wirtes schließlich auch anstandslos gelingt. Ein ausgezeichnetes Abendessen im Gasthof "Zum Gutenberg" entschädigt uns schließlich für die vorangegangen Anstrengungen.
 

Tag 3: Montag, 16. September 2002

Schwarzwald-Hochstraße

Kurz-Info:

Start: Tübingen, 11:20 Uhr

Strecke:
Horb/Neckar - Freudenstadt - Baiersbronn - Sand - Herrenwies - Schwarzenbach-Stausee - Raumünzach - Igelsberg - Erzgrube - Altensteig - Nagold - Herrenberg

Ziel:
Tübingen, 16:40 Uhr

Dauer: 05:20

gefahrene km: 229

Tachostand: 44.471

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Am Vormittag gibt's wieder Kulturprogramm:
Tübingen - MarktplatzZuerst gehen wir die paar Schritte hoch zum unteren Schlosstor, dem so genannten Friedrichstor,  das als das schönste Renaissance-Portal Süddeutschlands gilt. Vom dahinter liegenden kleinen Park aus haben wir einen wunderbaren Rundblick auf die Stadt. Dann gelangen wir durch das obere Schlosstor in den Innenhof von Schloss Hohentübingen, durchqueren diesen und steigen am anderen Ende über eine steile Treppe ab zu einem Fußweg, der direkt in die Altstadt führt. Nach wenigen Schritten stehen wir auf dem Marktplatz. An dessen westlicher Seite erhebt sich das imposante Rathaus mit dem Neptunbrunnen davor. Durch die belebten Gassen schlendern wir vorbei an der Stiftskirche zur Eberhardsbrücke, von wo aus Hölderlinturm und Neckarfront zu bewundern sind. Aber dann wird es Zeit für unsere Tagestour in den Schwarzwald!

Wir holen unsere Maschinen aus der Garage und fahren erst über Horb und Freudenstadt nach Baiersbronn, von dort weiter in westlicher Richtung bis zur Schwarzwald-Hochstraße und auf dieser dann nach Norden bis Sand. War es in Tübingen noch angenehm warm, so merken wir hier doch, dass es merklich kühler wird. Über Herrenwies gelangen wir zum Schwarzenbach-Stausee, wo wir unsere Mittagsrast einlegen. Bei Raumünzach erreichen wir das Murgtal, halten uns südlich und biegen nach einigen Kilometern nach Osten ein, um bei Besenfeld wiederum in südlicher Richtung weiter zu fahren. Nach einem Tankstopp in Freudenstadt geht es wieder zurück und über Igelsberg, Erzgrube und Altensteig nach Nagold. Schließlich gelangen wir über Herrenberg zurück nach Tübingen.

Auch den heutigen Tag lassen wir bei guter schwäbischer Küche und einer Flasche "Trollinger" im Gasthof "Zum Gutenberg" ausklingen.
 

Tag 4: Dienstag, 17. September 2002

Donaueschingen

Kurz-Info:

Start:
Tübingen, 10:15 Uhr

Strecke: Gomaringen
- Gönningen - Burladingen - Gammertingen - Sigmaringen - Beuron - Tuttlingen - Donaueschingen - Villingen-Schwenningen - Rottweil - Balingen - Hechingen - Rottenburg

Ziel:
Tübingen, 16:45 Uhr

Dauer: 06:30

gefahrene km: 282

Tachostand: 44.753

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Für Garry ist heute Abreisetag. Er wird über Ravensburg, Bregenzer Wald und den Arlberg nach Innsbruck zurückfahren. Ein Stück des Weges werde ich ihn begleiten.

DonaueschingenWir verlassen Tübingen in südlicher Richtung auf der B27, biegen aber schon bald ab nach Gomaringen und fahren weiter über Gönningen, Burladingen und Gammertingen nach Sigmaringen, wo wir Halt machen und uns mit einem "Radler" verabschieden. Anschließend trennen sich unsere Wege, denn ich habe mir vorgenommen, der Donau bis zu ihrer Quelle zu folgen. Gleich hinter Sigmaringen verengt sich das Donautal, und auf einer romantischen, schmalen Straße mit einigen Ampelgeregelten Tunnels fahre ich entlang dem hier noch jungen Strom vorbei an sattgrünen Wiesen bis Beuron. Hier steigt die Straße mit einigen Kehren auf über 600 Meter an, und schon bald erreiche ich Tuttlingen. Über Möhringen, wo die Donau  versickert, um als Aachquelle wieder zu Tage zu treten, erreiche ich Geisingen und lege schließlich auf einer wenig interessanten Schnellstraße noch die restlichen Kilometer bis Donaueschingen zurück. Nach einem herzhaften Mittagessen in einem Gastgarten gegenüber der Stadtkirche St. Johann besichtige ich die Donauquelle und spaziere durch den Fürstlich Fürstenbergischen Schlosspark.
Die Rückreise nach Tübingen verläuft wenig spektakulär über
Rottweil, Balingen, Hechingen und Rottenburg.

Garry muss in Tübingen so bleibende Eindrücke hinterlassen haben, dass mich sogar die freundliche Wirtin beim Abendessen im Gutenberg fragt, wo denn "meine Begleitung" heute sei...
 

