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Vorwort
Die inzwischen schon traditionelle
Südfrankreichreise führte uns heuer sowohl an "altbekannte" Orte als auch
in uns bislang unbekannte Gebiete.
Unsere Planung sah so aus: Anreise durch die Schweiz, um die eintönige
Durchquerung der Poebene zu umgehen, erste Übernachtung gleich hinter der
französischen Grenze, dann weiter nach Montélimar, wo es uns im Vorjahr so
gut gefallen hat und am dritten Tag nach Florac, ebenfalls ein Ort, den
wir in bester Erinnerung hatten.

Der weitere Verlauf sollte sich nach Lust und Wetterlage ergeben...
...los geht's
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Durch die Schweiz nach Annecy
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Kurz-Info:
Start: Innsbruck, 08:00 Uhr
Strecke: Landeck - Arlberg - Feldkirch - Sargans - Wädenswil - Luzern -
Interlaken - Zweisimmen - Gstaad - Diablerets - Monthey - Abondance -
Morzine - Cluses -
Ziel: Annecy,
19:45 Uhr
Dauer:
11:45
gefahrene km: 662
Tachostand: 34.722
Karte
Fotogalerie
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Der Wetterbericht war nicht berauschend, und uns ist klar, dass es uns
irgendwo auf der Strecke einwässern würde.
Doch der Reihe nach:
Wir fahren bei angenehmen Temperaturen auf der A12
bis zum Arlbergtunnel, biegen dort jedoch von der Schnellstraße ab und
nehmen die Passstraße. Dann geht es auf direktem Weg nach Feldkirch, wo wir
die Grenze passieren, erst mal eine Rast einlegen und für gutes Geld
eidgenössische Autobahnvignetten erwerben. Weiter geht's auf der Autobahn
A13 bis Sargans, dann auf der A3 bis Wädenswil, und schließlich auf der A14
bis Luzern. Am Sarner See ist die nächste Rast fällig, und auf unsere Frage
nach einer Kleinigkeit zu Essen empfiehlt uns die Bedienung "Fisch-Knusperli".
Zusammen mit einer Cola und einer Apfelschorle kostet uns dieses Mahl satte
CHF 46,00 - Willkommen in der Schweiz! Doch damit nicht genug: die bisherige
Strecke haben wir niederschlagsfrei bewältigt, doch jetzt hängen dunkle
Wolken drohend über uns. Und tatsächlich: am Brünigpass (1008m) ziehe ich
mir - spät genug - die Regenkombi über, und bei Interlaken regnet es
schließlich wie aus Eimern. Ich habe massive Probleme, auch nur irgend etwas
zu erkennen, so stark setzt der Regen meinem Visier zu. Doch auf der Fahrt
durch das Niedersimmental nach Gstaad beruhigt sich das Wetter Gottlob
wieder soweit, dass wir bei nunmehr leichtem Regen wieder flotter vorwärts
kommen. Über den Col du Pillon (1546m) gelangen wir nach
Les Diablerets und
fahren weiter nach Monthey, um kurz danach am Pas de Morgins (1371m) wieder
in die EU einzureisen. Über Abondance gelangen wir auf den
Col du Corbier
(1230m), wo eine Kaffeepause eingelegt wird. Anschließend geht es über Morzine und Cluses auf schnellstem Weg nach
Annecy, unserem ersten
Tagesziel.
Im Hotel Allery finden wir ein passables Zimmer im 4. Stock (ohne Lift)
und einen freundlichen Wirt, der uns seinen Autoabstellplatz in der
Hoteleinfahrt für unsere Maschinen überlässt. Der Spaziergang durch das
romantische Städtchen mit seinen zahlreichen Cafes und Restaurants sowie das
ausgezeichnete Abendessen entschädigen uns vollends für die Strapazen der
Anreise.
