Sardinien

alptours.at

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Tag 1: Innsbruck - Volta Mantovana

Tag 2: Volta Mantovana - Livorno

Tag 3: Olbia - Alghero

Tag 4: Alghero - Tempio Pausania

Tag 5: Tempio Pausania - Nuoro

Tag 6: Nuoro - Iglesias

Tag 7: Iglesias - San Antioco - Cagliari

Tag 8: Iglesias - Su Nuraxi - Nebida

Tag 9: Iglesias - Arbatax

Tag 10: Arbatax - Ruhetag

Tag 11: Arbatax - Nuoro - Fonni

Tag 12: Arbatax - Talana

Tag 13: Arbatax - Golfo Aranci - Montecatini

Tag 14: Montecatini - Asiago

Tag 15: Asiago - Innsbruck

3. Tag: Olbia - Alghero 4. Tag: Alghero - Tempio Pausania 5. Tag: Tempio Pausania - Nuoro 6. Tag: Nuoro - Iglesian 7. Tag: Iglesias - Cagliari - Iglesias 8. Tag: Iglesias - Su Nuraxi - Nebida - Iglesias 9. Tag: Iglesias - Arbatax 10. Tag: "Wandertag" in Arbatax 11. Tag: Arbatax - Gennargentu - Nuoro - Arbatax 12. Tag: Arbatax - Talana - Arbatax 13. Tag: Arbatax - Golfo Aranci - Livorno - Montecatini
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Unser erster gemeinsamer Motorradurlaub

Bereits im Herbst des Vorjahres stand fest: 2004 soll's nach Sardinien gehen. Die Aufregung im Vorfeld war vor allem auf Hanne's Seite nicht unbeträchtlich, denn die Frage: "Wie soll ich das Gepäck für zwei Wochen in ein Topcase kriegen???" hat ihr so manche schlaflose Nacht bereitet.

Die Nachtfähre von Livorno nach Olbia buchten wir bereits im Januar, um auch bestimmt eine Kabine zu ergattern, und auch auf eine Route zu den interessantesten Flecken der Insel konnten wir uns nach ausgiebigen Recherchen schließlich einigen. Alles andere sollte sich vor Ort ergeben.

Um Hanne nicht zu überfordern, hatte ich genügend Rasttage eingeplant und war so inklusive An- und Rückfahrt auf eine Strecke von ungefähr 2.500 km gekommen. Doch - wie so oft - kam alles ein bisschen anders als geplant, und so legten wir schlussendlich in 15 Tagen (mit nur einem Rasttag!!!) 3.728 km zurück.

Doch alles der Reihe nach:

 

1. Tag: Samstag, 08. Mai 2004

Anreise mit Hindernissen


Kurz-Info
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Start: Innsbruck, 9:45 Uhr

Strecke: Innsbruck - Rovereto - Mori - Monte Baldo - Ala - Peschiera

Ziel: Volta Mantovana, 17:00 Uhr

Dauer: 7:15 Stunden

Tages-km: 327

Tachostand: 7330
 

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Bei angenehmen Temperaturen nehmen wir die erste Etappe unserer Urlaubsreise in Angriff.

Es geht erstmal auf der Autobahn bis Rovereto und dann weiter bis Mori. Hier beginnt die Auffahrt zum Monte Baldo. Die erst hinter dem letzten Ort angebrachte Tafel "Wintersperre von November bis Mai" übersehe ich geflissentlich, schließlich hat das in Italien ja nicht viel zu bedeuten... Doch hinter dem ersten Tunnel erwartet uns eine unangenehme Überraschung: Schneefahrbahn!!! Hanne steigt ab und geht lieber zu Fuß weiter. Nachdem ich die paar Hundert Meter ohne Probleme hinter mich gebracht und wieder schneefreien Asphalt unter den Rädern habe, steigt sie wieder auf. Doch schon bald stehen wir wieder vor der selben Situation: lediglich die vom Hüttenwirt hinterlassenen Reifenspuren bilden zwei schmale Fahrstreifen und schon nach ein paar Metern passiert es: das Vorderrad rutscht weg und wir liegen im Schnee. Nachdem wir uns vom ersten Schock erholt haben, stemmen wir mit vereinten Kräften die Maschine auf den Seitenständer und begutachten den entstandenen Schaden: ein zersplitterter Zylinderschutz, ein paar Schleifspuren und ein verbogener Rückspiegel, sonst ist - Gottlob - alles heil, vor allem wir selbst! Vier deutsche Biker kommen uns noch zu Hilfe, und nach einem gemeinsamen Capuccino im nahe gelegenen Rifugio treten wir die Rückfahrt an, da ab hier absolut nichts mehr weitergeht. Hanne legt die Schneestrecke diesmal lieber zu Fuß zurück, und ich gelange mit schlotternden Knien ohne Probleme so weit, bis ich wieder trockenen Asphalt unter den Rädern habe.

Um eine unangenehme Erfahrung reicher fahren wir hinunter nach Ala, gönnen uns in Peschiera ein ausgiebiges Mittagessen und genießen schließlich die letzten Kilometer auf dem herrlichen Sträßchen bis Volta Mantovana. Hier checken wir im Hotel "Buca di Bacco" ein, spazieren durch den Ort und beschließen diesen aufregenden Tag bei einem köstlichen Abendessen in der "Trattoria Due Spade".
 

