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3 Tage Dolomiten und Friaul
Mit Garry
und Werner habe ich für dieses verlängerte Wochenende eine Tour in den Süden
vereinbart. Als vierter im Bunde gesellte sich auch noch Herbert, Werner's
Ex-Schwager, dazu.
Unsere Tour sollte tunlichst abseits der Massentourismusströme führen und
trotzdem ausreichend Fahrspaß bieten. Nach längerem Kartenstudium und
intensiver Internetrecherche schien mir Belluno das ideale Ziel dafür
zu sein.
Diese Stadt liegt in den südlichen Dolomiten und bietet sich für Ausfahrten in
noch nicht so überlaufene Gebiete förmlich an. Darüber hinaus hat Belluno
auch eine reizvolle historische Altstadt und eine gute Gastronomie zu bieten.
Völlig zu Unrecht fährt man auf dem Weg in den Urlaub meist achtlos an ihr
vorüber.
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Durch Salzburg und
Osttirol in die Dolomiten
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Kurz-Info:
Start:
Innsbruck, 09:00 Uhr
Strecke:
Wörgl - Going - Pass Thurn - Felbertauern - Lienz - Pustertaler Höhenstraße -
14:49 Sexten (Mittagessen) - Kreuzbergpass (1636m) - Pieve di Cadore - Passo Cibiana
(1530m) - Forno di Zoldo - Passo Duran (1601m) - Agordo
Ziel:
Belluno, 19:30 Uhr
Dauer:
10:30 Stunden
Tages-km:
410
Tachostand:
11745
Karte
Diashow
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Pünktlich um neun Uhr treffen wir uns an der Autobahnauffahrt Innsbruck-Ost
und besprechen kurz die Route, die uns möglichst stressfrei an unser Ziel
bringen soll.
Zuerst
geht's ostwärts bis Wörgl, dann in Richtung Sankt Johann.
Erwartungsgemäß herrscht reger Urlauberverkehr, aber wir kommen gut voran.
Beim Stanglwirt biegen wir rechts ein und fahren über Reith nach
Kitzbühel. Auch die Route über den Pass Thurn macht mächtig Spaß,
aber bei der Abfahrt nach Mittersill stehen wir wegen eines
Motorradunfalls längere Zeit im Stau. Bei einer ersten Kaffeepause an der
Passstraße erholen wir uns von diesem unangenehmen Ereignis. Durch den
Felbertauerntunnel gelangen wir nach Osttirol. Bei einer Tankstelle nahe
Matrei machen Herbert und ich Halt, da wir Garry und Werner aus dem
Rückspiegel verloren haben. Ein kurzes Telefonat klärt die Sache auf: Garry
hatte eine Reifenpanne und ist dabei, die Sache mittels Pannenspray zu
reparieren. Da die Sonne unbarmherzig vom Himmel strahlt, fahren wir weiter
und warten im Schatten eines Baumes am Ortseingang von Lienz auf
unsere Kollegen. Gleich hinter Lienz biegen wir nach rechts ab und
erklimmen die Pustertaler Höhenstraße, die hoch über dem Tal nach
Westen führt. Von hier heroben hat man einen grandiosen Ausblick auf die
Lienzer Dolomiten, und auch der Fahrspaß kommt nicht zu kurz. Bei
Abfaltersbach erreichen wir wieder den Talboden und fahren auf der
Bundesstraße die paar Kilometer bis zur italienischen Grenze.
