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Bevor ich meinen neuen Job in der
Innenrevision antrete, nehme ich mir noch eine Woche Urlaub, um mit meiner
Frau Hanne einige schöne Tage zu verbringen.
Nur: Hanne möchte faulenzen und ich auch ein wenig Motorrad fahren...
Um alle Interessen unter einen Hut zu bringen, wählen wir die Gegend von
Kaltern als Ziel, und ein geeignetes Hotel ist auch gleich gefunden: der
Garnellenhof in Unterplanitzing, ein paar Gehminuten außerhalb von Kaltern
und direkt an der Mendelstraße!
Und so reisen wir getrennt an, Hanne auf direktem Weg mit dem Auto und ich
- auf Umwegen durch die Dolomiten - mit dem Motorrad. |
1.
Tag: Samstag, 23. August 2003 |
Anreise durch die Dolomiten
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Kurz-Info: Start:
Innsbruck, 09:00 Uhr
Strecke:
Brixen -
Obervintl - Toblach - Cortina - Venas di Cadore - Passo Cibiana - Forno di
Zoldo - Villa - Passo Duran - Agordo - Cencenighe - Falcade - Passo di
Valles - Paneveggio
- Predazzo - Cavalese - Auer - Kalterer See
Ziel:
Kaltern, 17:00
Uhr
Dauer:
08:00
Tages-km:
359
Tachostand:
56.067
Karte
Fotogalerie
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Während Hanne noch tief schläft, mache ich
mich auf den Weg und fahre zuerst in einer nicht enden wollenden Kolonne
im Schneckentempo auf der Brenner-Bundesstraße über den Schönberg.
Bei Matrei wird mir das zu bunt, und ich
fahre auf die A13 auf, um schon nach wenigen Kilometern wieder einen Stau
vor mir zu haben. Es ist eines der letzten Ferien-Wochenenden, und die
Urlauberwelle überschwemmt wieder einmal Tirol. Auch auf der
Südtiroler Seite sieht's nicht anders aus, aber
Gottlob kann man mit dem Motorrad doch einiges an Boden gut machen. Auf
der Pustertaler Staatsstraße das selbe Bild:
Kolonnenverkehr, so weit das Auge reicht.
Erst als ich bei Toblach nach Süden ins
Höhlensteintal einbiege, beginnt der
Fahrspaß! Ich glühe erst bis Schluderbach,
umrunde das Monte-Cristallo-Massiv über Cimabanche
und lege in Cortina eine Rast ein, schließlich
ist es schon 13 Uhr! Anschließend setze ich die Reise durchs
Valle d'Ampezzo fort, eine Gegend, die ich bislang
noch nicht kenne. Bei den Tourvorbereitungen ist mir auf der Suche nach
neuen Herausforderungen der Passo Cibiane
aufgefallen, und diesen nehme ich jetzt von Venas di Cadore
aus in Angriff. Auf einem schmalen Sträßchen geht's erst einmal leicht
bergab, ehe die Auffahrt zur Passhöhe beginnt. Hier bin ich endlich
mutterseelenallein auf der Straße und genieße jede Kurve. Die Passhöhe auf
1530m gibt nicht viel her, deshalb geht's nach einem schnellen Foto gleich
wieder bergab in Richtung Forno di Zoldo.
Drei Kilometer weiter westlich biege ich bei Villa
noch einmal nach Süden ab und erklimme - wie schon vor zwei Wochen mit
meinem Schwager Hannes - die Auffahrt zum Passo Duran, der auf
1601m Höhe liegt. Hier trinke ich einen Capuccino auf der Terrasse und
genieße die herrliche Aussicht. Dann geht's hinunter ins
Bergsteigerstädtchen Agordo, dem südlichsten Punkt meiner
heutigen Tour.
In nördlicher Richtung erreiche ich nach ca. elf Kilometern Cencenighe,
wo sich das Tal teilt. Ich fahre nach links und gelange so über Falcade
auf den Passo di Valles (2033m), wo wieder
eine Fotopause eingelegt wird. Nach weiteren sieben Kilometern biege ich
auf die Straße ein, die vom Rollepass
herunterführt und fahre auf der wunderschönen Strecke entlang dem
Traviolo-Stausee nach Predazzo
und weiter über Cavalese nach Auer
im Bozner Unterland. Ich überquere die Etsch
und fahre, vorbei am Kalterer See, durch die
Weinberge nach Kaltern.
Auf der Suche nach dem Garnellenhof, der etwas außerhalb Kalterns
liegt, fahre ich auf der Mendelstraße zu weit hoch und muss nach
telefonischer Rückfrage und Wegbeschreibung wieder bis
Unterplanitzing zurückfahren. Ein Umweg, der mir
eigentlich Spaß gemacht hat...