 

2. Tag: Sonntag, 09. Mai 2004

Über den Abetone nach Livorno


Kurz-Info
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Start: Volta Mantovana, 9:00 Uhr

Strecke: Mantua - Modena - Pavullo - Pievepelago - Abetone - Bagni di Lucca - Lucca

Ziel: Livorno, 16:30 Uhr

Dauer: 7:30 Stunden

Tages-km: 346

Tachostand: 7676
 

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Nach einer angenehmen Nachtruhe verlassen wir Volta Mantovana und fahren erst auf Landstraßen bis Mantua, dann auf der Autobahn weiter bis Modena-Süd, um den Apennin zu überqueren.

Auf verlassenen Seitensträßchen geht's nach Pavullo, dann bei wenig Verkehr und nach einer kurzen Rast in Pievepelago hoch zum Passo di Abetone, den ich vom Vorjahr in bester Erinnerung habe. Doch hier wird es merklich kühler, die Passhöhe präsentiert sich so unwirtlich, dass wir ohne anzuhalten die Abfahrt nach Lucca in Angriff nehmen. Der Schnee neben der Passstraße hat in Hanne unangenehme Erinnerungen an den Monte Baldo geweckt, und so fahre ich auf der von Schmelzwasser bedeckten Fahrbahn langsam hinter einem Wohnmobil talwärts. Inzwischen hat es auch noch zu regnen begonnen, und so schlüpfen wir nach einer kleinen Aufwärmrast bei Bagni di Lucca in unsere Regenkombis, was uns die nächsten Kilometer über Lucca nach Pisa wesentlich angenehmer ertragen lässt. Hier hat es auch wieder aufgehört zu regnen, wir entledigen uns der Überzieher und legen die letzte Strecke bis Livorno im Trockenen, aber bei sehr unangenehm starkem Seitenwind zurück.

Da unsere Fähre erst um 22:00 Uhr ablegen wird, sind wir die ersten Passagiere im Hafen und haben noch jede Menge Zeit, uns aufzuwärmen und im Self-Service-Restaurant noch ein wenig zu stärken.

Um 20:00 gehen wir an Bord der Moby-Freedom und beziehen unsere Innenkabine auf Deck 7 (von 9!) dieses gigantischen Fährschiffes. Wir schlendern noch durch die diversen Einrichtungen der Fähre, schießen ein paar Fotos auf Deck, nehmen einen Schlummertrunk an der Bar und legen uns schließlich müde und glücklich, unserem Urlaubsziel so nahe zu sein, in unsere komfortablen Kojen.
 

3. Tag: Montag, 10. Mai 2004

An der Nordküste nach Westen


Kurz-Info
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Start: Olbia, 6:30 Uhr

Strecke: Olbia - Golfo Aranci - Porto Cervo - Arzachena - Palau - Capo Testa - Costa Paradiso - Castelsardo - Porto Torres

Ziel: Alghero, 16:30 Uhr

Dauer: 10:00 Stunden

Tages-km: 330

Tachostand: 8006
 

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Pünktlich um sechs Uhr legen wir in Olbia an. Das Von-Bord-Gehen ist immer wieder eine faszinierende Prozedur, geht aber überraschend problemlos vor sich. Dann liegt sie vor uns, die Insel, die wir in den kommenden zwei Wochen gründlich "erfahren" wollen.

Wie geplant wenden wir uns erst nach Norden und fahren auf menschenleeren Straßen (es ist ja schließlich noch früh am Morgen) der Küste entlang nach Golfo Aranci, wo wir eine Bar finden, die bereits geöffnet hat. Zwei Capuccini und Croissants beleben unsere Geister, und schon geht's weiter über Porto Cervo (weitere Kaffeepause), Arzachena und Palau zum Capo Testa. Hier nehmen wir uns ausgiebig Zeit, um die bizarren Felsformationen und die herrliche Aussicht rund um den alten Leuchtturm zu genießen. Auf der Weiterfahrt in Richtung Westen wechseln sich kurvige Küstenstraßen mit langen Geraden durch das Landesinnere ab und lassen erahnen, was uns in den nächsten Tagen erwartet: verkehrsarme Straßen in fast durchwegs hervorragendem Zustand.

Nach einem weiteren Stopp in dem herrlichen Badeörtchen Costa Paradiso fahren wir weiter bis Porto Torres, wo wir den notwendigen  Tankstopp zu einer Mittagsrast auf der Terrasse einer Strandbar nützen. Doch hier bläst ein sehr rauer Wind, und so beschließen wir bald, nach Alghero, unserem heutigen Tagesziel, weiterzufahren.

Nach einigen anstrengenden Runden durch die Innenstadt finden wir endlich ein Hotel etwas außerhalb und nehmen auch gleich ein Zimmer. Der abendliche Spaziergang ins Stadtzentrum erweist sich als Gewaltmarsch, aber das ausgezeichnete Abendessen im "Ristorante Ninetto" belohnt uns für die Mühen dieses langen Tages.
 