Nach weiteren sechs Kilometern biegen wir bei Innichen nach links ab
und fahren bis Sexten, um im Gasthaus Löwen eine verspätete
Mittagsrast einzulegen. Dann geht's über den Kreuzberg nach San
Stefano di Cadore und weiter bis Pieve di Cadore. Dort biegen wir
nach rechts ab und gelangen nach acht Kilometern nach Venas, wo das
Sträßchen zum Passo Cibiana beginnt. Zuerst geht's einmal
bergab, dann durch dichten Wald wieder bergwärts. Auf der Passhöhe legen wir
eine Capuccinopause ein, ehe wir die Abfahrt nach Forno di Zoldo in
Angriff nehmen. Bei Villa im Valle di Zoldo gehts mitten im
Ort wieder links ab, diesmal aber gleich steil bergauf und auf einer sehr
harmonisch angelegten Straße durch das Dörfchen Chiesa hoch zum
Passo Duran. Hier reicht's nur mehr für eine Fotopause, denn wir wollen
weiter nach Agordo. Hier statten wir noch Andrea, eine Arbeitskollegin
Garry's, einen Besuch ab, die dort mit ihrem Mann ebenfalls ein verlängertes
Wochenende verbringt. Dann gehts auf der wundervoll zu fahrenden S203,
teilweise durch imposante Schluchten, nach Belluno.
Das Hotel Astor, in dem ich Zimmer reserviert habe, liegt zentral an
der Piazza dei Martiri, und wir werden auch gleich freundlich
empfangen. Nach dem Einchecken schlendern wir durch die Altstadt und finden
eine kleine, feine Trattoria, in der wir vorzüglich speisen. In der
Enoteca Mazzini, einer schrägen Bar, in der sich Jung und Alt treffen,
lassen wir diesen ereignisreichen Tag ausklingen.
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Abstecher ins Friaul
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Kurz-Info:
Start:
Belluno, 10:45 Uhr
Strecke:
Longarone - Passo di San Osvaldo (827m)- Lago di Barcis - Piancavallo - Caneva (14:33
Mittagessen) - Sarone - La Crosetta (1015m) - Vittorio Veneto - Tarzo (16:48
Kaffeepause) - Passo S. Boldo (706m)
Ziel:
Belluno, 17:30 Uhr
Dauer:
06:45 Stunden
Tages-km:
195
Tachostand:
11940
Karte
Diashow
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Nach dem Frühstück schlendern Garry und ich durch die Altstadt, schießen ein
paar Fotos von den historischen Gebäuden und lassen uns in einem Straßencafé
nieder, um bei einem Capuccino das rege Treiben an den Marktständen zu
beobachten. Hier stoßen auch Werner und Herbert zu uns, und gemeinsam wird
die Route für den heutigen Tag ausgeklügelt.
Wir
fahren 20km nach Norden und erreichen Longarone, von wo aus eine
steile, mit zahlreichen Kehren gespickte Straße zur Vajont-Staumauer
führt. Hier machen wir Halt und betrachten jenes schicksalsträchtige
Bauwerk, das im Jahr 1963 traurige Berühmtheit erlangte, als ein
gigantischer Erdrutsch den Stausee verschüttete, mehrere kleine Dörfer und
sogar die Stadt Longarone zerstörte
->Link. Am nördlichen Hang des
Vajont-Tals fahren wir weiter über den Passo di Osvaldo auf eine
fruchtbare Hochebene, ehe sich die Straße neben dem Fluss Cellina
durch ein romantisches Tal zum Lago di Barcis hinunterschlängelt. Den
See überqueren wir auf einer schmalen Hängebrücke, um dann in die Straße
nach Piancavallo einzubiegen. Die Auffahrt zu dem berühmten Skiort
gestaltet sich aufgrund des miserablen Straßenbelags sowie des einsetzenden
Nieselregens als wenig reizvoll, ebenso dessen Ambiente am Scheitelpunkt der
Straße. Trotzdem legen wir eine kurze Rauchpause ein und beschließen, im
nächstgelegenen Gasthaus einzukehren, um unseren Hunger zu stillen. Die
Abfahrt nach Aviano gestaltet sich auf der für den Skitourismus
großzügig ausgebauten Straße wesentlich angenehmer. Im Tal finden wir an der
Hauptstraße eine romantisch am Fluss gelegene Trattoria, in deren Gastgarten
wir uns Panini con Prosciutto schmecken lassen.
Ein paar Kilometer weiter wartet bei Sarone schon der nächste Pass
auf uns: La Crosetta, der Übergang nach Vittorio Veneto.
