Marken - Umbrien
Zwischen Adria und Apennin

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01. Gabicce Mare
02. Jesi
03. Fermo
04. Fabriano
05. Cittá di Castello
06. Gabicce Mare
07. Bardolino
08. Bardolino
09. Bardolino - Monte Baldo
10. Innsbruck

Übersichtskarte:

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Marken Umbrien

Was sich bei Wochenendausflügen bereits bewährt hat, wollen wir heuer auch bei unserem Motorradurlaub praktizieren: Hanne reist mit dem Auto an, ich mit dem Motorrad, wir unternehmen eine gemeinsame Tour und hängen noch ein paar Tage zum Faulenzen dran.

Durch eine Google-Anzeige auf dieser meiner Website(!) wurde ich auf die Region Marken aufmerksam und fand sofort Gefallen daran: touristisch kaum erschlossen, mit landschaftlichen und kulturellen Highlights - kurzum ideal für eine Motorradtour.

Als optimaler "Stützpunkt" erschien uns das Hotel NordEst in Gabicce Mare, wo wir über Internet ein Zimmer und die Garage zur Unterbringung des Autos während unserer Tour gebucht haben. Die Rundreise habe ich mit fünf Tagesetappen auf dem Motorrad-Tourenplaner erstellt und anschließend auf meinen Garmin Street Pilot übertragen.

 

1. Tag:
Samstag, 6. Mai 2006

Anreise nach Gabicce Mare

Kurz-Info:

Start: Innsbruck, 09:15 Uhr

Strecke: RS Laimburg-West ( 10:55) - Ala (Kaffeepause 11:54) - RS Modena (Mittagessen 13:45) - Forli (Zigarettenpause 15:26) -

Ziel: Gabicce Mare, 16:26 Uhr

Dauer: 07:11 Stunden

Tages-km: 562

Tachostand: 29798

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Die Zeit der Vorbereitungen ist vorbei, heute geht's los! Seitenkoffer und Topcase finden im Kofferraum meines "Begleitfahrzeuges" Platz, so kann ich die Reise mit leichtem Gepäck (Tankrucksack) beginnen.

Gabicce MareÜber die Anreise gibt es nicht viel zu berichten. Wir fahren von Innsbruck bis Cattolica auf der Autobahn, die letzten Kilometer lassen wir uns vom Navi zum Hotel NordEst dirigieren, was auch tadellos funktioniert.

Dort werden wir vom Hausherrn Aldo Cola sehr herzlich empfangen. Wir beziehen ein Zimmer mit Meerblick im 3. Stock, machen das Motorrad reisefertig für morgen und stellen das Auto für die nächsten fünf Tage in die Tiefgarage, die sich fünf Gehminuten vom Hotel entfernt befindet. Das Motorrad findet einen maßgeschneiderten Platz in einer Nische vor dem Lieferanteneingang. Am Hotel wird noch fleißig geputzt und renoviert, denn die Saison hat noch nicht begonnen, und es stellt sich heraus, dass wir zwei die ersten und einzigen Gäste sind. Das hat den großen Vorteil, dass wir alles Gepäck, das wir nicht mit auf die Rundreise nehmen wollen, bis zu unserer Rückkehr im Zimmer lassen können.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, spazieren wir durch den reizenden Ort und über die Hafenpromenade bis Cattolica. Auf der Terrasse eines kleinen Ristorante am Hafen essen wir günstig und köstlich zu Abend.

Als wir wieder im Hotel sind, bietet uns der Hausherr Federbetten für die Nacht an, was wir dankend ablehnen. Das sollte sich als schwerwiegender Fehler erweisen...
 

2. Tag:
Sonntag, 7. Mai 2006

Gabicce Mare - Jesi

Kurz-Info:

Start: Gabicce Mare, 09:15 Uhr

Strecke: Fiorenzuola (Frühstück 9:41) - Pesaro - Fano - Fossombrone - Barchi (Kaffeepause 11:45) - Mondavio - Corinaldo - Barbara - Montecarotto - Moie - Serra San Quirico (Zigarettenpause 13:41) - Jesi (Hotel Dei Nani 15:07)

Ziel: Jesi, 15:07 Uhr

Dauer: 05:52 Stunden

Tages-km: 182

Tachostand: 29980

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Die Nacht war kalt, und wir bereuen bitter, die angebotenen Federbetten ausgeschlagen zu haben. Da obendrein die Hotelküche noch nicht in Betrieb ist, müssen wir in einem kleinen Café nebenan frühstücken, ehe wir aufbrechen.