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über den Galibier nach Montelimar
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Kurz-Info:
Start: Annecy,
09:30 Uhr
Strecke:
Sevrier - Col de Leschaux (897m) - le
Chatelard - Ecole - Col du Frêne (950m) - St. Pierre d'Albigny - St. Jean
de Maurienne - Col du Telegraphe (1566m) - Tunnel de Galibier (2556m)
- le Bourg d'Oisans - Col d'Ornon (1371m) - Valbonnais - La Mure - Mens -
Clelles - Col de Menée (1402m) - Die - Crest -
Ziel: Montélimar,
18:30 Uhr
Dauer:
08:00
gefahrene km: 425
Tachostand: 35.147
Karte
Fotogalerie |
Kühl aber trocken präsentiert sich der Morgen, wir fahren entlang dem
Lac d'Annecy bis Sevrier, biegen dort nach rechts ab
und erklimmen ein schmales, kurvenreiches Sträßchen zum Col de
Leschaux, wo sich ein dünn besiedeltes Hochtal öffnet mit
fruchtbaren Almwiesen und grünen Gipfeln.
Über Ecole gelangen
wir zum Col du Fréne, von dem wir wieder auf einer herrlich
gewundenen Straße nach St. Pierre d'Albigny abfahren, um eine
Kaffeepause einzulegen. Hier im Tal ist es schon recht warm, und die
Weiterfahrt nach St. Jean de Maurienne führt großteils durch
Schatten spendende Platanenalleen. Zu unserer großen Überraschung ist der
Col du Glandon, den wir in unserer Route eingeplant hatten, gesperrt,
die viel höheren Pässe Col du Telegraphe und Col de
Galibier jedoch sind offen. Diesem Umstand verdanken wir ein
Highlight der Tour, denn die Auffahrt zum Tunnel de Galibier
und die sich dort bietenden Aussichten sind vom Allerfeinsten. Nach der
Abfahrt vom Galibier geht es weiter in Richtung Westen bis le Bourg d'Oisans und dann wieder südwärts bis la Mure und auf
herrlichen Nebenstraßen über Clelles auf den Col de
Menée und weiter über Die nach Crest, wo
wir noch einmal eine Pause einlegen, ehe wir die paar Kilometer zu unserem
Tagesziel Montélimar hinter uns bringen.
Hier finden wir im "Relais de l'Empereur" auf Anhieb die geeignete
Unterkunft und freuen uns über das geräumige Zimmer und den nachts
versperrten Hotelparkplatz. Als weniger erfreulich erweist sich der Umstand,
dass in der Stadt "tote Hose" herrscht und wir - ganz im Gegensatz zum
Vorjahr - nur mit Ach und Krach ein Restaurant finden, in dem wir dann
allerdings vorzüglich speisen.
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ins Zentralmassiv
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Kurz-Info:
Start: Montélimar,
09:15 Uhr
Strecke:
Privas - le Cheylard - Col de 4
Vics -
Vals le Bain - Col de Chavade - Pradelles -
Mende -
Ziel: Florac,
15:25 Uhr
Dauer:
06:10
gefahrene km: 287
Tachostand: 35.434
Karte
Fotogalerie
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Heute steht
wieder eine Tagestour auf dem Programm, deren Endpunkt wir aus dem Vorjahr
kennen, nicht jedoch den Weg dorthin.
Zuerst geht es im Rhonetal ca. 25 km nordwärts , dann nach
Westen bis Privas und wieder weiter nach Norden bis le
Cheylard. Hier in den Cevennen wechseln die
Landschaftsbilder alle paar Kilometer. Anfangs sieht es aus wie im Luberon,
dann fährt man durch Waldgebiete, über steile Passstraßen auf almähnliche
Hochtäler und schließlich auf teils schnurgeraden Straßen über Hochebenen
und durch dunkle Nadelwälder. Dazu spielt das Wetter etwas verrückt,
Regenschauer wechseln mit sonnigen Abschnitten und Gewitterfronten am
Horizont lassen die Landschaft düster, fast mystisch erscheinen. Nach
kilometerlanger Fahrt durch unbesiedeltes Gebiet taucht plötzlich hinter der
nächsten Biegung eine Ortschaft auf, und auf fast völlig verkehrsfreie
Straßen folgt unvermittelt eine etwas höherwertige Fernverkehrsstraße mit
Schwerverkehr, von dem man nicht weiß, wie er eigentlich in diese Gegend
kommt. So zum Beispiel über den Col de Chavade, wo sich die
Wasserscheide zwischen Atlantik und Mittelmeer befindet. Über
Pradelles fahren wir nach Mende, und nur noch eine
kurvenreiche Straße über den Col de Montmirat trennt uns von
unserem Ziel, dem Städtchen Florac.