Obwohl diese Stadt durchaus sehenswert ist, treibt es uns weiter, denn wir
haben noch einiges vor. Kurz vor dem nördlichen Ortsende biegen wir links ab
und nehmen die Straße zum Lago di Revine, um in Tarzo, einige
Kilometer südlich des Sees, Halt zu machen. Nach einem Capuccino brechen wir
auf zur letzten Tagesetappe. Wir fahren über Soller nach Tovena
am Fuß des Passo di San Boldo. Dieser Pass hat einen ganz eigenen
Reiz, denn von seinen 18 Kehren verlaufen die letzten sechs in Tunnels und
sind von Ampeln geregelt. Von der Passhöhe geht es dann in vielen weiten
Kurven nach Belluno zurück.
Den Abend lassen wir wieder in der selben Trattoria wie gestern ausklingen.
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Heimfahrt mit
Hindernissen
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Kurz-Info:
Start:
Belluno, 10:00 Uhr
Strecke:
Longarone - Forno di Zoldo - Forcella Staulanza (1773m) - Selva di Cadore - Passo di
Giau - Arabba - Pso. di Campolongo - Untermoi - Würzjoch - Lüsener Tal -
Brixen
Ziel:
Innsbruck, 16:30 Uhr
Dauer:
06:30 Stunden
Tages-km:
284
Tachostand:
12224
Karte
Diashow
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Dass Werner und Herbert heute nach Hause fahren würden, war von Anfang an
klar. Nach dem Frühstück beschließen aber auch Garry und ich, aufgrund der
schlechten Wettervorhersagen ebenfalls schon heute abzureisen. Da die beiden
Kollegen schon früher als wir reisefertig sind, fahren sie voraus zum
Passo di Giau, wo wir uns wieder treffen wollen.
Garry
und ich nehmen zuerst den gleichen Weg wie gestern bis Longarone.
Dann biegen wir aber nach links ab ins Valle di Zoldo. Wieder vorbei
an einem Stausee führt die Straße in zügig zu fahrenden Kurven am Fluss
entlang hinauf nach Forno di Zoldo. Dunkle Wolken hängen über den
Bergen, als wir bei Villa die Auffahrt zur Forcella
Staulanza in Angriff nehmen. Auf der Passhöhe bleiben wir erst gar nicht
stehen, sondern fahren gleich weiter nach Selva di Cadore, zumal es
inzwischen leicht zu regnen begonnen hat. Die Auffahrt zum Passo di Giau
absolvieren wir wieder im Trockenen. Werner und Herbert erwarten uns bereits
am Rasthaus. Als wir nach Norden blicken, sehen wir eine gewaltige
Regenfront, die sich gerade über dem Gebiet entlädt, durch das wir
weiterfahren wollten. Etwas besser sieht es im Westen aus, und so
beschließen wir, umzukehren und über den Passo di Camplongo zu
fahren. Die Entscheidung erweist sich als richtig, denn schließlich kommen
wir trockenen Reifens nach Corvara und haben damit das Schlechtwetter
umgangen.
Auf trockener Straße geht's weiter durchs Gadertal bis St. Martin
in Thurn und dann auf's Würzjoch. Auf der Abfahrt durch das
idyllische Lüsener Tal verliere ich meine Kollegen aus dem
Rückspiegel und denke mir, sie werden wohl die Route über St. Andrä
genommen haben. Erst als ich schon in Mittewald bin, ruft mich Werner
von Brixen aus an und erklärt mir, dass er und Herbert eine
Kaffeepause eingelegt haben. Da ich keine Lust habe, noch einmal umzukehren,
verabschieden wir uns am Handy. Gleich darauf meldet sich Garry, der die
beiden ebenfalls verloren hat. Er schließt zu mir auf, und so bringen wir
noch die letzte Strecke über den Brenner gemeinsam hinter uns.
Und auch diesmal wieder: Als
ich das Gepäck abgeladen und das Motorrad in die Tiefgarage gestellt habe,
fängt es wie aus Kübeln an zu schütten - Willkommen zu Hause!!!
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