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Durch die Schweiz ins Elsass
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Kurz-Info:
Start: Innsbruck, 09:15Uhr
Strecke: Landeck - St. Anton/Arlbergpass - Diepoldsau - Schaffhausen/Rheinfall -
Bonndorf - Schluchsee - Titisee - Freiburg - Wasenweiler - Breisach
Ziel: Colmar, 17:45 Uhr
Dauer:
08:30
gefahrene km: 449
Tachostand: 43.899
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In der kommenden
Woche findet die Intermot 2002 in München statt, ein guter
Aufhänger für eine ausgedehnte Tour durch Süddeutschland. Garry war nicht
schwer dazu zu überreden, mich zumindest die ersten vier Tage auf meinem
Umweg nach München zu begleiten.
Wir starten bei kühlem aber
trockenem Wetter in Richtung Westen, fahren bis Landeck auf
der Inntalautobahn A12, dann zum Arlbergpass, wo uns die erste
Fahrtunterbrechung erwartet.
Nach einem Unfall, in den auch ein Motorrad verwickelt war, ist die Straße
gesperrt und als sie wieder freigegeben wird, bin ich der erste, der -
vorbei an der talwärts wartenden Kolonne - die Passhöhe erklimmt. Dann geht
es auf S16 und A14 weiter bis Diepoldsau, wo wir
vor dem Grenzübertritt erst mal eine Kaffeepause einlegen. Um unsere
Schweizer Autobahnvignetten auch auszunützen, fahren wir anschließend über
St. Gallen auf der A1 bis Winterthur.
Hier verlassen wir die Autobahn und erreichen plangemäß Schaffhausen,
wo wir uns das grandiose Schauspiel am Rheinfall nicht
entgehen lassen. Nach einem kleinen Mittagessen (Bratwurst/Pommes) geht's
dann weiter in Richtung Elsass. Bei Schleitheim
verlassen wir die Schweiz, fahren über Bonndorf, vorbei am
herrlich gelegenen Schluchsee nach Titisee und
schließlich durch das bei Bikern beliebte Höllental nach
Freiburg. Hier ist wieder eine kurze Rast angesagt, die wir im
schattigen Garten eines Straßencafes verbringen.
Auf der letzten Etappe des heutigen Tages überqueren wir bei Breisach
den Rhein und erreichen nach wenigen Kilometern unser Ziel: Colmar.
Beim ersten Hotel am Rande der Fußgängerzone halten wir an, und wenige
Minuten später beziehen wir unser Zimmer für diese Nacht im Hotel "A la
Ville de Nancy".
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Vogesen
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Kurz-Info:
Start: Colmar, 10:40 Uhr
Strecke:
Uffholtz - Col Amic - Grand Ballon - Col
de la Schlucht - Col du Calvaire - Col du Bonhomme - Ste. Marie aux Mines
- Ribeauvillé - Marckolsheim - Riegel - Lahr/Schwarzwald - Biberach im
kinzigal - Bad Peterstal - Freudenstadt - Horb am Neckar - Rottenburg
Ziel: Tübingen, 19:00 Uhr
Dauer:
08:20
gefahrene km: 343
Tachostand: 44.242
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Den Vormittag
nutzen wir
für einen ausgiebigen Rundgang durch die reizvolle Altstadt von Colmar,
das zu Recht das elsässische Venedig genannt wird, denn Kanäle und Flussarme
prägen das Bild des historischen Stadtkerns.
Aber dann packen wir unsere
Motorräder und begeben uns erst mal auf die N83, eine wunderbar
ausgebaute Schnellstraße, auf der wir ca. 30 km in Richtung Süden fahren.
