01. Borgo San Dalmazzo
02. Borgo S. D. -
Castellane
03. Castellane -
Verdonschlucht
04. Castellane - Avignon
05. Avignon
06. Avignon - Ardeche -
Nimes
07. Avignon - Orange
08. Orange - Mont Ventoux
09. Orange - Lyon
10. Lyon
11. Lyon - Titisee
12. Titisee - Schwarzwald
13. Titisee - Innsbruck
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Die Planung
unseres diesjährigen Motorradurlaubs beschäftigte uns lange Zeit! Viele
Ziele wurden in Erwägung gezogen und dann wieder verworfen, bis wir uns
schließlich auf Südfrankreich einigten. Dem aufmerksamen Besucher dieser
Website dürfte nicht entgangen sein, dass ich schon bei meiner ersten
Reise in die Provence im Jahr 2000 meine Liebe zu diesem Teil der Alpen
entdeckt und bisher fast jedes Jahr erneuert habe. Hanne wiederum kannte
Frankreich bislang nur aus meinen Erzählungen. Also lag es auf der Hand,
ihr den Grund meiner Begeisterung für dieses Land näher zu bringen. Unsere
Reise sollte eine Mischung aus altbewährten Routen und neuen Zielen
ergeben.
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1. Tag:
Samstag, 4. Juni 2005 |
Innsbruck
- Borgo San Dalmazzo |
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Kurz-Info:
Start:
Innsbruck, 10:15 Uhr
Strecke:
Rovereto (Zigarettenpause 12:37) - Degenzano
(Tankstopp 13:35) - Piacenza (Mittagessen 14:39) - Cuneo
(Zigarettenpause 18:14) - Hotel OASIS***
Ziel:
Borgo S.D., 19:00 Uhr
Dauer:
08:45 Stunden
Tages-km:
672
Tachostand:
21.211
Karte
Fotogalerie |
Für den
ersten Tag haben wir uns vorgenommen, so nahe wie möglich an die
italienisch-französische Grenze zu gelangen, um morgen vom Colle di
Tenda in die Faszination der Seealpen eintauchen zu können. Irgendwo
zwischen Cuneo und Borgo San Dalmazzo wollten wir Quartier nehmen und
haben dafür schon einige Unterkünfte aus dem Internet heraus gesucht.
Auf
der Autobahn kommen wir mit mehreren Pausen gemütlich und problemlos
bis Asti und nehmen dann die Schnellstraße nach
Cuneo.
Wir entscheiden uns für die Weiterfahrt nach
Borgo San Dalmazzo
und finden dort nach ein paar "Ehrenrunden" schließlich das günstig
gelegene Hotel Oasis.
Beim Abendessen im Hotelrestaurant amüsieren wir uns über die
Auswüchse des allgemeinen Rauchverbots: Kaum hat man das Besteck zur
Seite gelegt, leert sich das Lokal zusehends und auf dem Parkplatz
wird gequalmt, was das Zeug hält.
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2. Tag:
Sonntag, 5. Juni 2005 |
Borgo San
Dalmazzo - Castellane |
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Kurz-Info:
Start:
Borgo S.D., 10:15 Uhr
Strecke:
Col de Tende - Col de Brouis - Col du Pérus
- Sospel (Mittagessen 12:22) -
Menton - Cannes - Grasse (Zigarettenpause 14:26)
Ziel:
Castellane, 16:01 Uhr
Dauer:
05:46 Stunden
Tages-km:
232
Tachostand:
21.443
Karte
Fotogalerie |
Nach dem Frühstück
schlendern wir ins Stadtzentrum und gönnen uns in einem Straßencafe
noch einen herzhaften Capuccino (mit Zigarette...), dann geht's ab in
Richtung Frankreich.
Gleich
hinter Borgo beginnt die Auffahrt zum Colle di Tenda/Col de Tende.
Bis
Limone
geht's relativ flach, dann gewinnt die Straße durch einige weit
gezogene Kehren rasch an Höhe. Der einröhrige Tunnel mit einer Länge
von 3182m ist schnurgerade, schlecht beleuchtet und mit zahllosen
Schlaglöchern übersät. Doch die Ankunft auf der französischen Seite
entschädigt rasch für das mulmige Gefühl! Durch die Gorges de Saorge
rollen wir südwärts bis kurz vor
Breil,
dann geht es rechts ab und über
Col de Brouis
und
Col du Pérus
hinunter nach
Sospel.