JesiDie Via Panoramica ist eine kurvenreiche Verbindung von Gabicce Mare nach Pesaro und bereitet uns mit ihren atemberaubenden Aussichten auf das Adriatische Meer schon zu Beginn unserer Rundreise eine Menge Fahrspaß. Dann geht's entlang der Küste schnurgerade weiter bis Fano, wo wir uns wieder ins Landesinnere verabschieden.

Nach einem kurzen Abstecher in Fossombrone fahren wir auf schmalen Nebenstraßen zuerst nach Barchi. Hier legen wir eine Kaffeepause ein. Während Hanne ihren Capuccino in der Sonne genießt, erkunde ich das kleine Dorf, das einer Festung gleich auf einem Hügel mit 360°-Rundumsicht erbaut ist. Auf der Fahrt durch das hügelige Land durchqueren wir zahlreiche malerische Orte, die oft völlig überraschend hinter einer Biegung vor uns auftauchen.

Bei Moie kommen wir dann wieder auf eine etwas belebtere Überlandstraße, der wir in Richtung Südwesten bis
Serra San Quirico folgen. Auch dieses Städtchen ist auf einem Hügel erbaut. Nach einigen Kehren erreichen wir das Stadttor und den dahinter liegenden Hauptplatz, wo wir anhalten, um den weiteren Tourenverlauf zu besprechen. Da Hanne schon Müdigkeitserscheinungen zeigt (wohl die Folgen des gestörten Schlafes vergangene Nacht), beschließen wir, die Runde abzukürzen und direkt unser Tagesziel Jesi anzusteuern.

Dort angekommen, parken wir das Motorrad auf der Piazza della Repubblica, um uns erst einmal umzusehen. Die Stadt ist menschenleer, wie ausgestorben. Wir wollen schon weiterfahren, entschließen uns dann aber doch, im Hotel Dei Nani, etwa 20 Gehminuten vom Zentrum entfernt, Quartier zu nehmen. Dort belegen wir ein modern und sehr geschmackvoll eingerichtetes, geräumiges Zimmer.

Als wir am Abend wieder in die Stadt spazieren, zeigt sich diese von einer ganz anderen Seite als am Nachmittag. Jetzt ist plötzlich die Hölle los! Ein mittelalterliches Fest wird gefeiert, und die Gassen und Plätze quellen über vor Menschenmassen. Wir lassen uns in einem Straßencafé nieder, beobachten belustigt das Treiben und genießen dazu Antipasti und ein gutes Glas Wein. Die Suche nach einem Restaurant fürs Abendessen gestaltet sich dann aber dennoch schwieriger als gedacht, und wir müssen mit einer kleinen aber feinen Pizzeria an der Stadtmauer Vorlieb nehmen.

Erkenntnis: Beurteile nie eine italienische Stadt danach, wie sie sich am frühen Nachmittag präsentiert, du könntest ihr unrecht tun!
 

3. Tag:
Montag, 8. Mai 2006

Jesi - Fermo

Kurz-Info:

Start: Jesi, 09:25 Uhr

Strecke: Filottrano (Zigarettenpause 9:55) - Macerata (Besichtigung 10:50) - Ancona Duomo (Zigarettenpause 14:05) - Sirolo (Mittagessen 14:56) - Loreto - Autobahn bis Fermo (17:03)- Hotel Astoria

Ziel: Fermo, 17:15 Uhr

Dauer: 07:50 Stunden

Tages-km: 201

Tachostand: 30181

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Der Tag beginnt mit schönem Wetter und einem ausgezeichneten Frühstück. Es tut uns fast leid, dieses nette Hotel mit dem wirklich guten Preis-Leistungsverhältnis schon verlassen zu müssen.