Hier ist es nass und kalt, und lediglich das wiederum hervorragende
Abendessen in unserem Hotel "Gorges du Tarn" und ein letztes Bier in der
Aussteigerbar des Ortes retten den Abend.
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ab in den Süden!
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Kurz-Info:
Start: Florac,
09:50 Uhr
Strecke:
Corniche des Cevennes
- le
Pompidou - St. Jean du Gard - Lasalle - St. Hippolyte du Fort - Quissac -
Ziel: Nimes,
13:00 Uhr
Dauer:
03:10
gefahrene km: 133
Tachostand: 35.567
Karte
Fotogalerie |
Da der erste Blick aus dem Fenster keine Aussichten auf Wetterbesserung
bietet, entschließen wir uns, auf schnellstem Wege in den - hoffentlich
wärmeren - Süden zu reisen.
Südlich von Florac biegen wir nach rechts ab und gelangen
auf die Corniche des Cevennes, eine reizvolle Hochebene
mit zahlreichen kleineren Pässen, herrlichen, verlassenen Straßen und
Bergdörfern. Bei St. Jean du Gard biegen wir nach Süden ab
und auf der abenteuerlichen, kurvenreichen, einspurigen Straße nach
Lasalle verlieren meine Metzeler-Reifen wiederum einiges an
Profil, aber meine TDM fühlt sich auf solchen Strecken in ihrem Element.
Weniger lustig findet Garry solche Abschnitte, der erst auf den restlichen
Kilometern bis St. Hippolyte seiner Pan European wieder die
Sporen gibt. In einem Straßencafe erholen wir uns von der Hatz und
beobachten die interessanten Typen, die hier ihren Vormittagsplausch
halten. Über Quissac geht's anschließend recht flott nach
Nimes, wo wir uns eventuell eine Übernachtungsmöglichkeit
suchen möchten. Nachdem wir eine Runde durch den lebhaften Verkehr der
Innenstadt gedreht haben, finden wir einen ruhigen Platz am Rande der
Altstadt und das
Hotel
de Provence, das uns so gut gefällt, dass wir uns gleich für zwei
Nächte einquartieren.
In der hoteleigenen Garage können wir unsere Maschinen sicher abstellen,
und so machen wir uns nach einem wohltuenden Bierchen im Straßencafe am
Eck auf, um die Stadt zu erkunden. Nimes verfügt über
zahlreiche historische Bauwerke, das beeindruckendste davon ist aber
zweifellos das Amphitheater, auch Arenen genannt, das Ende des 1.
Jahrhunderts nach Christus erbaut wurde und zu den größten Amphitheatern
der gallorömischen Baukunst zählt. Von den obersten Stufen hat man einen
herrlichen Rundblick auf die Stadt und das Umland. Nach diesem
Kulturgenuss flanieren wir noch ein wenig durch die belebte Altstadt mit
ihren zahlreichen Straßencafes und Restaurants, nehmen einen köstlichen
Imbiss am Dom und planen für morgen eine Ausfahrt zu den
Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung. Als wir am Abend - nachdem wir
uns frisch gemacht haben - wieder in die selben Straßen und Gassen kommen,
bietet sich uns jedoch ein völlig anderes Bild: die Rollbalken der meisten
Cafes sind heruntergelassen und wir müssen lange suchen, bis wir
schließlich ein China-Restaurant finden, in dem wir zu Abend essen.
