Belluno

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1. Tag: Innsbruck - Belluno 2. Tag: Ausflug ins Friaul 3. Tag: Heimreise über Staulanza, Campolongo, Würzjoch


3 Tage Dolomiten und Friaul

Mit Garry und Werner habe ich für dieses verlängerte Wochenende eine Tour in den Süden vereinbart. Als vierter im Bunde gesellte sich auch noch Herbert, Werner's Ex-Schwager, dazu.

Unsere Tour sollte tunlichst abseits der Massentourismusströme führen und trotzdem ausreichend Fahrspaß bieten. Nach längerem Kartenstudium und intensiver Internetrecherche schien mir Belluno das ideale Ziel dafür zu sein.

Diese Stadt liegt in den südlichen Dolomiten und bietet sich für Ausfahrten in noch nicht so überlaufene Gebiete förmlich an. Darüber hinaus hat Belluno auch eine reizvolle historische Altstadt und eine gute Gastronomie zu bieten.

Völlig zu Unrecht fährt man auf dem Weg in den Urlaub meist achtlos an ihr vorüber.


 

 

1. Tag: Donnerstag, 10. Juni 2004

Durch Salzburg und Osttirol in die Dolomiten


Kurz-Info
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Start: Innsbruck, 09:00 Uhr

Strecke: Wörgl - Going - Pass Thurn - Felbertauern - Lienz - Pustertaler Höhenstraße - 14:49 Sexten (Mittagessen) - Kreuzbergpass (1636m) - Pieve di Cadore - Passo Cibiana (1530m) - Forno di Zoldo - Passo Duran (1601m) - Agordo

Ziel: Belluno, 19:30 Uhr

Dauer: 10:30 Stunden

Tages-km: 410

Tachostand: 11745

Karte
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Pünktlich um neun Uhr treffen wir uns an der Autobahnauffahrt Innsbruck-Ost und besprechen kurz die Route, die uns möglichst stressfrei an unser Ziel bringen soll.
 
Zuerst geht's ostwärts bis Wörgl, dann in Richtung Sankt Johann. Erwartungsgemäß herrscht reger Urlauberverkehr, aber wir kommen gut voran. Beim Stanglwirt biegen wir rechts ein und fahren über Reith nach Kitzbühel. Auch die Route über den Pass Thurn macht mächtig Spaß, aber bei der Abfahrt nach Mittersill stehen wir wegen eines Motorradunfalls längere Zeit im Stau. Bei einer ersten Kaffeepause an der Passstraße erholen wir uns von diesem unangenehmen Ereignis. Durch den Felbertauerntunnel gelangen wir nach Osttirol. Bei einer Tankstelle nahe Matrei machen Herbert und ich Halt, da wir Garry und Werner aus dem Rückspiegel verloren haben. Ein kurzes Telefonat klärt die Sache auf: Garry hatte eine Reifenpanne und ist dabei, die Sache mittels Pannenspray zu reparieren. Da die Sonne unbarmherzig vom Himmel strahlt, fahren wir weiter und warten im Schatten eines Baumes am Ortseingang von Lienz auf unsere Kollegen. Gleich hinter Lienz biegen wir nach rechts ab und erklimmen die Pustertaler Höhenstraße, die hoch über dem Tal nach Westen führt. Von hier heroben hat man einen grandiosen Ausblick auf die Lienzer Dolomiten, und auch der Fahrspaß kommt nicht zu kurz. Bei Abfaltersbach erreichen wir wieder den Talboden und fahren auf der Bundesstraße die paar Kilometer bis zur italienischen Grenze.