Bei Uffholtz biegen wir nach Westen ab und nehmen die
Route des Crétes in Angriff, die erst durch dichte Laubwälder über
mehrere kleine Pässe zum Grand Ballon führt und dann auf einem
Grat entlang weiter in nordwestlicher Richtung verläuft. Hier herrscht eine
eigenartige Stimmung, dunkle Wolken künden drohende Gewitter an, aber
irgendwie setzt sich doch immer wieder die Sonne durch. Und so gelangen wir
trockenen Reifens über den Col de la Schlucht und Col du
Bonhomme nach Ste. Marie aux Mines. Nach weiteren 20
Kilometern über einen kleinen Pass erreichen wir das Städtchen
Ribeauvillé, wo wir unsere Maschinen neben einem guten Dutzend
anderer am Stadtrand parken. In einem echt Elsässischen Gasthaus essen wir
zu Mittag, wobei Garry nicht eben die best Wahl trifft und gut die Hälfte
der bestellten Schweinshaxe zurückgehen lässt. Mir schmeckt mein
Sauerkrautteller, und so brechen wir gegen 15:00 Uhr mehr oder weniger
gestärkt auf in Richtung Deutschland.
Bei der Rheinüberquerung in Marckolsheim beobachten wir
interessiert, wie ein flussaufwärts fahrender Kahn die Schleuse passiert,
dann geht es weiter auf die Autobahn A5, die wir aber schon bei
Lahr wieder verlassen. Hier beginnt unsere heutige
Schwarzwaldetappe, die uns über Biberach im Künzigtal, Bad Peterstal,
Freudenstadt und Horb auf romantischen Straßen nach
Tübingen
führt, wo wir im "Hotel
am Schloss" Zimmer reserviert haben.
Die letzte große Herausforderung des heutigen Tages besteht darin, die
Motorräder die steile Burgsteige hochzujagen und unbeschadet in der
Hotelgarage zu parken, was uns mit Hilfe des Wirtes schließlich auch
anstandslos gelingt. Ein ausgezeichnetes Abendessen im Gasthof "Zum
Gutenberg" entschädigt uns schließlich für die vorangegangen
Anstrengungen.
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Schwarzwald-Hochstraße
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Kurz-Info:
Start: Tübingen, 11:20 Uhr
Strecke:
Horb/Neckar -
Freudenstadt - Baiersbronn - Sand -
Herrenwies - Schwarzenbach-Stausee - Raumünzach - Igelsberg - Erzgrube -
Altensteig - Nagold - Herrenberg
Ziel:
Tübingen,
16:40 Uhr
Dauer:
05:20
gefahrene km: 229
Tachostand: 44.471
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Am Vormittag
gibt's wieder Kulturprogramm:
Zuerst gehen wir die paar Schritte hoch zum unteren Schlosstor, dem so
genannten Friedrichstor, das als das schönste
Renaissance-Portal Süddeutschlands gilt. Vom dahinter liegenden kleinen Park
aus haben wir einen wunderbaren Rundblick auf die Stadt. Dann gelangen wir
durch das obere Schlosstor in den Innenhof von Schloss Hohentübingen,
durchqueren diesen und steigen am anderen Ende über eine steile Treppe ab zu
einem Fußweg, der direkt in die Altstadt führt. Nach
wenigen Schritten stehen wir auf dem Marktplatz. An dessen westlicher
Seite erhebt sich das imposante Rathaus mit dem Neptunbrunnen
davor. Durch die belebten Gassen schlendern wir vorbei an der
Stiftskirche zur Eberhardsbrücke, von wo aus Hölderlinturm
und Neckarfront zu bewundern sind. Aber dann wird es Zeit für unsere
Tagestour in den Schwarzwald!
Wir holen unsere Maschinen aus der Garage
und fahren erst über Horb und Freudenstadt nach Baiersbronn, von dort weiter in westlicher Richtung bis zur
Schwarzwald-Hochstraße und auf dieser dann nach Norden bis
Sand. War es in Tübingen noch angenehm warm, so merken
wir hier doch, dass es merklich kühler wird. Über Herrenwies
gelangen wir zum Schwarzenbach-Stausee, wo wir
unsere Mittagsrast einlegen. Bei Raumünzach erreichen wir das Murgtal, halten uns südlich und biegen nach einigen Kilometern
nach Osten ein, um bei Besenfeld wiederum in südlicher
Richtung weiter zu fahren. Nach einem Tankstopp in Freudenstadt
geht es wieder zurück und über Igelsberg, Erzgrube
und Altensteig nach Nagold. Schließlich gelangen
wir über Herrenberg zurück nach Tübingen.