SiroloDer Street Pilot dirigiert mich auf einem Weg aus der Stadt, den ich selbst wohl nie gefunden hätte. Wir überqueren eine Brücke und finden uns auf einer Landstraße wieder, die das Bikerherz höher schlagen lässt: endlose Kurven, guter Asphalt, herrliche Hügellandschaft. So geht's über Filottrano (ungeplanter Stopp, da ich mich bei den Ausfahrten im Kreisverkehr "verzählt" habe...) nach Macerata.

Diese Stadt mit ihren Befestigungsmauern aus dem 14. Jahrhundert bildet so etwas wie das Herz der Marken. Wir beginnen unseren kleinen Rundgang nach einem Capuccino auf der Piazza Mazzini. Nachdem wir unsere Helme samt Tankrucksack in die Obhut der freundlichen Wirtin übergeben haben,  steigen wir die Treppen hoch zur Piazza della Libertá, die von schönen Stadtpalästen umgeben ist. Vorbei an der Universität schlendern wir zum Dom mit der angrenzenden Kapelle Madonna della Misericordia und gelangen durch schmale Gassen wieder hinunter zum Sferisterio, einem Amphitheater. In der Bar, in der wir unsere Habseligkeiten hinterlegt haben, essen wir noch eine Kleinigkeit und setzen dann unsere Fahrt fort.

Bis Osimo führt eine ähnlich reizvolle Straße wie vorher, dann wird's deutlich hektischer, je mehr wir uns Ancona nähern. Im Gewirr der Stadtautobahnen mit ihren Tunnels verliere ich trotz Navi kurzfristig die Orientierung, und unversehens finden wir uns am östlichen Ende der Via della Vittoria an einem Denkmal direkt am Meer wieder. Der Dom, den wir eigentlich besichtigen wollten, befindet sich allerdings am anderen Ende der Stadt. Kurzerhand programmiere ich mein Navi um, und es führt uns tatsächlich - allerdings auf einer abenteuerlichen Route durch enge, steile Gassen - dorthin. Vor uns breitet sich die quirlige Stadt mit dem alles beherrschenden Hafen aus - ein imposantes Bild. Der Dom selbst ist allerdings verschlossen.

Um unsere Route wie geplant fort zu setzen, müssen wir wieder über die Via della Vittoria, denn an deren Ende beginnt auch die Panoramastraße nach Porto Recanati. Diese führt bis Sirolo auf einem Bergrücken hoch über dem Meer, dann entlang der Küste. Schon von weitem erkennen wir unser nächstes Ziel, die mächtige Basilika von Loreto.

Diese Basilika, die wie eine Festung von ihrem Hügel herab die Landschaft bewacht, ist einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Italiens. Der Rest des Ortes ist ganz auf die Touristenströme ausgerichtet und dem entsprechend mit Devotionalienläden gespickt. Nach einem Besuch der eindrucksvollen Kirche setzen wir unsere Fahrt in Richtung Süden fort.

Da inzwischen dunkle Regenwolken aufgezogen sind, ziehen wir die Autobahn vor und erreichen unser Tagesziel, Fermo,  noch im Trockenen. Das Hotel Astoria ist nach Süden ausgerichtet an den Hang gebaut, und von unserem Zimmer im dritten Stock überblicken wir ein Panorama vom Meer bis zu den schneebedeckten Sibillinischen Bergen.

Nach einem kurzen Spaziergang durch die kleine Altstadt finden wir ein nettes kleines Restaurant unter den Lauben am Stadtplatz. Unser Vorhaben, im Freien zu essen, müssen wir allerdings auf Grund des einsetzenden Regens schnell aufgeben. Erst für den Caffé con Grappa und die heiß ersehnte Zigarette nach dem Essen wagen wir uns wieder notgedrungen ins Freie.
 