4. Tag: Dienstag, 11. Mai 2004

Von der Küste in die Berge


Kurz-Info
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Start: Alghero, 10:00 Uhr

Strecke: Alghero - Ittiri - Thies - San Pietro di Sorres - Mores - Ozieri - Chiaramonti - Martis - Perfugas

Ziel: Tempio Pausania, 15:45 Uhr

Dauer: 5:45 Stunden

Tages-km: 197

Tachostand: 8203
 

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Für heute wäre eigentlich der erste Rasttag geplant gewesen. Doch nachdem wir die Altstadt von Alghero bereits gestern besichtigt haben, und unser Hotel auch nicht gerade zum Verweilen einlädt, treibt es uns weiter.

Wir fahren zuerst ein Stück in Richtung Sassari, halten uns dann aber nach rechts, um auf einer herrlich einsamen Landstraße, vorbei am Lago Cuga nach Ittiri zu fahren. Die einzigen "Verkehrsteilnehmer" außer uns sind Schafherden, die bei unserem Näherkommen bereitwillig Platz machen. Gemütlich cruisen wir bis Thies, einem verschlafenen Dörfchen, in dem wir unseren ersten Capuccino genießen. Dann geht's über Borutta auf einer steilen Straße mit mehreren Kehren hoch zur Wallfahrtskirche San Pietro di Sorres, die majestätisch auf einer Hochebene liegt. Wir nehmen uns ausgiebig Zeit für eine Rast und die Besichtigung der Kirche, zumal es inzwischen auch recht heiß geworden ist. Dann geht es auf einer Art Schnellstraße über Mores weiter bis Ozieri. Hier biegen wir ab auf die S132, die erst schnurgerade nach Norden führt und nach etwa 20 km in sanften Kurven nach Chiaramonti ansteigt. Mangels Alternative kaufen wir uns in einem Laden Panini und Bananen, die dann im Schatten einer Palme auf dem ausgestorbenen Kirchplatz vertilgt werden. Derart gestärkt treten wir die letzten 40 km über Perfugas nach Tempio Pausania an, Hauptstadt der Gallura und unser heutiges Tagesziel. Das "Petit Hotel", eine Empfehlung aus dem "Vis-a-Vis"-Reiseführer, erweist sich als eine sehr gute Adresse. Wir werden freundlich empfangen, und auch die BMW findet in der hoteleigenen Garage ein feines Plätzchen. Das Zimmer im 3. Stock ist sehr gut ausgestattet und bietet einen herrlichen Rundblick über die Stadt auf die Berge im Westen.

Später bummeln wir durch die Stadt, besichtigen die Kathedrale und das Oratorio del Rosario und finden schließlich die "Trattoria La Gallurese", in der wir Herzhaftes aus der regionalen Küche bestellen.
 

5. Tag: Mittwoch, 12. Mai 2004

Entlang der Ostküste nach Nuoro


Kurz-Info
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Start: Tempio Pausania, 10:45 Uhr

Strecke: Calangianus - Telti - Olbia - San Teodoro - La Caletta - Orosei - Dorgali

Ziel: Nuoro, 17:00 Uhr

Dauer: 6:15 Stunden

Tages-km: 213

Tachostand: 8416
 

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Ein Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes: dicke Wolken hängen ringsum in den Bergen und ein kalter Wind bläst. Deshalb beschließen wir, so schnell wir möglich in den Süden vorzudringen.

Das heißt, wir müssen zuerst an die Ostküste. Die Straße über Calangianus nach Telti wäre an schönen Tagen bestimmt ein Leckerbissen für jeden Motorradfahrer. Heute jedoch trüben hier Nebel und feiner Sprühregen die Freude am Fahren erheblich, und so sind wir froh, bei Olbia endlich wieder in sonnigere Gefilde zu kommen. In einer Bar am Rand der S125 stärken wir uns und fahren dann bei teils heftigem Wind der Küste entlang in Richtung Süden. Dunkle Wolken vor uns lassen Schlimmes erahnen, doch wir fahren unbeirrt weiter bis Dorgali, wo die nächste Rast fällig wird. Während wir uns in einer Bar Capuccino und Panini schmecken lassen, fängt es stark zu regnen an, und so verzichten wir darauf, heute noch über die Berge nach Arbatax zu fahren. Nachdem der Regen etwas nachgelassen hat, entdecken wir im Landesinneren ein Sonnenfenster in der Wolkendecke, dem wir folgen wollen. Es liegt über Nuoro, der etwa 30 km entfernten Hauptstadt der Provinz Barbagia.

Nach mehreren turbulenten Runden im Verkehrsgewühl der Stadt finden wir - nicht ohne Schwierigkeiten - ein Zimmer im "Hotel Sandalia", das auf einem Hügel etwas außerhalb liegt. Die große Enttäuschung stellt sich jedoch ein, als wir mit dem Linienbus in die Stadt fahren und vergeblich nach einem Restaurant fürs Abendessen suchen - und das in einer Provinzhauptstadt! Ziemlich sauer fahren wir wieder zurück. Gott sei Dank hat das "Ristorante Jessica" gleich neben dem Hotel inzwischen geöffnet, und so kommen wir doch noch zu einem ansprechenden Nachtmahl.
Lektion 1 in Sachen sardischer Gastronomie: Restaurants öffnen nicht vor 20 Uhr!
 