In diesem quirligen Ort am Fuße des berühmten Col de Turini nehmen wir
unsere erste französische Mahlzeit in einem Imbissrestaurant und
beobachten das geschäftige Treiben.
Angesichts des starken Verkehrs und der doch recht hohen Gepäckslast
plane ich unsere Weiterreise um: anstatt über den Col de Turini fahren
wir südwärts nach Menton
und dort auf die Autobahn. Das Reisen mit Sozia erfordert eben immer
wieder Flexibilität und Kompromissbereitschaft...
Bei Nizza verlassen wir die Autobahn und fahren auf der D2085 bis
Grasse. Hier legen wir eine kurze Pause ein. Dann
geht es auf die N85, die Route Napoleón. Diese herrliche Straße
bietet neben mehreren kleinen Pässen immer wieder interessante
Ausblicke und jede Menge Fahrspaß.
Nach der Ankunft in Castellane beziehen wir unser vorbestelltes Zimmer
im Hotel Ma Petite Auberge und machen anschließend einen kleinen
Rundgang durch die Stadt.
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3. Tag:
Montag, 6. Juni 2005 |
Castellane:
Verdon-Rundfahrt |
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Kurz-Info:
Start:
Castellane, 09:15 Uhr
Strecke:
Verdon-Schlucht (Fotostopp 10:32) -
Moustiers S.M. (Kaffeepause 12:06) - St. Croix d.V. (Zigarettenpause
13:08) - Aiguines (Mittagessen 15:19) - Comps s.A. - Col de Clavel -
Col de Luens
Ziel:
Castellane, 17:30 Uhr
Dauer:
08:15 Stunden
Tages-km:
237
Tachostand:
21.680
Karte
Fotogalerie |
Hanne schläft noch,
ich schnappe mir meine Kamera und spaziere durch die fast
menschenleeren Gassen von Castellane, um in Ruhe ein paar Fotos
zu schießen. Als ich ins Hotel zurückkehre, ist Hanne schon wach, wir
frühstücken und ziehen los.
Die
Verdon-Schlucht liegt praktisch vor der Haustüre, schon wenige
Meter westlich von Castellane beginnt das Erlebnis. Die Straße führt
erst am Fluss entlang und windet sich allmählich immer höher. Wir
bleiben öfters stehen und lassen die überwältigenden Eindrücke
auf uns wirken. Am höchsten Punkt, dem Belvedere de la Carelle,
können wir waghalsige Kletterer und kreisende Geier beobachten; die
Schlucht ist hier an die 700 Meter tief! Eine weitere Fotopause legen
wir ein, als sich der Canyon weitet und den Blick auf den Lac de
Sainte-Croix frei gibt.
In Moustiers-Sainte-Marie, einem der
schönsten Dörfer Frankreichs, nehmen wir uns Zeit für einen Kaffee und
einen ausgiebigen Spaziergang durch den romantischen Ort. Unser
nächstes Ziel ist Ste. Croix de Verdon am Westufer
des Sees, der ihm seinen Namen verdankt. Dann geht es dem Ufer entlang
weiter nach Süden. Hier passiert es wieder einmal, dass ich meinem
Navi nicht traue und nach rechts abbiege, obwohl mich das kluge Gerät
nach links schicken will. Nach einer "Ehrenrunde" wieder am selben
Punkt angelangt, folge ich demütig der trotzdem noch freundlichen
Stimme aus dem Headset, und so gelangen wir problemlos nach Aiguines. Hier nehmen wir unser verspätetes Mittagessen zu uns.
Die südliche Route "Corniche Sublime" führt rasch ansteigend
auf eine Hochebene und dann durch spektakulär angelegte Galerien hoch
über dem Verdon. Hier ist auch der Asphalt wesentlich besser als auf
der Nordroute, was leider auch mehr Autobusse anzieht.
Nach einer weiteren Fotopause fahren wir ab nach Comps-sur-Artuby und dann auf der
D21 über den Col de Clavel nach Le Logis du Pin, wo wir auf die
N85 auffahren. Nach einer
Kaffeepause am Straßenrand treten wir schließlich die letzte Etappe
über den Col de Luens an.