4. Tag:
Dienstag, 9. Mai 2006

Fermo - Fabriano

Kurz-Info:

Start: Fermo, 08:15 Uhr

Strecke: Porto San Giorgio - Piane di Falerone (Kaffeepause 9:17) - Amandola - Passo S. Angelo (Zigarettenpause/Regen 10:54) - Tolentino (11:28) - Camerino (12:48) - Hotel Janus**** (Gewitter 14:11)

Ziel: Fabriano, 14:11 Uhr

Dauer: 05:56 Stunden

Tages-km: 195

Tachostand: 30376

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Am Morgen sieht's verdammt nach Regen aus. Eigentlich wollten wir heute weiter nach Süden vordringen und dann die Sibillinischen Berge in nördlicher Richtung überqueren. Aufgrund der unsicheren Wetterlage beschließen wir aber, die Route abzukürzen und wählen als erstes Ziel Amandola, etwa 40 km westlich. Hier wollen wir wieder auf die ursprünglich geplante Route gelangen.

AmandolaBeim Kreisverkehr am Stadtrand nehme ich die falsche Ausfahrt, und so fahren wir eben zuerst nach Porto San Giorgio, um etwas weiter nördlich wieder in Richtung Landesinneres abzubiegen. Und schon nach wenigen Kilometern durchqueren wir die erste Regenfront. Zwischendurch scheint dann wieder ein wenig die Sonne und als wir in Piane di Falerone eine Capuccino-Pause einlegen, trocknet sogar die Straße wieder etwas auf. Ab hier herrscht dann auch noch weniger Verkehr, und so sind wir auf den letzten zwanzig Kilometern bis Amandola fast alleine auf der herrlichen, kurvenreichen Strecke.

Amandola liegt auf einer Anhöhe am Rande des Parco Nazionale dei Monti Sibillini.
Wir halten nur kurz auf der Piazza, denn als wir uns gerade eine Zigarette anzünden, fängt es schon wieder leicht an zu regnen. Die Straße verläuft weiter kurvenreich durch dichte Wälder über Sarnano bis Passo Sant'Angelo. Bei inzwischen recht starkem Regen fahren wir auf der schnurgeraden Strecke bis Urbisaglia und biegen dann nach links ab. Nun blinzelt wieder die Sonne durch die Wolken, und wir genießen die paar trockenen Kilometer bis Tolentino.

Hier legen wir eine längere Rast ein und besichtigen die glanzvolle, spätgotische Basilika San Nicola mit  dem weitläufigen, freskenverzierten Kreuzgang. Anschließend nehmen wir einen Kaffee am Marktplatz und diskutieren die weitere Route. Wir verlassen die Stadt in westlicher Richtung und gelangen auf einer einsamen Straße durch ein enges Tal nach Camerino. Auch diese Stadt liegt - wie könnte es anders sein - auf einer Anhöhe. Trotz der exponierten Lage verfügt sie über eine Universität und war unter Karl dem Großen sogar Hauptstadt der Marca di Camerino.

Doch auch von hier vertreibt uns wieder der einsetzende Regen, und so fahren wir rasch weiter über Matelica zu unserem Tagesziel Fabriano. Im zentral gelegenen Hotel Janus bekommen wir problemlos ein Zimmer und eine überdachte Parkgelegenheit für die geschundene GS.

Beim ausgedehnten Spaziergang durch die reizende Altstadt kaufe ich mir einen Pullover, denn in meinem hoffnungslosen Optimismus habe ich außer einer dünnen Jacke keine Schlechtwetterkleidung mit auf die Reise genommen.
 

5. Tag:
Mittwoch, 10. Mai 2006

Fabriano - Cittá di Castello

Kurz-Info:

Start: Fabriano, 09:45 Uhr

Strecke: Sassoferrato - bei Isola Fossara (Zigarettenpause 10:28) - Ponte Calcara (Kaffeepause 10:48) - Gubbio (Besichtigung 11:38) - Umbertide (Kaffeepause 12:45) - Hotel Le Mura (13:52)

Ziel: Citta Di Castello, 13:53 Uhr

Dauer: 04:08 Stunden

Tages-km: 114

Tachostand: 30490

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In der Nacht hat es wieder heftig geregnet, aber heute morgen sieht das Wetter doch relativ freundlich aus. An der Tankstelle neben dem Hotel befreie ich mein Gefährt mittels Dampfstrahler vom Schmutz der letzten Tage, dann geht's ab in Richtung Umbrien.