Nach weiteren sechs Kilometern biegen wir bei Innichen nach links ab und fahren bis Sexten, um im Gasthaus Löwen eine verspätete Mittagsrast einzulegen. Dann geht's über den Kreuzberg nach San Stefano di Cadore und weiter bis Pieve di Cadore. Dort biegen wir nach rechts ab und gelangen nach acht Kilometern nach Venas, wo das Sträßchen zum Passo Cibiana beginnt. Zuerst geht's einmal bergab, dann durch dichten Wald wieder bergwärts. Auf der Passhöhe legen wir eine Capuccinopause ein, ehe wir die Abfahrt nach Forno di Zoldo in Angriff nehmen. Bei Villa im Valle di Zoldo gehts mitten im Ort wieder links ab, diesmal aber gleich steil bergauf und auf einer sehr harmonisch angelegten Straße durch das Dörfchen Chiesa hoch zum Passo Duran. Hier reicht's nur mehr für eine Fotopause, denn wir wollen weiter nach Agordo. Hier statten wir noch Andrea, eine Arbeitskollegin Garry's, einen Besuch ab, die dort mit ihrem Mann ebenfalls ein verlängertes Wochenende verbringt. Dann gehts auf der wundervoll zu fahrenden S203, teilweise durch imposante Schluchten, nach Belluno.

Das Hotel Astor, in dem ich Zimmer reserviert habe, liegt zentral an der Piazza dei Martiri, und wir werden auch gleich freundlich empfangen. Nach dem Einchecken schlendern wir durch die Altstadt und finden eine kleine, feine Trattoria, in der wir vorzüglich speisen. In der Enoteca Mazzini, einer schrägen Bar, in der sich Jung und Alt treffen, lassen wir diesen ereignisreichen Tag ausklingen.
 

2. Tag: Freitag, 11. Juni 2004

Abstecher ins Friaul


Kurz-Info
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Start: Belluno, 10:45 Uhr

Strecke: Longarone - Passo di San Osvaldo (827m)- Lago di Barcis - Piancavallo - Caneva (14:33 Mittagessen)  - Sarone - La Crosetta (1015m) - Vittorio Veneto - Tarzo (16:48 Kaffeepause) - Passo S. Boldo (706m)

Ziel: Belluno, 17:30 Uhr

Dauer: 06:45 Stunden

Tages-km: 195

Tachostand: 11940

Karte
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Nach dem Frühstück schlendern Garry und ich durch die Altstadt, schießen ein paar Fotos von den historischen Gebäuden und lassen uns in einem Straßencafé nieder, um bei einem Capuccino das rege Treiben an den Marktständen zu beobachten. Hier stoßen auch Werner und Herbert zu uns, und gemeinsam wird die Route für den heutigen Tag ausgeklügelt.

Wir fahren 20km nach Norden und erreichen Longarone, von wo aus eine steile, mit zahlreichen Kehren gespickte Straße zur Vajont-Staumauer führt. Hier machen wir Halt und betrachten jenes schicksalsträchtige Bauwerk, das im Jahr 1963 traurige Berühmtheit erlangte, als ein gigantischer Erdrutsch den Stausee verschüttete, mehrere kleine Dörfer und sogar die Stadt Longarone zerstörte ->Link. Am nördlichen Hang des Vajont-Tals fahren wir weiter über den Passo di Osvaldo auf eine fruchtbare Hochebene, ehe sich die Straße neben dem Fluss Cellina durch ein romantisches Tal zum Lago di Barcis hinunterschlängelt. Den See überqueren wir auf einer schmalen Hängebrücke, um dann in die Straße nach Piancavallo einzubiegen. Die Auffahrt zu dem berühmten Skiort gestaltet sich aufgrund des miserablen Straßenbelags sowie des einsetzenden Nieselregens als wenig reizvoll, ebenso dessen Ambiente am Scheitelpunkt der Straße. Trotzdem legen wir eine kurze Rauchpause ein und beschließen, im nächstgelegenen Gasthaus einzukehren, um unseren Hunger zu stillen. Die Abfahrt nach Aviano gestaltet sich auf der für den Skitourismus großzügig ausgebauten Straße wesentlich angenehmer. Im Tal finden wir an der Hauptstraße eine romantisch am Fluss gelegene Trattoria, in deren Gastgarten wir uns Panini con Prosciutto schmecken lassen.