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4. Tag:
Dienstag, 7. Juni 2005 |
Castellane
- Avignon |
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Kurz-Info:
Start:
Castellane, 09:30 Uhr
Strecke:
Gorges d. Chalabrieres(?)(Zigarettenpause
10:15) - Digne (Kaffeepause 10:43) - Forcalquier (Tankstopp,
Kaffeepause 12:15) -
Ziel:
Avignon, 14:39 Uhr
Dauer:
05:09 Stunden
Tages-km:
211
Tachostand:
21.891
Karte
Fotogalerie |
Heute ist Transfertag, denn
für die nächsten drei Tage haben wir ein Zimmer im Zentrum von Avignon reserviert.
Wir
verlassen Castellane in nördlicher Richtung und fahren auf der
Route Napoleón über Barréme nach Digne les Bains.
In einem Straßencafe im Zentrum nehmen wir einen Kaffee und beobachten
das rege Treiben ringsum.
Dann geht's weiter nach Westen, über die Durance und auf der D12 nach
Forcalquier. Hier ist wieder eine Pause fällig,
die wir im Schatten mächtiger Platanen verbringen.
Die Fahrt durch den Luberon beginnt wunderschön, doch hinter Apt bläst der Mistral so stark, dass ich Mühe habe, die Maschine
auf Spur zu halten. Ziemlich geschafft erreichen wir Avignon und
lassen uns vom Navi bis vor die Tür des Hotel Mignon
dirigieren.
Wir beziehen ein winziges Zimmer mit Fenster auf eine vermeintlich
ruhige Nebengasse und spazieren anschließend zur nahe gelegenen Place de l'Horloge. Zum Kennen lernen der Stadt drehen wir eine
Runde mit dem Bummelzug. |
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5. Tag:
Mittwoch, 8. Juni 2005 |
Avignon |
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Kurz-Info:
Start:
Avignon, 10:00 Uhr
Strecke:
Übersiedelung ins Hotel Le Magnan
Ziel:
Avignon, 11:15 Uhr
Dauer:
01:15 Stunden
Tages-km:
8
Tachostand:
21.899
Karte
Fotogalerie |
Nach einer unruhigen
Nacht - der Lärm von der Straße raubte uns den Schlaf - beschließen
wir, uns eine andere Bleibe zu suchen.
Im Hotel Le Magnan, wo
ich schon vor vier Jahren mit Garry übernachtet habe, bekommen wir
schließlich ein Zimmer, das zwar ebenfalls sehr klein, dafür aber
absolut ruhig zum Innenhof gelegen ist. Das Motorrad kette ich an ein
Eisengitter innerhalb der Stadtmauer, dann erkunden wir zu Fuß die
Sehenswürdigkeiten von Avignon.
Wir
nehmen einen Kaffee in einer schrägen Bar im Färberviertel und
schlendern durch die Gassen und Plätze bis zum Papstpalast.
Nach der Besichtigung dieses faszinierenden Bauwerkes und der
Bénézet-Brücke
steigen wir die Treppen zum
Rocher des Doms
hinauf. Dort bläst immer noch der ungemütliche Mistralwind vom Norden
durch das Rhonetal herab.
Zum Abendessen gehen wir wieder ins Färberviertel und besuchen das
ausgeflippte Restaurant Wooloomooloo,
das früher einmal eine Druckerwerkstätte gewesen sein muss und heute
noch mit allerlei Krimskrams aus jener Zeit dekoriert ist.
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6. Tag:
Donnerstag, 9. Juni 2005 |
Avignon -
Ardeche - Nimes |
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Kurz-Info:
Start:
Avignon, 10:20 Uhr
Strecke:
Villeneuve (Kaffeepause 10:36) - Chateauneuf
du Pape (Zigarettenpause 11:31) - Orange (Kaffeepause 12:00) -
Ardeche/Pont d'Arc (Fotostopp 14:52) - Barjac (Kaffeepause 15:22) -
Ales - Nimes (Kaffeepause 18:01) -
Ziel:
Avignon, 19:52 Uhr
Dauer:
09:32 Stunden
Tages-km:
285
Tachostand:
22.184
Karte
Fotogalerie |
Die Nacht war
ruhig, das Frühstück exzellent - wir sind wieder bereit für eine
ausgedehnte Tour.
Über die mächtige Rhonebrücke fahren wir nach Villeneuve,
trinken einen Café au Lait und schießen ein paar Bilder. Dann geht's
weiter nordwärts und wieder über die Rhone nach Chateauneuf
du Pape, wo wir die Ruine des Schlosses der Päpste von Avignon
bestaunen.