Kurvenspaß vor GubbioWir fahren zuerst nach Norden, bis kurz vor Sassoferrato. Hier halten wir an für ein paar Fotos. Diese Stadt und die Landschaft ringsum erinnern uns sehr an die Provence, und als wir nach links abbiegen, um dem Fluss Sentino zu folgen, finden  wir uns in einer Schlucht wieder, die ebenso gut in den Seealpen liegen könnte. Die schmale Straße führt durch Isola Fossara, wo wir uns an einem vor dem örtlichen Lebensmittelladen aufgestellten Tisch niederlassen, um bei einem Capuccino die spärlichen Sonnenstrahlen zu genießen. Hier sind wir bereits in Umbrien und nur mehr zwanzig Kilometer von unserem ersten Etappenziel entfernt. Und diese Strecke ist wirklich etwas für Genießer: herrlich lang gezogene Kurven mit gutem Belag führen hinunter in die pittoreske Stadt Gubbio.

Dort angekommen, parken wir unser Motorrad an der Piazza Quarante Martiri, hinterlegen Helme und Tankrucksack im Büro der Touristeninformation und steigen die steilen Gassen und Treppen empor zum Palast der Konsuln, der weithin sichtbar das Stadtbild beherrscht. Von der terrassenförmig vor dem Palast angelegten Piazza Grande hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt und das sie umgebende Hügelland.

Unser nächstes Zwischenziel ist Umbertide. Dieses Städtchen erreichen wir über eine reizvoll angelegte Straße, die in einem Bogen hinunter führt ins Tiber-Tal. Hier legen wir noch eine letzte Kaffeepause ein, ehe wir uns auf Nebenstraßen Cittá di Castello nähern, wo wir die letzte Nacht unserer Rundfahrt verbringen wollen.

Auf der Suche nach einer Bleibe finden wir beim Umrunden der Stadtmauern das Schild des Hotel Le Mura. Dieses Haus liegt in einer ruhigen Nebenstraße am Rande der Altstadt, innerhalb der Stadtmauer. Wir beziehen ein Zimmer mit herrlichem Blick auf den Stadtkern und machen uns auf zu einem ausgedehnten Rundgang. Das Abendessen nehmen wir in einer urigen, mittelalterlich eingerichteten Taverne zu uns.
 

6. Tag:
Donnerstag, 11. Mai 2006

Cittá di Castello - Gabicce Mare

Kurz-Info:

Start: Citta Di Castello, 10:00 Uhr

Strecke: Apecchio (Kaffeepause 10:47) - Fermignano (Fotostopp 11:51) - Urbino (Besichtigung 12:23) -

Ziel: Gabicce Mare, 15:20 Uhr

Dauer: 05:20 Stunden

Tages-km: 134

Tachostand: 30624

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Der letzte Tag unserer Rundreise beginnt mit einem fahrerischen und landschaftlichen Leckerbissen. Direkt aus der Stadt führt die Straße erst schnurstracks, dann in tollen Kurven zügig bergan zur Bocca Seriola auf 730m.

UrbinoIn dieser verlassenen Berggegend glaubt man sich schon fernab jeder Zivilisation, als hinter einer Biegung das Städtchen Apecchio auftaucht. Hier ist der erste Capuccino in einer Straßenbar fällig. Dem Lauf des Flusses folgend, cruisen wir anschließend durch das schroffe Tal des Candigliano bis Acqualagna. Hier wird die Landschaft wieder lieblicher. Wir biegen Nach Norden ab und erreichen nach einem kurzen Fotostopp bei Fermignano die malerisch zwischen zwei Hügeln thronende Stadt Urbino, die wir besichtigen wollen.

Über eine steile Straße fahren wir hoch zum Parkplatz an der Porta Santa Lucia. Praktischer Weise befindet sich hier auch eine kleine Bar, in der wir - nach einem Capuccino - wieder unsere Helme und den Tankrucksack zurücklassen können, ehe wir mit dem Stadtrundgang beginnen. Wir spazieren zum höchsten Punkt der Stadtmauer und gelangen dann durch ein kleines Tor und über eine Treppe in den Parco della Resistenza. Hier wimmelt es von Studenten, die es sich auf der terrassenförmig angelegten Wiese gemütlich gemacht haben und, so wie wir, den herrlichen Ausblick auf die Stadt genießen. Nun geht es durch steile, schmale Gässchen hinunter zur Piazza della Repubblica, wo weitere Studiosi sich lebhaft in den Cafés unterhalten und dann wieder bergauf zur Piazza Duca Federico mit dem Dom und dem Palazzo Ducale. Dieser Palast wurde im 15. Jahrhundert unter Federico Montefeltro erbaut und zeigt an seiner weithin sichtbaren Westfront als unverwechselbares Merkmal die dreifache Loggia mit den Zwillingstürmchen. Durch enge Seitengassen gelangen wir wieder zurück zum Parkplatz und gönnen uns nach dem anstrengenden Kulturgenuss zwei köstliche Piadine.