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Tagestour in die Umgebung
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Kurz-Info:
Start:
Nimes,
09:45 Uhr
Strecke:
Uzès - Moussac - Cassagnoles -
Anduze - Bambbousseraie de Prafrance - St. Jean du Gard - St. Etienne
Vallée Francaise -
Plan de
Fontmort - Col de Jalcreste (832m) - Col de Pendédis (666m) -
Col de la
Baraque (722m) - Alès - Ledignan - Crespian -
Ziel: Nimes,
17:15 Uhr
Dauer:
08:30
gefahrene km: 249
Tachostand: 35.816
Karte
Fotogalerie |
Unsere heutige Tour führt uns zuerst nach Uzés, ein nettes
kleines Städtchen 25 km nördlich von Nimes, das auf einem
Hügel erbaut ist und über eine imposante Burg und eine ebensolche Kirche
verfügt. Nach einem Rundgang mit Kaffeepause geht die Reise weiter nach
Westen, um bei Anduze den einzigen Bambuswald Europas, die Bambouseraie de Prafrance, zu besichtigen. Da es inzwischen recht
heiß geworden ist, genießen wir den Spaziergang zwischen den Schatten
spendenden Bäumen besonders.
Anschließend fahren wir nach St. Jean du Gard und weiter in
Richtung St. Germain de Calberte, da zahlreiche grüne
Strecken auf meiner Michelin-Karte unsere Bikerherzen höher schlagen
lassen. Kurz vor St. Germain biegen wir nach links ab, fahren über ein
abenteuerliches Sträßchen nach Plan de Fontmort, um einige
Kilometer weiter nördlich auf die N106, die Straße von Florac
nach Ales, zu gelangen. In östlicher Richtung erreichen wir
den Col de Jalcreste und biegen auf der Passhöhe gleich
wieder nach rechts ein. Etwas südlich der Hauptstraße führt nämlich eine
Straße über den Col de Pendédis zum Col de la Baraque,
ehe beide Straßen bei Ales wieder aufeinander treffen. Der
Rest der Strecke führt uns erst auf der N 110 bis Ledignan
und dann auf der D 907 nach Nimes.
Am Abend landen wir nach längerer Suche schließlich in einem algerischen
Restaurant, in dem wir nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten
zwischen Garry und der Bedienung auf Grund der erfolgreichen Intervention
einer irischen Reiseleiterin schlussendlich hervorragend speisen.
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in die Seealpen
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Kurz-Info:
Start:
Nimes,
09:20 Uhr
Strecke:
Uzes
- Pont du Gard - Avignon - Pernes-les-Fontaines - St. Didier - Col de
Murs (627m) - Apt - Forcalquier - Oraison - Bras d'Asse - Puimoisson -
Moustiers-Ste.-Marie - Grand Canyon du Verdon -
Ziel: Castellane,
18:00 Uhr
Dauer:
08:40
gefahrene km: 286
Tachostand: 36.102
Karte
Fotogalerie |
Nachdem wir gefrühstückt und unser Gepäck auf den Motorrädern verstaut
haben, fahren wir vorerst wieder auf dem selben Weg wie gestern in
Richtung Uzes.
Kurz vor der Stadt biegen wir aber in die
D981 Richtung Remoulins ein, denn unser erstes Ziel ist
der Pont du Gard, ein römischer Aquädukt, der in die Liste
des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Das imposante Bauwerk
befindet sich inmitten einer reizvollen Gartenanlage mit Restaurants,
Geschäften und Picknickplätzen und gehört zum Standardprogramm jeder
Südfrankreichtour.