Zwischen Weinbergen fahren wir dann nach Orange. Hier ist
gerade Markttag, und so stellen wir das Motorrad ab, um durch die
Stadt zu spazieren. Dabei entdeckt Hanne das ruhig gelegene Hotel
Aréne. Kurz entschlossen reservieren wir ab morgen ein Zimmer für
zwei Nächte.
Dann
ziehen wir weiter nordwärts, um bei Pont St. Esprit abermals
die Rhone zu überqueren und bei St. Just in die
Gorges de l'Ardeche einzufahren. Wir genießen die Fahrt durch die
imposante Schlucht und legen mehrere Fotostopps ein, ehe wir
Vallon-Pont-d'Arc erreichen. Angesichts des Trubels, der hier
herrscht, setzen wir die Fahrt unverzüglich in Richtung Süden fort und
halten erst in dem verschlafenen Nest Barjac.
Bei Ales geraten wir in den Feierabendverkehr und finden nur
mit Schwierigkeiten die richtige Ausfahrt in Richtung Nimes.
Hier angekommen, nehmen wir einen Kaffee in der Nähe des berühmten
Amphitheater Les Arènes und spazieren durch die lebhafte
Altstadt.
Über Beaucaire gelangen wir nach Tarascon, wo früher der
Legende nach der Drache Tarasque die Reisenden verschlungen
haben soll. Uns bleibt dieses Schicksal Gottlob erspart, dafür macht
uns auf der letzten Etappe zurück nach Avignon wieder einmal
der Mistral zu schaffen...
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7. Tag:
Freitag, 10. Juni 2005 |
Avignon -
Orange |
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Kurz-Info:
Start:
Avignon, 09:30 Uhr
Strecke:
Autobahn
Ziel:
Orange, 10:26 Uhr
Dauer:
00:56 Stunden
Tages-km:
31
Tachostand:
22.215
Karte
Fotogalerie |
Heute ist
wieder Übersiedelungstag. Wir packen unsere Koffer und fahren auf
direktem Weg nach Orange. Im Hotel Aréne beziehen wir
ein geräumiges, ruhiges Zimmer im zweiten Stock, und auch für die BMW
finde ich einen Parkplatz direkt vor der Tür.
Dann
spazieren wir durch die Altstadt und kaufen uns Tickets für die
Besichtigung des Amphitheaters
"Théâtre
Romain".
Es wurde vor bzw. während der Herrschaft von Kaiser Augustus erbaut
und 1981 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Wie schon im
Papstpalast von Avignon erhalten wir am Eingang einen elektronischen
Guide ausgehändigt, der uns mit interessanten Details zum Bauwerk und
dem Leben im Römischen Reich versorgt. Die Besichtigung dieses 40
Meter hohen und 7.000 Besucher fassenden Theaters erweist sich als
sehr schweißtreibend, nur die Bogengänge hinter den Sitzreihen
verschaffen etwas Abkühlung.
Dem Theater gegenüber liegt das Musée
Municipal,
in dem weitere Funde aus der Römerzeit zu besichtigen sind. Zu guter
letzt besteigen wir auch noch den Hügel an der Rückseite der Arena.
Hier liegt ein kleiner Park, von dem aus wir die tolle Aussicht über
die Stadt und zum Mont Ventoux genießen, den wir morgen erklimmen
wollen.
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8. Tag:
Samstag, 11. Juni 2005 |
Orange:
Mont Ventoux |
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Kurz-Info:
Start:
Orange, 09:00 Uhr
Strecke:
Vaison la Romaine (Kaffeepause 9:56) - Mont
Ventoux (Zigarettenpause 11:42) - bei Malaucene (Mittagessen 12:52) -
Sault (Kaffeepause 16:08) - Gorges de la Nesque
Ziel:
Orange, 17:41 Uhr
Dauer:
08:41 Stunden
Tages-km:
274
Tachostand:
22.489
Karte
Fotogalerie |
Ein
herrlicher Tag! Wir frühstücken im Freien und verlassen dann die Stadt
in Richtung Norden.
Auf einsamen Nebenstraßen fahren wir bis Vaison la Romaine, dem
romantischen Städtchen an der Ouvéze. Wir parken am
Hauptplatz, trinken einen Kaffee und gehen dann zu Fuß über die alte
Römerbrücke hinauf zur Oberstadt. Anschließend besichtigen wir noch
die Basilika und fahren dann los in Richtung Mont Ventoux.