Die anschließende, allerletzte Etappe unserer Rundfahrt führt auf einer kurvenreichen Strecke über sanfte Hügel hinunter ans Meer, zurück zu unserem "Stützpunkt", dem Hotel Nord Est in Gabicce Mare.

Von Herrn Aldo Cola werden wir wieder herzlich empfangen und zum Abendessen - als nach wie vor einzige Gäste des Hauses - exklusiv bewirtet.
 


 

7. Tag:
Freitag, 12. Mai 2006

Gabicce Mare - Bardolino

Kurz-Info:

Start: Gabicce Mare, 09:30 Uhr

Strecke: Ravenna - Mezzano (Tankstopp 11:22) - Ferrara - Ostiglia - Verona - Lazise

Ziel: Bardolino, 14:30 Uhr

Dauer: 05:00 Stunden

Tages-km: 290

Tachostand: 30914

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Eigentlich sollte heute unser Badeurlaub beginnen. Aber da in Gabicce Mare noch absolut nix los und auch das Wetter nicht wirklich sommerlich ist, beschließen wir abzureisen. Allerdings wollen wir noch drei Tage am Gardasee verbringen. Ein Anruf im Parc Hotel Gritti in Bardolino genügt, und ein Zimmer für die nächsten drei Nächte ist reserviert.

Mille Miglia in AlfonsineHanne fährt mit unserem guten alten VW Vento auf dem kürzesten Weg über die Autobahn, während ich mit dem Motorrad die Landstraßen vorziehe. Das dauert zwar länger, bringt aber wenigstens ein bisschen Abwechslung.

Zuerst geht's eher zähflüssig der Küste entlang durch die diversen Badeorte, dann - auf der Umfahrungsstraße von
Ravenna - steht der Verkehr endgültig still. Den Grund dafür  erkenne ich, als ich mich an der Kolonne vorbeischwindle: die Mille Miglia führt heute von Ferrara nach Rom, und dafür wird streckenweise der Verkehr angehalten. Am Straßenrand stehen Tausende Schaulustige. Alt und Jung sind auf den Beinen, um den Fahrern in ihren liebevoll gepflegten Oldtimern zuzuwinken.

Ab
Ferrara wird's dann merklich ruhiger auf der Straße, ich komme rasch voran. Rund um Verona herrscht wie üblich viel Verkehr, und ich bin wieder einmal - wie so oft in diesem Urlaub - froh um mein Navi, das mir rechtzeitig die Abfahrt nach Lazise avisiert.

Als ich in Bardolino ankomme, hat Hanne schon unser Zimmer bezogen, und ich erfrische mich mit einem Sprung in den Swimmingpool. Nach den kühlen Tagen in den Marken genießen wir die wärmenden Sonnenstrahlen umso mehr.

Am Abend spazieren wir in den quirligen Ort und finden unter den zahlreichen Lokalen eine gemütliche Pizzeria für's Abendessen.
 


 

8. Tag:
Samstag, 13. Mai 2006

Bardolino

Kurz-Info:

RUHETAG


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BardolinoDer Tag beginnt strahlend schön. Nach dem Frühstück wandern wir am Seeufer entlang ein Stück nach Süden.

Als die Sonne ihre volle Kraft entfaltet, legen wir uns an den Pool und verbringen dort den Rest des Tages. Das Motorrad bleibt in der Garage.

Den Abend lassen wir in der selben Pizzeria wie gestern ausklingen.