6. Tag: Donnerstag, 13. Mai 2004

Ab in den Süden!


Kurz-Info
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Start: Nuoro, 10:30 Uhr

Strecke: Oristano - Santa Giusta - Terralba - Guspini - Arbus - Passo Bidderdi - Fluminimaggiore - Arcu Genna Bogai

Ziel: Iglesias, 15:30 Uhr

Dauer: 5:00 Stunden

Tages-km: 206

Tachostand: 8622
 

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Obwohl wir auch hier für zwei bis drei Nächte bleiben wollten, zieht es uns am Morgen wieder weiter, zumal schon wieder dunkle Wolken die Aussicht trüben.

Auf der S131, der Hauptverbindung zwischen Olbia und Cagliari, verlassen wir diese trostlose Stadt in Richtung Südwesten. Auf der sehr gut ausgebauten Straße kommen wir bei sehr wenig Verkehr rasch vorwärts, geraten in ein paar kurze Regenschauer und erreichen bald Oristano, die wichtigste Stadt Westsardiniens. Hier ist es wieder sehr windig, aber zumindest scheint die Sonne. Nach einem Spaziergang durch die sehr gepflegte Altstadt und  der obligaten Capuccinopause fahren wir vorbei an fischreichen Teichen ein paar Kilometer südwärts, um die sehenswerte Kirche Santa Giusta im gleichnamigen Ort zu besuchen.
Es folgt eine eher eintönige Fahrt auf schnurgeraden Straßen, die uns nach Guspini führt, wo erst mal getankt und gerastet wird. Ein Blick auf die Land Karte macht mir die Entscheidung leicht, wohin die Weiterreise gehen soll: eine durchgehend grün eingezeichnete Kurvenstrecke führt von hier nach Iglesias. Eine willkommene Abwechslung zu den bisher so langweiligen Überlandstrecken! Danach wollen wir weiter sehen...
Mitten in Guspini biegen wir rechts ab, und dann geht's auch schon richtig los: in tollen Kurven schlängelt sich die Straße zuerst nach Arbus, dann über den Passo Bidderdi (492m) nach Fluminimaggiore und über einen weiteren Pass, den Arco Genna Bogai (549m), um dann in schönen Bögen nach Iglesias abzufallen.

Auf der Piazza Sella parken wir das Motorrad, setzen uns in die Nachmittagssonne, sehen dem munteren Treiben rund um uns herum zu - und beschließen kurzerhand, für die nächsten drei Tage hier Quartier zu nehmen.
 

7. Tag: Freitag, 14. Mai 2004

Ausflug in die Hauptstadt


Kurz-Info
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Start: Iglesias, 10:15 Uhr

Strecke: Carbonia - San Antioco - Calasetta - Palmas - Santa Anna Arresi - Costa del Sud - Pula - Cagliari

Ziel: Iglesias, 18:00 Uhr

Dauer: 7:45 Stunden

Tages-km: 272

Tachostand: 8894
 

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Das "Hotel ARTU" war ein echter Glücksgriff! Anstatt eines Zimmers wurde uns ein ganzes Appartement in der erst ein Jahr alten Dependence zugewiesen, und das zum Preis von nur € 75,--. Hier lässt es sich aushalten!

Beim Frühstück beschließen wir, die Hauptstadt Sardiniens, Cagliari, zu besuchen. Dazu verlassen wir Iglesias aber erstmal in Richtung Süden, um über Carbonia nach San Antioco zu fahren, einer Insel im Südwesten, die durch einen Damm mit "Festland-Sardinien" verbunden ist. Im Norden dieser Insel fahren wir Calasetta an, ein nettes kleines Fischerdorf, in dem wir einen Capuccino trinken. Dann geht's über den Damm zurück und ein Stück durchs Landesinnere weiter südwärts zur Costa del Sud. Hier führt eine traumhafte Küstenstraße vorbei an azurblauen Buchten und alten Leuchttürmen, ehe der Blick aufs Meer von dichten Pinienwäldern verstellt wird, in denen Campingplätze auf ihre Besucher warten. Ab Pula wird die Straße zur Schnellstraße und kurz vor Cagliari schließlich zur Autobahn, die mitten ins Stadtzentrum führt. Mangels Ortskenntnis lasse ich mich vom Verkehrsstrom mitreißen und gelange so zur Piazza Yenne oberhalb des Hafens, wo gemütliche Straßencafes zum Verweilen einladen. Das Motorrad wird abgestellt, eine Kaffeepause eingelegt, dann geht's bergwärts, denn das Castello mit seiner Aussichtsterrasse will erklommen werden. Von der Bastione San Remy hat man einen phantastischen Ausblick auf die Stadt, das Hinterland und den Hafen. Nach dem Abstieg gönnen wir uns noch ein Aqua Naturale, ehe es auf der S130 recht rasch zurück geht nach Iglesias.

Am Abend speisen wir wieder ausgezeichnet im "Ristorante Gazebo Medioevale", das wir schon gestern in einer Seitengasse entdeckt haben.
 