Nach der Besichtigung geht es weiter durch Avignon bis
Pernes-les Fontaines und dann durch die zauberhafte
Gorges Forét de Vénasque und über den Col de Murs
nach Apt. Auf der N100 fahren wir dann bis
Forcalquier und weiter bis Oraison, wo wir das
Durance-Tal erreichen. Parallel zur Autobahn geht es nun östlich der Durance auf verkehrsarmen Nebenstraßen wieder in Richtung Süden,
bis wir nach wenigen Kilometern in das Tal der Asse einbiegen und
auf herrlichen Sträßchen zwischen Mohnblumen bis Bras d'Asse
fahren. Von hier geht's nun wieder in südlicher Richtung auf der D953
bis Puimoisson und dann ostwärts nach
Moustiers-Ste.-Marie, dem bekannten Ort am westlichen Ende der
Verdon-Schlucht. Auf der D952 gewinnen wir schnell an
Höhe und fahren nun nördlich der Schlucht mit einigen Fotopausen bis
Castellane.
Hier tummeln sich eine Menge Motorradfahrer und
sonstige Touristen, die das umfangreiche Sportangebot rund um die Verdon-Schlucht für allerlei Aktivitäten nützen. Trotzdem habe ich schon
beim ersten Hotel Erfolg, und ehe Garry eintrifft, ist bereits ein Zimmer
für die nächsten zwei Nächte gebucht. Das "Petite Auberge" am
Stadtplatz erweist sich als Glücksgriff, denn auch die Küche kann sich
durchaus sehen lassen. Und als Garry beim Abendessen auch noch mit
unseren Tischnachbarn, einem jungen englischen Ehepaar, ins Plaudern
kommt, rundet dies einen erlebnisreichen Tag perfekt ab.
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Pässe und Schluchten in den
Seealpen
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Kurz-Info:
Start:
Castellane,
10:15 Uhr
Strecke:
Barrage de Castillone
-
St.-Andre-les-Alpes - Colmars - Allos - Col d'Allos (2250m) -
Barcelonnette -
Col de la Cayolle (2326m) - Guillaumes - Col des Champs (2045m) - Colmars
-
Ziel: Castellane,
17:00 Uhr
Dauer:
06:45
gefahrene km: 247
Tachostand: 36.349
Karte
Fotogalerie |
Nach dem Frühstück haben wir noch Zeit, ein wenig durch die Gassen
Castellanes zu schlendern und entdecken dabei einiges Skurriles:
ein Haus, aus dessen Fenster Stoffpuppen schauen oder einen
Motorradfahrer, der auf dem Tank seiner Eigenbau-Harley einen Blumenstock
zu seiner Angebeteten transportiert...
Die erste Herausforderung des Tages besteht für uns aber schon darin,
unsere Maschinen rücklings aus der Garage zu schieben. Nachdem uns dies
mit gegenseitiger Hilfe schließlich gelungen ist, verlassen wir die Stadt
in Richtung Norden und fahren über St. André nach
Colmars und auf der D908 über Allos auf
einigen abenteuerlichen Kehren bis zum Col d'Allos, den wir
vor zwei Jahren schon in der Gegenrichtung bezwungen haben. Nach der
Abfahrt biegen wir kurz vor Barcelonnette scharf nach rechts
ab, um nun den Col de la Cayolle in Angriff zu nehmen,
ebenfalls ein "alter Bekannter", der sich heuer - im Gegensatz zum Vorjahr
- absolut schneefrei präsentiert. Die Murmeltiere, die bei unserem Näher
kommen von der Straße flüchten, sind dementsprechend gut genährt.
In Guillaumes lassen wir uns in einem Straßencafe nieder und
treffen nach kurzer Zeit auf Günter mit seinen Bikerkollegen Alex, Michi,
Christoph und Walter, die von Mombarcaro angereist sind und
uns heute zurück nach Castellane begleiten werden. Auf der
gemeinsamen Rückfahrt biegen wir bei St.-Martin-d'Entraunes
nach links ab und gelangen so auf den Col des Champs mit
seinen schwarz-blauen Felsen. Durch dichtes Waldgebiet führt die Straße
wieder hinunter nach Colmars, und nach einem Tankstopp
fahren wir auf der schon bekannten Strecke zurück nach Castellane.
Auch Günter und seine Kollegen finden problemlos Zimmer im Nachbarhotel,
und beim gemeinsamen Abendessen lassen wir den Tag ausklingen.