Ein paar Kilometer weiter wartet bei Sarone schon der nächste Pass auf uns: La Crosetta, der Übergang nach Vittorio Veneto. Obwohl diese Stadt durchaus sehenswert ist, treibt es uns weiter, denn wir haben noch einiges vor. Kurz vor dem nördlichen Ortsende biegen wir links ab und nehmen die Straße zum Lago di Revine, um in Tarzo, einige Kilometer südlich des Sees, Halt zu machen. Nach einem Capuccino brechen wir auf zur letzten Tagesetappe. Wir fahren über Soller nach Tovena am Fuß des Passo di San Boldo. Dieser Pass hat einen ganz eigenen Reiz, denn von seinen 18 Kehren verlaufen die letzten sechs in Tunnels und sind von Ampeln geregelt. Von der Passhöhe geht es dann in vielen weiten Kurven nach Belluno zurück.

Den Abend lassen wir wieder in der selben Trattoria wie gestern ausklingen.
 

3. Tag: Samstag, 12. Juni 2004

Heimfahrt mit Hindernissen


Kurz-Info
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Start: Belluno, 10:00 Uhr

Strecke: Longarone - Forno di Zoldo - Forcella Staulanza (1773m) - Selva di Cadore - Passo di Giau - Arabba - Pso. di Campolongo - Untermoi - Würzjoch - Lüsener Tal - Brixen

Ziel: Innsbruck, 16:30 Uhr

Dauer: 06:30 Stunden

Tages-km: 284

Tachostand: 12224

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Dass Werner und Herbert heute nach Hause fahren würden, war von Anfang an klar. Nach dem Frühstück beschließen aber auch Garry und ich, aufgrund der schlechten Wettervorhersagen ebenfalls schon heute abzureisen. Da die beiden Kollegen schon früher als wir reisefertig sind, fahren sie voraus zum Passo di Giau, wo wir uns wieder treffen wollen.

Garry und ich nehmen zuerst den gleichen Weg wie gestern bis Longarone. Dann biegen wir aber nach links ab ins Valle di Zoldo. Wieder vorbei an einem Stausee führt die Straße in zügig zu fahrenden Kurven am Fluss entlang hinauf nach Forno di Zoldo. Dunkle Wolken hängen über den Bergen, als wir bei Villa die Auffahrt  zur Forcella Staulanza in Angriff nehmen. Auf der Passhöhe bleiben wir erst gar nicht stehen, sondern fahren gleich weiter nach Selva di Cadore, zumal es inzwischen leicht zu regnen begonnen hat. Die Auffahrt zum Passo di Giau absolvieren wir wieder im Trockenen. Werner und Herbert erwarten uns bereits am Rasthaus. Als wir nach Norden blicken, sehen wir eine gewaltige Regenfront, die sich gerade über dem Gebiet entlädt, durch das wir weiterfahren wollten. Etwas besser sieht es im Westen aus, und so beschließen wir, umzukehren und über den Passo di Camplongo zu fahren. Die Entscheidung erweist sich als richtig, denn schließlich kommen wir trockenen Reifens nach Corvara und haben damit das Schlechtwetter umgangen.

Auf trockener Straße geht's weiter durchs Gadertal bis St. Martin in Thurn und dann auf's Würzjoch. Auf der Abfahrt durch das idyllische Lüsener Tal verliere ich meine Kollegen aus dem Rückspiegel und denke mir, sie werden wohl die Route über St. Andrä genommen haben. Erst als ich schon in Mittewald bin, ruft mich Werner von Brixen aus an und erklärt mir, dass er und Herbert eine Kaffeepause eingelegt haben. Da ich keine Lust habe, noch einmal umzukehren, verabschieden wir uns am Handy. Gleich darauf meldet sich Garry, der die beiden ebenfalls verloren hat. Er schließt zu mir auf, und so bringen wir noch die letzte Strecke über den Brenner gemeinsam hinter uns.

Und auch diesmal wieder: Als ich das Gepäck abgeladen und das Motorrad in die Tiefgarage gestellt habe, fängt es wie aus Kübeln an zu schütten - Willkommen zu Hause!!!
 

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© josef möltner, aktualisiert am Dienstag, 09. Oktober 2007