8. Tag: Samstag, 15. Mai 2004

Besuch bei den Nuraghern


Kurz-Info
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Start: Iglesias, 10:30 Uhr

Strecke: Guspini - San Gavino - Sanluri - Barumini/Su Nuraxi - Vallermosa - Domusnovas - Iglesias - Nebida

Ziel: Iglesias, 18:00 Uhr

Dauer: 7:30 Stunden

Tages-km: 216

Tachostand: 9110
 

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Heute wollen wir eintauchen in Sardiniens Geschichte und Su Nuraxi, die bedeutendste der über 7000 Nuraghen besichtigen.

Wir verlassen Iglesias in nördlicher Richtung und fahren auf dem selben Weg, auf dem wir vorgestern gekommen sind, erstmal nach Guspini. Es ist Samstag, und in der Bar, in der wir unseren ersten Capuccino nehmen, haben sich einige Einheimische zum Frühschoppen eingefunden. Amüsiert verfolgen wir die lautstarken Diskussionen, ohne auch nur ein Wort zu verstehen. Dann fahren wir auf der schnurgeraden S197 über San Gavino nach Sanluri, wenden uns nordwärts und gelangen nach ca. 20 Kilometern nach Barumini. Etwas außerhalb des Ortes finden wir in einer sehr gepflegten Anlage auch gleich die Nuraghe und erfahren, dass sie nur mit Führer besichtigt werden kann. Da die nächste Führung erst um 14:00 Uhr beginnt, haben wir noch Zeit, die mitgebrachte Jause in dem Wartehäuschen an der Kassa, dem einzigen Schattenspender weit und breit, zu vertilgen. In einer wegen der großen Hitze recht anstrengenden Führung erfahren wir dann viel Interessantes über die Kultur der Nuragher.

Nach so viel Kultur in praller Sonne sind wir schließlich froh, uns auf der Rückfahrt über Vallermosa wieder den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. Bei Domusnovas fahren wir auf die S130 auf, lassen Iglesias hinter uns und biegen etwa 10km weiter südlich nach rechts ab. Auf der phantastischen Straße entlang der Costa di Masua legen wir weitere 11km zurück und halten dann in Nebida. Vom Parkplatz am Ortseingang führt ein reizvoll angelegter Panoramaweg hoch über dem Meer rund um einen Hügel. Hier hat man einen herrlichen Ausblick auf die vorgelagerten Inseln und kann auch einige Industrieruinen aus den glorreichen Bergbauzeiten dieser Region bestaunen. An das leibliche Wohl ist ebenfalls gedacht: der Weg führt sozusagen mitten durch eine Bar. Hier genießen wir noch eine Erfrischung in der Abendsonne, ehe wir zurück nach Iglesias fahren.

Am Abend spazieren wir zum Dom und speisen im "Ristorante Villa della Chiesa".
 

9. Tag: Sonntag, 16. Mai 2004

Und jetzt an den Strand!


Kurz-Info
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Start: Iglesias, 10:30 Uhr

Strecke: Cagliari - Quartu Santa Elena - Villasimius -Costa Rei - Muravera - Bari Sardo - Tortoli

Ziel: Arbatax, 17:30 Uhr

Dauer: 7:00 Stunden

Tages-km: 263

Tachostand: 9373
 

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Heute wollen wir unseren Standort an die Ostküste verlegen, um einerseits von Arbatax aus die Berge zu erkunden und andererseits ein bisschen am Strand zu faulenzen.

Auf der S130 fahren wir nach Cagliari und dann weiter im sonntäglichen Ausflugsverkehr in Richtung Capo Carbonara. Je weiter wir nach Süden kommen, umso mehr lichtet sich der Verkehr, und hinter Torre Cala Regina sind wir fast wieder alleine auf der herrlichen Küstenstraße. Bei Villlasimius geht's ein Stück durchs Landesinnere, bis wir bei Casa della Marina die Costa Rei erreichen. Unser Mittagessen nehmen wir in einer Strandbar am Capo Ferrato. Bei San Priamo fahren wir auf die S125 auf, die parallel zur Küste bis Olbia führt. Den nächsten Stopp legen wir in Bari Sardo ein, um dann die letzten paar Kilometer bis Tortoli hinter uns zu bringen. Wir folgen dem Schild nach Arbatax und finden schließlich den Ferienclub "Villagio Saraceno", eine Adresse, die Hanne aus einem Sardinien-Reiseprospekt ausgesucht hat.

Unter dem Flugdach neben den Tennisplätzen stehen bereits mehrere Motorräder - da passt unsere GS gut dazu! Wir sehen uns die Anlage an und sind bald entschlossen, die restlichen Tage bis zu unserer Heimreise hier zu verbringen. In der Rezeption spricht man deutsch und ist sehr entgegenkommend. Wir erhalten ein Zimmer mit Meerblick und Halbpension, obwohl normalerweise nur Vollpension üblich ist.

Nachdem wir unsere Unterkunft bezogen und die Clubanlage inspiziert haben, spazieren wir noch in die nächste Bucht und lassen dann den Abend mit einem guten Essen vom Buffet und einem Schlummertrunk bei Live-Musik ausklingen.
 