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an die Cote d'Azur und ins
Piemont
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Kurz-Info:
Start:
Castellane,
10:00 Uhr
Strecke:
Grasse - Cannes - Menton - Sospel
- Col du Pérus (654m) - Col de Brouis (879m) - Gorges de Saorge
- Gorges de Bergue - Tende - Tunnel de Tende (1279m) - Cuneo - Mondovi -
Ceva -
Ziel: Mombarcaro,
18:30 Uhr
Dauer:
08:30
gefahrene km: 327
Tachostand: 36.676
Karte
Fotogalerie |
Was sich in den letzten Tagen schon angekündigt hat, wird heute zur
Gewissheit: mein Hinterreifen ist fertig! Der griffige, raue Asphalt der
französischen Straßen hat ihn vorzeitig altern lassen, und es liegt noch
ein weiter Weg bis Innsbruck vor uns.
Also beschließen Garry und ich, in
Richtung Cannes zu fahren, um eine Werkstätte zu finden, die
eventuell einen passenden Reifen auf Lager hat. Auf der wunderschön
angelegten Rue Napoleon fahren wir nach Grasse, wo
ich ein kleines Schild, das auf eine Yamaha-Werkstätte hinweist, fast
übersehe. Wir bleiben stehen, erklären dem Besitzer, dass ich neue Reifen
benötige, doch der gute Mann scheint es gar nicht eilig zu haben, und es
ist 11:30 Uhr und SAMSTAG!!! Die Gattin des Chefs wird herbeigerufen, sie
spricht etwas deutsch, und als die guten Leute bemerken, dass wir Tiroler
sind, geht plötzlich alles ganz einfach. Sie erzählen uns, dass sie schon
seit vielen Jahren nach Innsbruck auf Urlaub fahren und hier Freunde
haben. Die Chefin empfiehlt mir, einen Bridgestone BT 020
aufzuziehen, gibt uns die Adresse von "Massa Pneu" in Grasse,
erklärt uns den Weg und kündigt unser Kommen auch gleich telefonisch an.
Also fahren zu dieser Firma, wo man uns zwar schon erwartet, trotzdem aber
erst mal Mittagspause bis 14:00 Uhr macht. Wir vertreiben uns die
Wartezeit in einem Cafe gegenüber, Garry holt zwei Hamburger vom nahen
McDonald's, wo es uns zu voll und zu laut war. Pünktlich um 14:00 Uhr
öffnet Massa Pneu wieder die Tore, und 45 Minuten später fahre ich
mit neuen Reifen auf die Autobahn in Richtung Cannes. Ich
frage mich seither, ob ein Motorradfahrer in Innsbruck eine Chance
hätte, an einem Samstagnachmittag zu neuen Reifen zu kommen!?
Derart von Sorgen befreit, fahren wir recht zügig auf der A8 bis
Menton und dann nordwärts nach Sospel. Dabei
erweist sich der BT020 als Superwahl, ich bin ganz begeistert und
genieße die Fahrt über Col de Perus, Col de Brouis und
schließlich Col de Tende in vollen Zügen. Über Cuneo
und Mondovi fahren wir auf der Schnellstraße bis Ceva,
von wo aus noch das letzte kurvenreiche Straßenstück bis Mombarcaro
führt.
Dort treffen wir wieder auf Günters Truppe und genießen gemeinsam
das üppige Menü und den ausgezeichneten Wein.
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Poebene und Bergamasker Alpen
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Kurz-Info:
Start:
Mombarcaro,
09:50 Uhr
Strecke:
Barolo -
Alba - Asti - Casale Monferrato -
Mortara - Vigévano - Milano - Como - Erba - Lecco - Valsassina - Olda - S.