Der Mont Ventoux ist
mit 1.912m der
höchste Berg der Provence und wurde 1990 von der UNESCO zum
Naturschutzgebiet erklärt. Der Anstieg beginnt hinter Malaucéne
erst recht gemächlich durch dichten Wald, dann vorbei an almähnlichen
Wiesen, bis man schließlich die kahle Kuppe des "windigen Berges"
erreicht. Hier tummeln sich immer zahllose Rad- Motorrad- und
Autotouristen und bewundern die herrliche Aussicht in alle
Himmelsrichtungen.
Wir
halten uns nicht allzu lange hier auf und fahren weiter in Richtung
Sault. Schon nach wenigen Metern werden wir angehalten und
aufgefordert, für die Weiterfahrt EUR 7,00 zu berappen. Offensichtlich
findet hier ein Autorennen statt. Wir sind zuerst unschlüssig, zahlen
dann aber die sieben Euro und fahren hinter einem einheimischen
Renault talwärts. Einige hundert Meter weiter, hinter einer Kurve,
finden wir uns dann plötzlich im Zielgelände des Bergrennens. Ein
Ordner winkt uns durch, wir folgen einfach weiterhin dem Renault, auch
als dieser von der Straße ab- und in einen Schotterweg einbiegt, der
zu einer Jagdhütte führt. Jetzt erst bemerken wir, dass es talwärts
kein Weiterkommen gibt und drehen um. Als wir wieder auf die
Asphaltstraße auffahren, rast ein Rallye-Auto in einem Höllentempo an
uns vorbei... Der Schreck sitzt uns noch in den Gliedern, als wir
wieder am Häuschen eintreffen, wo wir zuerst das Ticket gekauft haben.
Nach einigen gestenreichen Erklärungen bekommen wir von dem
freundlichen Ordner unsere sieben Euro zurück und fahren schließlich
wieder zurück nach Malaucéne.
Durch die Drome Provencale fahren wir auf einsamen Straßen in
östlicher Richtung entlang der
Ouvéze. Bei St.-Auban-sur-l'Ouvéze biegen wir nach Süden
ab und gelangen auf einer wild-romantischen Strecke über den Col
d'Aulan nach Sault.
Von hier ab geht's wieder westwärts. Gleich hinter der Stadt verlassen
wir die D1 und biegen in die D942 ein. Wir durchqueren
die Gorges de la Nesque, nicht ohne an deren höchstem Punkt
eine Fotopause einzulegen. Über Carpentras gelangen wir dann
wieder zurück nach Orange.
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9. Tag:
Sonntag, 12. Juni 2005 |
Orange -
Lyon |
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Kurz-Info:
Start:
Orange, 10:00 Uhr
Strecke:
A7 bis Vienne (Kaffeepause 11:40) - Axotel
Ziel:
Lyon, 13:00 Uhr
Dauer:
03:00 Stunden
Tages-km:
212
Tachostand:
22.701
Karte
Fotogalerie |
Heute
werden wieder die Koffer gepackt, es geht nordwärts!
Das Wetter ist schlechter als die letzten Tage, es sieht nach Regen
aus. Deshalb fahren wir
auf der A7
durch bis Vienne und nach einer Kaffeepause weiter auf der
Bundesstraße nach Lyon.
Wie ich
schon im Vorwort erwähnt habe, sollte unsere Reise ja auch neue Ziele
enthalten, und da lag es nahe, diese faszinierende Stadt in die Route
aufzunehmen.
Mit Hilfe des Navigationsgerätes finde ich schnell das Axotel
Perrache, in dem wir via Internet reserviert haben. Das Motorrad
darf ich gratis in der Tiefgarage des Hotels parken, und das Zimmer
ist sauber, geschmackvoll und modern eingerichtet. Das Hotel liegt
ideal etwas außerhalb des Zentrums.
Nachdem
wir uns häuslich eingerichtet haben, nehmen wir den Reiseführer zur
Hand und machen uns erst einmal ein wenig schlau: Lyon
ist die
Hauptstadt der Region Rhône-Alpes und des Départements Rhône
und liegt am Zusammenfluss der Rhône und der Saône. Mit circa 450.000
Einwohnern ist sie nach Paris und Marseille die drittgrößte Stadt des
Landes. Die Altstadt Lyons wurde 1998 von der UNESCO zum
Weltkulturerbe erklärt. Die Lyoner Gastronomie genießt einen
exquisiten Ruf: Die gepriesene Vielfalt der traditionellen Küche
findet in der seltenen Kombination aus Alpen-Nähe und schiffbaren
Zugang zum Mittelmeer ihren Ursprung. Nördlich und südlich der Stadt
schließen sich die Weinanbaugebiete Beaujolais bzw. Côtes du Rhône an.