10. Tag: Montag, 17. Mai 2004

Der erste Ruhetag Wandertag


Kurz-Info
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Start: Arbatax, 0:00 Uhr

Strecke: Arbatax - Ruhetag

Ziel: Arbatax, 0:00 Uhr

Dauer: 0:00 Stunden

Tages-km: 0

Tachostand: 9373
 

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Wir haben beschlossen, das Motorrad heute stehen zu lassen.
Schließlich sind wir neun Tage durchgefahren und haben bis jetzt schon 2370 km zurückgelegt.


Wir nehmen also die Badetasche und begeben uns zum Swimmingpool. Dort bläst jedoch ein derart starker Wind, dass wir unsere Badekleidung erst gar nicht auspacken. Wir müssen uns also ein Alternativprogramm ausdenken! Nach kurzem Überlegen schließen wir uns einer Gruppe anderer Clubgäste an und wandern in das Zentrum von Arbatax. Dort trinken wir am Hafen einen Capuccino und folgen dem Hinweisschild "Rocce Rosse", das uns auf die roten Felsen vor der Hafeneinfahrt hinweist. Wir machen ein paar Fotos mit der rauen See als Hintergrund, plauschen mit ein paar Bikern aus der Schweiz und schlendern wieder zurück ins Zentrum, von wo aus wir den Aussichtspunkt "Bella Vista" mit seinem Leuchtturm erklimmen. Der Aufstieg erweist sich als sehr schweißtreibend, wir werden jedoch mit einer tollen Aussicht belohnt.

Auf dem Rückweg ins Hotel kaufen wir uns noch Wurst, Käse, Brot und Mineralwasser als Stärkung für die nächsten Touren. Den Rest des Tages verbummeln wir im Club, wo außer uns noch etwa 20 weitere Tiroler Quartier genommen haben, die von hier aus Fahrradtouren unternehmen.
 

11. Tag: Dienstag, 18. Mai 2004

Durch den Gennargentu-Nationalpark


Kurz-Info
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Start: Arbatax, 11:00 Uhr

Strecke: Tortoli - Lotzorai - Baunei - Genna Arramene - Genna Coggina - Genna Sarbene (764m) - Genna Cruxi (906m) - Genna Silana (1017m) - Dorgali (11:59 Kaffeepause) -
Oliena - Nuoro (Monte Ortobene) - Mamoiada - Fonni - Sorgono - Atzara - Belvi - Aritzo - Gadoni - Seui - Ussassai - Gairo - Cardedu - Bari Sardo - Tortoli

Ziel: Arbatax, 19:30 Uhr

Dauer: 8:30 Stunden

Tages-km: 350

Tachostand: 9723
 

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Auch heute wieder das selbe Bild: die Sonne scheint, aber ein kalter Wind weht aus dem Landesinneren an die Küste. Kein Grund also, das Motorrad einen weiteren Tag stehen zu lassen, wir fahren in die Berge!

Kurz hinter Lotzorai steigt die S125 in zügig zu fahrenden Kurven über Bonai bis zum ersten Pass, der Genna Sarbene. Hier halten wir an und genießen den imposanten Blick auf die umliegenden Gipfel. Durch Lawinengalerien geht's weiter zu den nächsten Pässen, der Genna Cruxi und Genna Silana, dem höchsten Pass der Orientale Sarda. 20km später erreichen wir Dorgali, wo wir die erste Capuccino-Pause einlegen. Anschließend überqueren wir den Lago del Cedrino und gelangen über Oliena nach Nuoro. Vom selben Platz aus, an dem wir bereits vor einigen Tagen Halt gemacht haben, beginnen wir die Auffahrt zum Monte Ortobene. Rund um den Berg  windet sich die Straße mit reizvollen Kurven und Aussichtspunkten bis zu seinem höchsten Punkt auf  955m. In einer schattigen Parkanlage machen wir Rast und verzehren genussvoll unsere mitgebrachte Jause. Nach der Abfahrt nach Nuoro gelingt es uns aufgrund der fulminanten Beschilderung erst mit einigen Schwierigkeiten, die Stadt in Richtung Süden zu verlassen. Nix als Ärger in Nuoro!

Auf der S389 geht's dann bis Mamoiada und über eine phantastische Straße nach Fonni, wo getankt wird. Etwas weiter westlich erreichen wir den idyllisch gelegenen Lago di Gusana, machen ein paar Fotos und finden uns hinter Tiana auf einer Bergstraße wieder, die über Sorgono nach Atzara führt. Auf einem schmalen Sträßchen hoch über dem Iscra-Tal geht's weiter nach Belvi. Bei Aritzo wird die Straße wieder breiter und schlängelt sich über einsame Hochebenen, in tiefe Täler und auf der anderen Seite wieder hoch zum nächsten Ort. Wie Adlerhorste sind hier, im Herzen des Gennargentu-Nationalparks, die Dörfer an die Bergkanten gebaut. Teilstrecken, die auf der  Karte harmlos aussehen, entpuppen sich in der Realität als schweißtreibende Berg- und Talfahrten. Wenn man glaubt, hinter der nächsten Bergkuppe das Meer sehen zu können, kommt lediglich die nächste Bergkette zum Vorschein. Die Landschaft ist allerdings atemberaubend schön.