Hanne erwartet mich schon auf der Terrasse, ihre Anreise mit dem Auto war
auf Grund des starken Reiseverkehrs weniger amüsant.
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Ins Schnalstal
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Kurz-Info: Start:
Kaltern,
10:45 Uhr
Strecke:
Mendelpass - Fondo - Gampenjoch - Lana
- Marling - Naturns - Kompatsch - Schnals - Vernagt-Staudamm - zurück
nach Lana - St. Pankraz im Ultental - Proveis - Laurein - Brezer Joch
- Castelfondo - Fondo - Mendelpass
Ziel:
Kaltern, 16:45
Uhr
Dauer:
06:00
Tages-km:
229
Tachostand:
56.296
Karte
Fotogalerie |
Den ganzen gestrigen Tag haben wir am
Swimmingpool unseres Hotels verbracht. Heute kann Hanne ihrer Einkaufslust
frönen, während ich das Schnalsertal "erfahren" will.
Bis zur Mendelstraße sind es nur ein paar hundert Meter, dann
beginnt schon der Fahrspaß pur. Bei wenig Verkehr geht's dementsprechend
flott die Kehren bergwärts und auf der anderen Seite hinunter über
Malosco nach Fondo
und gleich wieder rechts hoch zum Gampenjoch.
Bei der Abfahrt mache ich kurz Halt am Aussichtpunkt unterhalb von
Gfrill, um die herrliche Aussicht auf das Burggrafenamt
zu genießen. Über Lana
geht's dann weiter nach Meran und ins Vintschgau. In
Naturns tanke ich auf und trinke einen Capuccino,
um dann einige Kilometer weiter bei Kompatsch
ins Schnalsertal einzubiegen. Die Straße
schlängelt sich kehrenfrei abwechselnd auf der rechten und linken Talseite
bis Kartaus, wo sich das Tal weitet und den Blick freigibt auf die
Gipfel der Ötztaler Alpen. Ein paar Kehren auf der neu ausgebauten
Straße sind noch zu überwinden, dann steht man an der Dammkrone des
Vernagt-Stausees, der türkis schimmernd am Fuße des
Similaun liegt. Eine Fotopause ist hier Pflicht, zu idyllisch ist
die Aussicht taleinwärts zum Vernagt-Ferner,
talauswärts auf Unserfrau und
Schnals. Die letzten paar Kilometer auf der nördlichen
Uferseite führen zum Talschluss bei Kurzras, wo längst der
Tourismus in Form des Sommerschigebietes mit seiner Gletscherbahn Einzug
gehalten hat. Der Charme eines Schiortes hält sich im Sommer bekanntlich
in Grenzen, und so begnüge ich mich mit einem kurzen Fotostopp, der
hauptsächlich dokumentarischen Charakter hat, und trete die Rückfahrt an.
Dabei lasse ich mir Zeit, genieße die herrliche Landschaft und lege bei
Rateis noch zwei Fotostopps ein.
Die Strecke von Naturns bis Lana
lege ich auf kleinen Nebenstraßen durch Obstgärten und Weinberge zurück
und biege dann ins Ultental ein. Diese Straße hat's mir einfach
angetan! Zuerst gewinnt man auf ein paar steilen Kehren schnell an Höhe,
anschließend geht's durch mehr oder weniger lang gezogene Kurven, über
Brücken und durch Tunnels stetig ansteigend bis Lotterbad.
Hier beginnt die vor einigen Jahren fertig gestellte Straße zu den
deutschsprachigen Dörfern am Nonsberg. Diese
Strecke findet man kaum auf einer Straßenkarte, ja selbst die Bewohner des
Ultentales wissen teilweise gar nicht, dass
es sie gibt. Das hat den Vorteil, dass das Verkehrsaufkommen gegen Null
geht. In Proveis angekommen, entschließe ich mich zur Weiterfahrt über
St. Laurein und entdecke dabei einen
Wegweiser zum Brezer Joch. Diesem folge ich
bereitwillig, verspricht er doch die Erkundung einer neuen Passstrecke!
Und ich sollte es nicht bereuen, denn eine schmale Straße führt durch
kleine Weiler, Waldstücke und Wiesen zur Passhöhe auf 1397m. Das große
Staunen tritt dann bei der Abfahrt ein: eine herrlich ausgebaute, neu
asphaltierte Passstraße liegt vor mir und schlängelt sich in zahlreichen
Kehren talwärts nach Fondo.