9. Tag:
Sonntag, 14. Mai 2006

Bardolino - Lessinische Berge - Monte Baldo

Kurz-Info:

Start: Bardolino, 10:15 Uhr

Strecke: Negrar (Kaffeepause 10:56) - Fosse - Peri - Avio - Brentonico (Zigarettenpause 12:29) - Monte Baldo (Zigarettenpause 12:57) - Carpino - Garda

Ziel: Bardolino, 14:12 Uhr

Dauer: 03:57 Stunden

Tages-km: 156

Tachostand: 31070

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Schon wieder Regen am Morgen! Es sieht so aus, als würde es sich einregnen, doch während wir frühstücken, klart es auf.
Ich möchte den Tag für eine kleine Tour  nutzen. Hanne hat keine Lust mit zu fahren, sie unternimmt lieber einen Strandspaziergang. Also mache ich mich alleine auf den Weg in die Berge.

Monte BaldoÜber Affi fahre ich nach Negrar, wo ich ja schon auf einer meiner ersten Touren (>Maranello 1998) einmal eine recht unruhige Nacht verbracht habe. Von hier aus geht's dann nordwärts in die Lessinischen Berge. Tolle Kurven führen hinauf nach Fane und dann weiter bis Fosse. Hier biege ich nach links ab und gelange auf eine schmale Straße, die in zahlreichen steilen Kehren hinunter führt nach Peri im Etschtal. Über eine Brücke gelange ich auf die westliche Talseite und folge der Provinzstraße in nördlicher Richtung bis Chizzola. Hier entdecke ich ein Schild in Richtung Brentonico und die Straße, die in zahlreichen Kehren bergan führt. Dieser folge ich. Hinter der Ortschaft komme ich an eine Kreuzung, von der aus die Straße rechts hinunter nach Mori und links hinauf zum Monte Baldo führt. Ich überlege nicht lange und biege nach links ab.

Im Gegensatz zu meiner letzten Fahrt auf den Monte Baldo präsentiert sich die Straße heuer schneefrei und in gutem Zustand. Andächtig passiere ich die Stelle, an der Hanne und ich vor zwei Jahren, am ersten Tag unserer
Sardinientour, zu Sturz kamen... Unterbrochen von drei Fotostopps geht die Fahrt entlang dem Bergrücken, hinunter nach Caprino und weiter durch Costermano und Garda nach Bardolino.

Am Abend flanieren wir ein letztes mal durch den Ort, nehmen einen Aperitif am Hafen und kehren wieder in der Pizzeria Casanova zum Abendessen ein. Wo's gut war, kommt man eben gern wieder hin!
 

10. Tag:
Montag, 15. Mai 2006

Bardolino - Innsbruck

Kurz-Info:

Start: Bardolino, 09:30 Uhr

Strecke: Gardesana - Riva - Tenno (Zigarettenpause 10:51) - Andalo (Zigarettenpause 11:41) - Fondo - Gampenpass - Lana - St. Leonhard i. P. (Mittagessen 13:36) -

Ziel: Innsbruck, 16:13 Uhr

Dauer: 06:43 Stunden

Tages-km: 312

Tachostand: 31382

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Heute geht's heimwärts! Hanne fährt wieder über die Autobahn, ich nehme die Direttissima, das heißt über die Berge.

Blick zurück von Tenno ausDie Gardesana Orientale ist zwar schön zu fahren, eilig haben darf man es aber nicht! Alleine bis Riva brauche ich eine Stunde. Herrlich zu fahren sind die Kehren hinauf nach Tenno, wo ich ein letztes Erinnerungsfoto schieße.

Über den Berge im Norden hängen dunkle Wolken - da muss ich durch. Doch irgendwie scheint der Wettergott etwas gut machen zu wollen und verschont mich vom Regen.

Molveno - Andalo - Nonstal - Gampenpass, diese Route ist immer wieder reizvoll zu fahren, besonders bei so wenig Verkehr wie heute. Erst hinter Lana wird's wieder etwas hektischer, und von Meran bis weit hinein ins Passeiertal verhindern schwere Bau-LKWs ein zügiges Vorwärtskommen.

In St. Leonhard lege ich eine letzte Rast ein, ehe es über den Jaufenpass nach Hause geht.

***


 

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