Das klingt doch alles recht verlockend - oder?
Da das Wetter doch hält, machen wir uns zu Fuß auf den Weg ins
Zentrum, besichtigen die Kathedrale Saint-Jean in der Altstadt
und fahren mit der Standseilbahn hinauf zur Basilika Notre-Dame de
Fourvière, die, 1871 auf der Spitze des gleichnamigen Hügels
errichtet, die gesamte Stadt überragt. Durch den Park am Fuße der
Basilika gelangen wir wieder in die Altstadt, in deren liebevoll
restaurierten Renaissancehäusern sich zahllose Restaurants befinden.
In einem davon essen wir ausgezeichnet zu Abend, ehe wir uns wieder zu
Fuß in unser Hotel begeben.
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10. Tag:
Montag, 13. Juni 2005 |
Lyon |
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Kurz-Info:
Start:
Lyon, 10:00 Uhr
Strecke:
Croix Rousse - Cuire - Oper - Lafayette
(Kaufhaus)
Ziel:
Lyon, 17:28 Uhr
Dauer:
07:28 Stunden
Tages-km:
0
Tachostand:
22.701
Karte
Fotogalerie |
Den
heutigen Tag haben wir uns für die Besichtigung von Lyon reserviert.
Wir
schlendern über den Place Bellecour mit dem Reiterstandbild
Ludwig XIV., fahren mit der (Zahnrad-)U-Bahn hinauf ins ehemalige
Färberviertel La Croix Rousse und gehen zu Fuß zurück zum
Place des Terreaux. Dieser wird beherrscht vom verzierten Hotel
de VIlle aus dem 17. Jahrhundert. Die Platzmitte nimmt der
imposante Brunnen ein, der von Bartholdi, dem Schöpfer
der New Yorker Freiheitsstatue, erbaut wurde. Unweit davon befindet
sich die Opéra de Lyon, ein schwarzes Tonnengewölbe aus Stahl
und Glas in einer neoklassizistischen Kapsel.
Mit der Straßenbahn fahren wir ins moderne Geschäftsviertel "La
Part-Dieu" am Ostufer der Rhone und fahren mit dem Lift in das
oberste Stockwerk jenes Wolkenkratzers, der alle anderen Bauwerke der
Stadt bei weitem überragt. Anschließend werfen wir uns in das Gewühl
eines riesigen Einkaufszentrums. Als wir dieses wieder verlassen,
regnet es in Strömen.
Einer Empfehlung unseres Polyglott-Reiseführers folgend,
besuchen wir zum Abendessen die Brasserie Georges, nur
wenige Gehminuten von unserem Hotel am Bahnhof Perrache. Dieses
urige Lokal ist ganz im Jugendstildekor gehalten und bietet eine Menge
gutbürgerliche Speisen aus der regionalen Küche. |
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11. Tag:
Dienstag, 14. Juni 2005 |
Lyon -
Freiburg - Titisee |
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Kurz-Info:
Start:
Lyon, 11:00 Uhr
Strecke:
A6 Macon (Kaffeepause 12:07) - Dole
(Zigarettenpause) - Hartheim(D) (Kaffeepause
16:23) - Freiburg
Ziel:
Titisee, 17:52 Uhr
Dauer:
06:52 Stunden
Tages-km:
498
Tachostand:
23.199
Karte
Fotogalerie |
Der
Wetterbericht verspricht nicht viel Gutes für die nächsten Tage, also
beschließen wir, Lyon einen Tag früher zu verlassen als wir
ursprünglich vor hatten.
Um der Schlechtwetterzone so schnell wie möglich zu entkommen, nehmen
wir die Autobahn A6. Über Mácon bis kurz vor Dijon
kommen wir noch einigermaßen trocken, aber als wir nach Osten auf der
A36 weiterfahren, geraten wir zeitweise in recht heftige
Regenschauer. So geht es weiter bis Mulhouse. Wir überqueren
den Rhein und fahren auf Deutscher Seite über die A5
nach Freiburg.