Von hier geht's wieder hoch zum Mendelpass,
wo ich wegen einer Straßensperre aufgrund eines stecken gebliebenen
Reisebusses eine mehr als eineinhalbstündige Ruhepause einlegen muss. Das
hat natürlich auch seine Vorteile, denn nach Aufhebung der Sperre bin ich
der Erste, der die Abfahrt nach Kaltern auf
der großteils noch verkehrsfreien Strecke in Angriff nimmt.
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An den folgenden zwei Tagen
bleibt das Motorrad auf dem Parkplatz stehen.
Den Dienstag nützen wir für eine Wanderung von Töll am Eingang ins
Vintschgau über den Marlinger Waalweg.
Am Mittwoch unternehmen wie einen Ausflug mit dem Auto zum
Lago di Serràia im Valle di Pinè.Dieses
Gebiet habe ich schon vor drei Jahren mit dem Motorrad erkundet. >
Ostertour2000
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6.
Tag: Donnerstag, 28. August 2003 |
Heimreise auf Umwegen
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Kurz-Info: Start:
Kaltern,
09:45 Uhr
Strecke:
Tramin -
Mezzocorona - San Michele all'Adige - Faedo - , 10:46 Valternigo, 11:39
Cavalese (Tankstopp), 13:17 Pordoi, 14:08 Grödner Joch, Brenner
Ziel:
Innsbruck, 16:15
Uhr
Dauer:
06:30
Tages-km:
322
Tachostand:
56.618
Karte
Fotogalerie |
Heute beenden wir unseren Kurzurlaub im
Garnellenhof, wo wir uns ausgesprochen wohl gefühlt haben.
Getrennt begeben wir uns auf die Heimreise: Hanne fährt wieder auf dem
kürzesten Weg über die Brennerautobahn, während ich mir etwas Spezielles
vorgenommen habe.
Erst fahre ich über die Provinzstraße über Tramin und
Mezzocorona nach San Michele all'Adige.
Von hier aus führt eine Verbindungsstraße über Faedo ins
Val di Cembra. Dabei geht's gleich richtig zur Sache:
ein paar steile Kehren durch Weinberge, dann stehe ich vor einer
Straßensperre wegen Bauarbeiten. Die Umleitung führt schnurstracks steil
bergan, und als ich wieder auf die eigentliche Straße einbiege, habe ich
einige Probleme, das Motorrad senkrecht zu halten. Es folgt ein dunkles
Waldstück, ehe sich die Bäume lichten und den Blick auf das Val di
Cembra freigeben. Nach einer kurzen Fotopause setze ich die Fahrt auf
der unterschiedlich breiten, kurvenreichen Straße über Cembra und
Molina nach Cavalese
fort. Hier beginnt nach einem Tankstopp die Auffahrt zum Passo di
Lavazé. Diese Strecke bereitet immer wieder großen Fahrspaß und einen
herrlichen Panoramablick auf der Passhöhe. Bei Birchabruck biege
ich anschließend nach rechts ab zum Karersee.
Am Hotel Latemar stehe ich vor der Wahl: über den Nigerpass ins
Eisacktal
oder die weitere Strecke über den
Karerpass zu den klassischen
Dolomitenpässen? Ich entscheide mich - da ich gut in der Zeit liege - für
zweiteres und setze meine Fahrt über den Karerpass ins
Fassatal fort.
Bei Canazei steht die nächste Entscheidung an: Sella oder
Pordoi? Wieder wähle ich die zweite Möglichkeit und
nehme die steilen Kehren zum Pordoijoch
unter die Räder. Auf der Passhöhe finde ich mich in Gesellschaft Dutzender
anderer Biker und setze die Fahrt nach einer kurzen Pause fort. In
Arabba biege ich links ab und erklimme die kurze Auffahrt zum Passo
di Campolongo, fahre ab nach Corvara und
gleich wieder nach links, auf das Grödner Joch.
Es bietet sich überall das gleiche Bild: Unmengen von Auto- und
Bustouristen bevölkern die Straßen und Pässe. Auch im Grödental
staut sich wie üblich der Verkehr, und erst als ich hinter St.
Ulrich die Straße über Lajen
nach Klausen nehme, stellt sich wieder
erhöhter Fahrspaß ein. Der Rest der Heimfahrt erfolgt bis zum
Brenner auf der Staatsstraße, dann auf der A13 bis
Innsbruck.
Resümee dieses Kurzurlaubs: eine gelungene Mischung aus Erholung und
Fahrspaß. Trotz des teilweise sehr starken Verkehrs ist es mir auf jeder
der drei Touren gelungen, neue, wenig befahrene Strecken zu erkunden. Und
das macht schließlich den Reiz aus!
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