Tag 5: Mittwoch, 18. September 2002

Schwäbische Alb - Ulm

Kurz-Info:

Start:
Tübingen, 10:20 Uhr

Strecke:
Gomaringen -
 Gönningen - Pfullingen - Klein-Engstingen - Bad Urach - Münsingen - Schelklingen - Blaubeuren - Ringingen - Erbach

Ziel: Ulm, 14:20 Uhr

Dauer: 06:30

gefahrene km: 117

Tachostand: 44.870

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Heute ist auch für mich der Tag der Abreise angebrochen. Da ich mich mit Lupo aber erst übermorgen in München auf der Intermot treffen werde, habe ich noch Zeit, die Schwäbische Alb zu erkunden.

Blaubeuren: BlautopfWie gestern fahre ich zuerst auf der B27 bis Gomaringen, dann aber über Gönningen nach Pfullingen. Von hier aus geht es wieder südwärts bis Lichtenstein und dann auf einer äußerst kurvenreichen Waldstraße in nordöstlicher Richtung nach Bad Urach. Durch dichte Wälder geht es südwärts weiter bis Münsingen und dann über freies Land auf einer herrlichen Straße bis Schelklingen. Nach weiteren sieben Kilometern erreiche ich Blaubeuren, wo eine längere Rast eingeplant ist. Ich parke meine TDM auf einem Parkplatz am Rande der Altstadt und spaziere durch die Anlage des 1085 gegründeten ehemaligen Benediktinerklosters. Gleich dahinter befindet sich der berühmte Blautopf, die Quelle der Blau. Nach einem Rundgang durch das romantische Städtchen und einem Kaffee am Stadtplatz setze ich meine Reise fort. Über Gerhausen und Ringingen fahre ich nach Erbach und schließlich noch die paar Kilometer weiter nach Ulm. Nach einigen unfreiwilligen Runden im dichten Feierabendverkehr finde ich schließlich ein ruhiges kleines Hotel am Rande der Altstadt. Nachdem ich mein Moped gut untergestellt habe, sehe ich mir die Stadt an. Ich beginne mit dem Ulmer Münster, mit dem höchsten Kirchturm der Welt und spaziere dann durch die verwinkelten Gassen des Fischerviertels zur Donau, wo ich mir in einem kleinen Cafe ein Bierchen in der Abendsonne genehmige.

Wo die Blau in die Donau fließt, schließt sich für mich der Kreis meiner letzten beiden Tagestouren. Vorbei am Rathaus und am Schwörhaus gehe ich zurück ins Gerberviertel und finde im Restaurant "Gerberhaus" noch einen netten Tisch fürs Abendessen.
 

Tag 6: Donnerstag, 19. September 2002

Intermot 2002 - München

Kurz-Info:

Start:
Ulm, 09:50 Uhr

Strecke: Leipheim
- Augsburg - München/ICM - Vaterstetten - Rosenheim - Kiefersfelden/Kufstein 

Ziel: Innsbruck, 18:50 Uhr

Dauer: 09:00

gefahrene km: 351

Tachostand: 45.221

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Nach dem Frühstück und einem kurzen Telefonat mit Lupo breche ich auf zur letzten Etappe. Aufgrund der Wetterlage hat Lupo beschlossen, nicht mit dem Motorrad sondern per Auto zur Intermot 2002 nach München zu reisen - das sollte sich als weise Entscheidung herausstellen...

Lupo auf Ducati MultistradaBei bedecktem Himmel fahre ich zuerst auf der Bundesstraße nach Leipheim, dann auf der A8 über Augsburg nach München. Über die A99 gelange ich problemlos zum ICM-Messegelände. Ein weiteres Telefonat, und nach wenigen Minuten treffe ich Lupo, der auch gerade angekommen ist, am Kawasaki-Stand. Wir besuchen meinen Jugendfreund Robert am Dainese-Stand und sehen uns dann nacheinander alle Hallen an, ohne jedoch ein wirklich aufregendes neues Motorrad, das unseren Interessen entspricht, zu entdecken. Trotzdem - die Intermot ist absolut einen Besuch wert.
Am Nachmittag beginnt es schließlich erst leicht zu regnen und als wir uns trennen, schüttet es bereits recht ordentlich. Ich beschließe, erst mal in Richtung Rosenheim zu fahren und mir dort gegebenenfalls ein Nachtquartier zu suchen, da im Umkreis von München angesichts von Intermot und dem übermorgen beginnenden Oktoberfest schwer ein Zimmer zu finden sein würde. Also fahre ich fast im "Blindflug" über die Landstraße nach Rosenheim. Dort sehe ich, dass der Himmel im Süden heller ist und setze mir Kufstein als nächstes Ziel. Hier hat der Regen endgültig aufgehört, und so fahre ich ohne weitere Probleme auf der A12 heim nach Innsbruck.

Resümee: sechs wunderschöne Tage mit herrlichen Strecken, abwechslungsreichen Landschaften, viel Kultur bei fast idealen Wetterverhältnissen, wenn man von der Heimreise absieht.
 

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© josef möltner, aktualisiert am Dienstag, 09. Oktober 2007