Auch den heutigen Tag lassen wir bei guter schwäbischer Küche und einer
Flasche "Trollinger" im Gasthof "Zum Gutenberg" ausklingen.
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Donaueschingen
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Kurz-Info:
Start: Tübingen, 10:15 Uhr
Strecke:
Gomaringen -
Gönningen - Burladingen - Gammertingen - Sigmaringen - Beuron - Tuttlingen
- Donaueschingen -
Villingen-Schwenningen - Rottweil - Balingen - Hechingen - Rottenburg
Ziel:
Tübingen,
16:45 Uhr
Dauer:
06:30
gefahrene km: 282
Tachostand: 44.753
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Für Garry ist
heute Abreisetag. Er wird über Ravensburg, Bregenzer Wald und den
Arlberg nach Innsbruck zurückfahren. Ein Stück des Weges werde
ich ihn begleiten.
Wir verlassen Tübingen in südlicher
Richtung auf der B27, biegen aber schon bald ab nach Gomaringen
und fahren weiter über Gönningen, Burladingen
und Gammertingen nach Sigmaringen, wo wir Halt
machen und uns mit einem "Radler" verabschieden. Anschließend trennen sich
unsere Wege, denn ich habe mir vorgenommen, der Donau bis zu ihrer
Quelle zu folgen. Gleich
hinter Sigmaringen verengt sich das Donautal,
und auf einer romantischen, schmalen Straße mit einigen Ampelgeregelten
Tunnels fahre ich entlang dem hier noch jungen Strom vorbei an sattgrünen
Wiesen bis Beuron. Hier steigt die Straße mit einigen Kehren
auf über 600 Meter an, und schon bald erreiche ich Tuttlingen.
Über Möhringen, wo die Donau versickert, um als Aachquelle wieder zu Tage zu treten, erreiche ich Geisingen
und lege schließlich auf einer wenig interessanten Schnellstraße noch die
restlichen Kilometer bis Donaueschingen zurück. Nach einem
herzhaften Mittagessen in einem Gastgarten gegenüber der Stadtkirche St.
Johann besichtige ich die Donauquelle und spaziere durch den
Fürstlich Fürstenbergischen Schlosspark.
Die Rückreise nach Tübingen verläuft wenig spektakulär über
Rottweil, Balingen, Hechingen
und
Rottenburg.
Garry muss in Tübingen so bleibende Eindrücke hinterlassen haben, dass
mich sogar die freundliche Wirtin beim Abendessen im Gutenberg fragt, wo
denn "meine Begleitung" heute sei...
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Schwäbische Alb - Ulm
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Kurz-Info:
Start: Tübingen, 10:20 Uhr
Strecke:
Gomaringen - Gönningen
- Pfullingen - Klein-Engstingen - Bad Urach - Münsingen - Schelklingen -
Blaubeuren - Ringingen - Erbach
Ziel: Ulm, 14:20 Uhr
Dauer:
06:30
gefahrene km: 117
Tachostand: 44.870
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Heute ist auch
für mich der Tag der Abreise angebrochen. Da ich mich mit Lupo aber erst
übermorgen in München auf der Intermot treffen werde, habe ich noch Zeit,
die Schwäbische Alb zu erkunden.
Wie gestern fahre ich
zuerst auf der B27 bis Gomaringen, dann aber über
Gönningen nach Pfullingen. Von hier aus geht es
wieder südwärts bis Lichtenstein und dann auf einer äußerst
kurvenreichen Waldstraße in nordöstlicher Richtung nach Bad Urach.
Durch dichte Wälder geht es südwärts weiter bis Münsingen und
dann über freies Land auf einer herrlichen Straße bis Schelklingen.