Giovanni Bianco - Clusone - Passo della Presolana (1297m) - Borno - Breno
-
Ziel: Prestine,
19:30 Uhr
Dauer:
09:40
gefahrene km: 444
Tachostand: 37.120
Karte
Fotogalerie |
Am Morgen verabschieden wir uns von den fünf Kollegen, die auf direktem
Weg nach Innsbruck zurückfahren und spazieren durch den verschlafenen Ort,
der auf einem Hügel hinter der Kirche mit einer besonderen Attraktivität
aufwarten kann: einem ausrangierten FIAT-Düsenjäger.
Dann machen wir uns auf den Weg nach Norden. Auf verlassenen Sträßchen
geht es erst mal bis Barolo, jenem kleinen Ort, dem der
berühmte Rotwein seinen Namen verdankt. Hier findet gerade ein
Oldtimer-Treffen statt, und der ganze Ort ist auf den Beinen. Weiter
geht's über Asti, und dann endlos durch die Poebene,
ehe wir bei Mailand endlich wieder so etwas wie Berge in der
Ferne erblicken. In Lecco am Comosee nehmen
wir einen Imbiss und brechen dann auf zur letzten Etappe des heutigen
Tages. Bei starkem Gegenverkehr fahren wir nach Valsassino,
dann nach rechts auf einer Straße, ähnlich der auf der italienischen Seite
des Staller Sattel - nur ohne Einbahnregelung - zum Passo San Pietro
nach Avolásio. Dann geht's hinunter durch die wunderschöne Enna-Schlucht ins Valle Brembana und gleich
wieder hoch nach San Bartolomeo und runter nach
Clusone. Hier scheint verkehrsmäßig gar nichts mehr zu gehen, an
diesem Sonntagabend scheint die gesamte Lombardei mit dem Auto unterwegs
zu sein. Doch irgendwie schaffen wir es doch noch auf den Passo
della Presolana und dann über Dezzo, Borno, Breno nach Prestine in unser Stammhotel "Oasi
Verde".
Diese letzte Etappe durch die Bergamasker Alpen, ein Gebiet,
das bei uns so gut wie unbekannt ist, war sehr anstrengend und
landschaftlich wunderschön zugleich.
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Heimreise
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Kurz-Info:
Start: Prestine,
08:45 Uhr
Strecke:
Passo di Croce Domini
(1892m) - Bagolino - Ponte Caffaro - Tione - Ponte Arche - Molveno - Mezzolombardo - Kaltern - Bozen - Penser
Joch (2214m) - Sterzing - Brenner -
Ziel: Innsbruck,
15:30 Uhr
Dauer:
06:45
gefahrene km: 311
Tachostand: 37.431
***
Gesamtstrecke:
3.371 km
Karte
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Schon gestern ist uns ein Straßenschild aufgefallen, "Passo di Croce
Domini - Chiuso". Darauf angesprochen, erklärt uns Mario, der
Wirt, dass man nur das Schild noch nicht weggeräumt habe, die Straße aber
ohne Probleme zu befahren sei. Wir glauben ihm...
Und tatsächlich: noch nie sind wir auf einer derart sauberen Straße über
den "Croce" gefahren. Lediglich ein paar vereinzelt werkelnde
Straßenarbeiter begegnen uns, und kurz vor der Passhöhe gibt es dichten
Nebel, der Schritttempo angeraten erscheinen lässt. Doch gleich hinter dem
Scheitelpunkt kommt die Sonne heraus und einer genussvollen Abfahrt nach Bagolino steht nichts mehr im Wege. Nach einer Kaffeepause
fahren wir ab nach Caffaro und auf altbekannten Wegen über Tione, Molveno, Mezzolombardo nach Kaltern, wo
wir am See zu Mittag essen.
Anschließend möchte Garry seiner Pan noch einmal die Sporen geben und
drängt deshalb darauf, über das Penser Joch heim zu fahren.
Selbst die allerletzte Wegstrecke von Sterzing über die
Brennerstraße nach Innsbruck bereitet uns noch
ausgiebigen Fahrspaß.
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siehe auch:
Provence 2000,
Südfrankreich 2001,
Piemont/Seealpen
2003,
Südfrankreich 2005 |
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