Wir passieren die Orte Gadoni, Seulo, Seui und Ussassai, ehe ich bei Gairo ein unscheinbares Straßenschild nach Cardedu fast übersehe. Wir folgen dem Wegweiser und gelangen so auf einem sanft abfallenden Sträßchen etwas südlich von Bari Sardo auf die S125. Nach so vielen Bergkilometern genießen wir nun die letzten 30km entlang der Küste bis Arbatax.
 

12. Tag: Mittwoch, 19. Mai 2004

Ins Hinterland von Tortoli


Kurz-Info
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Start: Arbatax, 10:45 Uhr

Strecke: Tortoli - Lotzorai - Talana - Passo Bucca e Tomanu (1070m) - Villanova Strisaili - Lanusei - Ilbono - Tortoli

Ziel: Arbatax, 14:45 Uhr

Dauer: 4:00 Stunden

Tages-km: 112

Tachostand: 9835
 

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Die gestrige Gewaltstour hat uns ziemlich ermüdet, also wollen wir es heute etwas ruhiger angehen und eine kleine Runde ins Hinterland von Tortoli unternehmen.

Wir starten wieder in Richtung Norden, biegen dann aber schon bei Lotzorai nach links ab. Eine gut ausgebaute Straße führt erst mal ca. 14km durch ebene Landschaft, ehe sie in traumhaften Kurven am Rande einer Schlucht ansteigt. Nach weiteren 6,5km erreichen wir den kleinen Ort Talana. Hier machen wir Halt, trinken einen Capuccino in einer kleinen Bar und treffen zwei Biker aus Villingen-Schwenningen, die ihre Maschinen gerade neben unserer geparkt haben.

Auf der Karte haben wir eine Verbindung nach Villagrande entdeckt, die allerdings gestrichelt eingezeichnet ist. Wir messen dem keine besondere Bedeutung bei und beschließen, diese Route zu nehmen, um nach Tortoli zurückzugelangen. Also fahren wir auf der leicht ansteigenden Straße am anderen Ende wieder aus Talana hinaus. Gleich hinter der ersten Biegung teilt sich die Straße: rechts geht es steil bergan, links hinunter nach Villagrande. Nur leider ist die talwärts führende Trasse gesperrt! Umkehren mögen wir prinzipiell nicht, also bleibt uns keine andere Wahl, als den Berg zu erklimmen. Das nunmehr recht schmale Sträßchen führt über einige Schwindel erregende Kurven rasch bergan, ehe wir an seinem höchsten Punkt den Passo Bucca e Tomanu erreichen. Von hier aus erstreckt sich eine Hochebene in nördlicher Richtung. Während wir die Aussicht auf die umliegenden Bergketten und zum Meer genießen, haben uns auch die beiden Biker von vorhin eingeholt. Wir plauschen ein wenig und schießen ein paar Fotos, ehe sie weiterbrausen. Wenig später gleiten auch wir auf dem schmalen Asphaltband nordwärts, bis wir nach einigen Kilometern in eine gut ausgebaute, zweispurige Straße nach links einbiegen. In harmonischen Kurven geht es nun zwischen Olivenbäumen und Ginstersträuchern talwärts. Bei Villanova erreichen wir die S389, die uns nach Lanusei führt. Von hier aus geht's schließlich über Ilbono in tollen, weiten Kehren recht rasch hinunter nach Tortoli und Arbatax.

Den Nachmittag verbringen wir im Hotel und beginnen schon mal langsam, unsere sieben Sachen für die morgen beginnende Heimreise zu packen.
 

13. Tag: Donnerstag, 20. Mai 2004

Heimreise - 1. Teil: Über Golfo Aranci nach Montecatini


Kurz-Info
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Start: Arbatax, 9:00 Uhr

Strecke: Arbatax - Villagrande Strisaili - Nuoro - Siniscola - Golfo Aranci - Livorno - Montecatini

Ziel: Montecatini, 20:00 Uhr

Dauer: 11:00 Stunden

Tages-km: 301

Tachostand: 10136
 

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Heute um 13:30 legt unsere Fähre von Golfo Aranci ab. Wir haben also genügend Zeit, die gut 200km lange Strecke in die nordöstliche Ecke Sardiniens zu bewältigen.

Um ganz sicher zu gehen, starten wir dennoch bereits um neun Uhr, nachdem wir uns beim Frühstück vom Busfahrer der Tiroler Radlergruppe die schnellste Route beschreiben haben lassen. Diese führt über Tortoli hoch nach Villagrande. Vier Kilometer danach erreichen wir die S389, die offensichtlich erst vor kurzer Zeit zu einer Schnellstraße ausgebaut worden ist. Obwohl es sich hier um eine sehr wichtige Nord-Süd-Verbindung handelt, herrscht wiederum sehr wenig Verkehr, und wir kommen gut voran. Bei Nuoro mündet die S389 in die S131, eine öde Autobahn, die an Stelle schattiger Rastplätze lediglich alle paar Kilometer Notfallbuchten aufzuweisen hat. Überdies haben wir auf der 50km langen Strecke bis Siniscola nicht eine Raststätte oder auch nur Tankstelle entdeckt! Nach einer heiß ersehnten Kaffeepause bringen wir auch noch die letzten Autobahnkilometer bis Olbia-Nord hinter uns, ehe wir - wie am Morgen unserer Ankunft - nach Golfo Aranci cruisen. Wir sind die ersten Passagiere im Hafen und stehen daher fürs Einschiffen auf der Pole-Position.