Nach weiteren sieben Kilometern erreiche ich
Blaubeuren,
wo eine längere Rast eingeplant ist. Ich parke meine TDM auf einem Parkplatz
am Rande der Altstadt und spaziere durch die Anlage des 1085 gegründeten
ehemaligen Benediktinerklosters. Gleich dahinter befindet sich der berühmte Blautopf, die Quelle der Blau. Nach einem Rundgang durch das
romantische Städtchen und einem Kaffee am Stadtplatz setze ich meine Reise
fort. Über Gerhausen und Ringingen fahre ich
nach Erbach und schließlich noch die paar Kilometer weiter
nach Ulm.
Nach einigen unfreiwilligen Runden im dichten Feierabendverkehr finde ich
schließlich ein ruhiges kleines Hotel am Rande der Altstadt. Nachdem ich
mein Moped gut untergestellt habe, sehe ich mir die Stadt an. Ich beginne
mit dem Ulmer Münster, mit dem höchsten Kirchturm der Welt und
spaziere dann durch die verwinkelten Gassen des Fischerviertels zur Donau, wo ich mir in einem kleinen Cafe ein Bierchen in der
Abendsonne genehmige.
Wo die Blau in die Donau fließt,
schließt sich für mich der Kreis meiner letzten beiden Tagestouren. Vorbei
am Rathaus und am Schwörhaus gehe ich zurück ins
Gerberviertel und finde im Restaurant "Gerberhaus" noch einen
netten Tisch fürs Abendessen.
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Intermot 2002 - München
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Kurz-Info:
Start: Ulm,
09:50 Uhr
Strecke:
Leipheim - Augsburg - München/ICM
- Vaterstetten - Rosenheim - Kiefersfelden/Kufstein
Ziel: Innsbruck, 18:50 Uhr
Dauer:
09:00
gefahrene km: 351
Tachostand: 45.221
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Nach dem
Frühstück und einem kurzen Telefonat mit Lupo breche ich auf zur letzten
Etappe. Aufgrund der Wetterlage hat Lupo beschlossen, nicht mit dem Motorrad
sondern per Auto zur Intermot 2002 nach München zu
reisen - das sollte sich als weise Entscheidung herausstellen...
Bei
bedecktem Himmel fahre ich zuerst auf der Bundesstraße nach Leipheim,
dann auf der A8 über Augsburg nach München.
Über die A99 gelange ich problemlos zum ICM-Messegelände.
Ein weiteres Telefonat, und nach wenigen Minuten treffe ich Lupo, der auch
gerade angekommen ist, am Kawasaki-Stand. Wir
besuchen meinen Jugendfreund Robert am Dainese-Stand und sehen uns
dann nacheinander alle Hallen an, ohne jedoch ein wirklich aufregendes neues
Motorrad, das unseren Interessen entspricht, zu entdecken. Trotzdem - die
Intermot ist absolut einen Besuch wert.
Am Nachmittag beginnt es schließlich erst leicht zu regnen und als wir uns
trennen, schüttet es bereits recht ordentlich. Ich beschließe, erst mal in
Richtung Rosenheim zu fahren und mir dort gegebenenfalls ein
Nachtquartier zu suchen, da im Umkreis von München angesichts von
Intermot und dem übermorgen beginnenden Oktoberfest schwer ein
Zimmer zu finden sein würde. Also fahre ich fast im "Blindflug" über die
Landstraße nach Rosenheim. Dort sehe ich, dass der Himmel im
Süden heller ist und setze mir Kufstein als nächstes Ziel.
Hier hat der Regen endgültig aufgehört, und so fahre ich ohne weitere
Probleme auf der A12 heim nach Innsbruck.
Resümee: sechs wunderschöne Tage mit herrlichen Strecken,
abwechslungsreichen Landschaften, viel Kultur bei fast idealen
Wetterverhältnissen, wenn man von der Heimreise absieht.
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