Hier suchen wir vergeblich nach einem freien Hotelzimmer und
beschließen, weiter ostwärts zu fahren, bis wir eine geeignete
Unterkunft finden.
Dabei
kommen wir nach Titisee und haben schon beim ersten Versuch
Erfolg. Das Haus Sonneneck ist ein Volltreffer: ruhig am
Ortsrand gelegen, mit geräumigen Zimmern und - wie sich noch
herausstellen sollte - einer vorzüglichen Küche! Da sich inzwischen
auch das Wetter gebessert hat und wir ohnehin unserem Zeitplan einen
Tag voraus sind, buchen wir gleich für zwei Nächte.
Vor dem Abendessen haben wir noch genug Zeit,
uns an der Seepromenade ein wenig die Beine zu vertreten. |
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12. Tag:
Mittwoch, 15. Juni 2005 |
Titisee -
Rundfahrt |
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Kurz-Info:
Start:
Titisee, 11:00 Uhr
Strecke:
Schluchsee - Waldshut - Tiengen - Todtmoos
(Kaffeepause 12:40) - Todtnau - Feldberg - Hochfürstschanze
Ziel:
Titisee, 14:27 Uhr
Dauer:
03:27 Stunden
Tages-km:
159
Tachostand:
23.358
Karte
Fotogalerie |
Ein
herzhaftes Frühstück mit Schwarzwälder Spezialitäten macht uns fit für
den Tag!
Wir fahren am Ostufer des Titisees südwärts, biegen bei Bärental
links ab und erreichen bald den Schluchsee, wo wir eine erste
Zigarettenpause einlegen. Immer den auf der ADAC-Karte grün
eingezeichneten Straßen folgend, cruisen wir über Grafenhausen,
Birkendorf und Ühlingen nach Waldshut-Tiengen.
Von
hier geht es auf der viel befahrenen B34 bis Laufenburg,
wo wir den südlichsten Punkt unserer kleinen Tagestour erreichen. Über
saftige Wiesen und durch dichten Wald geht's dann wieder nordwärts
nach Todtmoos. Nach einer Kaffeepause in dem verschlafenen
Örtchen fahren wir weiter über Todtnau und den Feldberg
zurück nach Bärental. Dabei gerate ich in eine äußerst
unangenehme Situation, als sich eine Wespe unter meine Brille verirrt.
Ich kann zum Glück gefahrlos stehen bleiben und das Insekt vertreiben,
ohne dass es mich gestochen hat. Ehe wir wieder in unsere Pension
zurückkehren, machen wir noch einen Abstecher zur Hochfirstschanze
in Neustadt.
Eine Runde mit dem Tretboot verkürzt uns die Zeit bis zum Abendessen,
das wir - weil's so gut war - wieder im Haus Sonneneck zu uns
nehmen. |
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13. Tag:
Donnerstag, 16. Juni 2005 |
Titisee -
Innsbruck |
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Kurz-Info:
Start:
Titisee, 09:30 Uhr
Strecke:
B31 bis Friedrichshafen (Kaffeepause 11:18) -
Immenstadt - Pfronten - Füssen - Lermoos (Kaffeepause 13:59) -
Holzleiten (Mittagessen 14:46)
Ziel:
Innsbruck, 16:15 Uhr
Dauer:
06:45 Stunden
Tages-km:
356
Tachostand:
23.714
Karte
Fotogalerie |
Heute steht die letzte Etappe unseres Motorradurlaubes auf dem Programm.
Noch einmal beladen wir unsere Kuh und nehmen Kurs in Richtung
Innsbruck.
Für die Heimreise haben wir uns nichts Großartiges mehr vorgenommen. Wir
fahren über Geisingen und Stockach auf der B31 bis
Friedrichshafen, wo wir - genervt durch den dichten Verkehr am
Bodensee - eine Kaffeepause einlegen. Bei Sigmarszell fahren
wir auf die Deutsche Alpenstraße auf, die uns bis auf eine kleine
Abkürzung zwischen Immenstadt und Wertach bis nach
Füssen führt.
Die erste Rast auf Tiroler Boden machen wir in Lermoos, am
Holzleitensattel ist es Zeit fürs Mittagessen. Dann genießen wir die
letzten Kilometer über das Mieminger Plateau nach Innsbruck.
***
Gesamtstrecke:
3.175 km
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