Nach einer ruhigen Überfahrt auf der Schnellfähre der Sardinia-Ferries legen wir bereits nach fünf Stunden in Livorno an und haben noch genügend Zeit,  uns ein Zimmer außerhalb des unmittelbaren Einzugsgebietes von Pisa und Lucca zu suchen. Wir fahren erst auf der A12 nordwärts und dann auf der A11 bis Montecatini Terme. Hier finden wir ein einfaches Zimmer im Hotel Italia.

Wir spazieren durch das für seine Thermalbäder bekannte Städtchen und beschließen diesen Tag bei einem köstlichen Abendessen in einem der zahlreichen Ristoranti.
 

14. Tag: Freitag, 21. Mai 2004

Durch die Poebene nach Asiago


Kurz-Info
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Start: Montecatini, 9:15 Uhr

Strecke: Montecatini - Pistoia - Bologna - Ferrara - Padua - Bassano - Conco

Ziel: Asiago, 16:30 Uhr

Dauer: 7:15 Stunden

Tages-km: 319

Tachostand: 10455
 

Karte
Diashow

 


Heute steht der ödeste Teil der Heimfahrt an, die Durchquerung der Poebene.

Um den Autobahnanteil so gering wie  nötig zu halten, fahren wir erst nach Pistoia und biegen dann nach Norden ab. Von hier führt  die S64 über den Apennin nach Bologna. Bei einer kurzen Kaffeepause auf etwa halbem Weg spüren wir bereits die aufkommende Hitze. Kurz vor Bologna fahren wir auf die Autobahn auf und dann in der prallen Sonne durch die eintönige Landschaft über Ferrara nach Padua. Nicht wirklich reizvoller gestaltet sich die anschließende Fahrt nach Bassano, der einzige Lichtblick auf dieser Strecke ist die Mittagspause nahe Cittadella. In Bassano angekommen, suchen wir ein Hotel etwas außerhalb des Zentrums. Nach ein paar Leerkilometern rund um die Stadt finden wir endlich ein Albergo, müssen aber leider erfahren, dass ganz Bassano ausgebucht ist.

Telefonisch reserviere ich daraufhin ein Zimmer im bewährten Hotel Alpi in Asiago, und so verlassen wir die Stadt in Richtung Norden und erklimmen in 18 Kehren die Hochebene der Sieben Gemeinden. Hier heroben ist es merklich kühler, und dunkle Wolken lassen die herannahende Wetterverschlechterung erahnen.

Nach dem Einchecken im Hotel genehmigen wir uns noch ein Bierchen im Cafe Roma auf dem Rathausplatz. Die satte Rechnung von EUR 7,70 für ein großes und ein kleines Bier vermiesen uns allerdings die Lust auf eine zweite Runde.
 

15. Tag: Samstag, 22. Mai 2004

Letzte Etappe im Regen


Kurz-Info
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Start: Asiago, 10:00 Uhr

Strecke: Roana - Passo di Vezzena (1402m) - Lavarone - Trient - Bozen - Brenner

Ziel: Innsbruck, 16:30 Uhr

Dauer: 6:30 Stunden

Tages-km: 276

Tachostand: 10731
 

Karte
 


In der Nacht hat's geregnet, aber die Straßen sind schon wieder aufgetrocknet, als wir Asiago verlasssen.

Es hat merklich abgekühlt, und ein frischer Wind pfeift um unsere Helme, während wir die einsame Straße in Richtung Norden zum Passo di Vezzena entlangfahren. Erst bei Lavarone wird's ein wenig wärmer, und wir genießen ein paar Sonnenstrahlen beim letzten Tankstopp dieser Reise. Je näher wir Trient kommen, umso windiger wird es. Nach einer Kaffeepause finden wir vor lauter Einbahnstraßen fast nicht aus der Stadt und fahren ein Stück in die falsche Richtung. Als wir endlich die richtige Ausfahrt erwischen, fängt es auch noch leicht zu regnen an, und im Norden erwarten uns dunkle Wolken. Dennoch kommen wir auf der Bundesstraße recht gut voran und machen erst wieder bei Leifers halt. Hier entschließen wir uns, für die Weiterfahrt vorsorglich die Regenkombis anzuziehen. Ohne Probleme bewältigen wir die nächste Teilstrecke bis Brixen, wo eine kurze Rauchpause eingelegt wird. Von da an wird es mit jedem Höhenmeter kälter und unfreundlicher, sodass uns die Mittagspause im Gasthof Vetter, kurz vor dem Brennerpass, zum Aufwärmen willkommen ist. Auf der Passhöhe dürfte es nicht viele Grade über Null haben, denn ein kalter Wind bläst uns feine Schneeflocken entgegen. In Erinnerungen an wärmere Tage dieser Reise schwelgend, bringen wir schließlich die allerletzte Etappe vom Brenner über den Schönberg hinter uns.

Als ich das Gepäck abgeladen und das Motorrad in die Tiefgarage gestellt habe, fängt es wie aus Kübeln an zu schütten - Willkommen zu Hause!!!

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alptours.at

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© josef möltner, aktualisiert am Dienstag, 09. Oktober 2007