Österreichs Süden
Steiermark - Kärnten

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1. Tag: Innsbruck - Stubenberg
2. Tag: Stubenberg - Teichalm
3. Tag: Stubenberg - Pressegger See
4. Tag: Pressegger See - Vrsic-Pass
5. Tag: Pressegger See - Nockalm
6. Tag: Pressegger See - Innsbruck
klick! Als Hanne und ich im Herbst des Vorjahres mit dem Auto für zwei Wochen an den Stubenbergsee reisten, stand für mich fest: die selbe Route muss ich mit dem Motorrad nachfahren.

Am PC plante ich die Anfahrt, einige Rundfahrten von Stubenberg aus und die Weiterfahrt über die Südsteiermark und Slowenien nach Kärnten. Für Sonntag konnte ich noch ein Zimmer im Hotel Erla ergattern, danach war aber alles ausgebucht. Also wollte ich vor Ort entscheiden, wie die Reise dann weiter verlaufen sollte.

 

Samstag, 2. September 2006
1. Tag

Durchs Salzkammergut zum Stubenbergsee

Kurz-Info:

Start: Innsbruck, 10:45 Uhr

Strecke: A12 bis Wörgl - St. Johann - Hochfilzen - Saalfelden (12:36) -  Hallstatt (14:19) - Hieflau (15:59)- Präbichel (16:57) - Leoben - Kapfenberg - Bruck/Mur - Strassegg - Birkfeld

Ziel: Stubenberg, 18:45 Uhr

Dauer: 08:00 Stunden

Tages-km: 522

Tachostand: 34769

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Die Sonne lacht vom Himmel, als wir nach dem Frühstück im Garten sitzen, und Hanne sieht mir wohl an, dass ich am liebsten schon heute aufbrechen will. Sie versichert mir, dass sie nichts dagegen hätte, und ich nehme das Angebot dankend an.

Da ich gestern bereits gepackt habe, bin ich rasch startklar und beginne die  Reise auf der A12. Bei Wörgl verlasse ich die Autobahn und fahre über St. Johann, Hochfilzen und den Grießenpass nach Saalfelden. Hier ist die erste Pause angesagt. Nun folgt die Auffahrt zum Dientensattel, dem ersten Highlight der Tour. Es herrscht wenig Verkehr und ich komme gut voran. Von Bischofshofen geht es zunächst nach Norden, dann ostwärts durchs Lammertal und über Annaberg und den Pass Gschütt nach Hallstatt. Auf dem Parkplatz am See gibt's die auch schon traditionelle Fotopause.

Der Steirische ErzbergIch umfahre den See in nördlicher Richtung und biege bei St. Agatha auf die Pötschenstraße ein. Über herrlich zu fahrende Kurven gelange ich nach Bad Aussee im Steirischen Salzkammergut. In Bad Mitterndorf wollte ich eigentlich übernachten, aber es ist noch viel zu früh, um diese Reise zu unterbrechen. Also fahre ich weiter.

Die Strecke bis Liezen ist - wie üblich - stark befahren, aber dann wird's wieder richtig interessant: Hinter Admont beginnt das Gesäuse, ein Leckerbissen für Motorradfahrer. Hier fährt man durch dichten Laubwald dem Flussbett der laut rauschenden Enns entlang.

Kurz vor Hieflau mache ich Halt und überlege mir, wie's nun weitergehen soll. Ich rufe im Hotel Erla an, um nach zu fragen, ob ich denn schon heute  - also einen Tag früher als ausgemacht - ein Zimmer bekäme. Als mir der Wirt dies zusagt, kann ich die Reise beruhigt fortsetzen.

Gleich hinter Eisenerz beginnt die steil ansteigende aber bestens ausgebaute Auffahrt zum Präbichl, und vom Parkplatz auf der Passhöhe hat man einen hervorragenden Ausblick auf den gegenüber liegenden Erzberg. Auf der anderen Seite geht es dann hinunter nach Leoben, dem bedeutenden Industrieort. Bei Bruck an der Mur erwische ich die falsche Auffahrt auf die Schnellstraße, fahre einige Kilometer in die falsche Richtung und kann erst bei Kapfenberg wieder umdrehen, um nach Pernegg zu gelangen. Von hier aus verläuft eine wenig befahrene, mit zahllosen Kurven gespickte Straße, die durch die Breitenau hinauf zum Straßegg führt, dem letzten Pass auf meiner heutigen Tour. Dahinter geht's steil hinunter nach Birkfeld. Der Feistritz entlang lege ich die Strecke bis Stubenberg zurück und genieße besonders die letzten paar Kilometer, auf denen sich das Tal verengt und eine Kurve auf die andere folgt.

Auf der Terrasse des Hotel Erla lasse ich mir ein kühles Bier schmecken, ehe ich mein Zimmer mit Seeblick beziehe und anschließend vorzüglich zu Abend esse.
 

 

Sonntag, 3. September 2006
2. Tag

Teichalm

Kurz-Info:

Start: Stubenberg, 10:15 Uhr

Strecke: Kulm - Puch - Weiz (10:50) - Passail - Rechberg - Semriach (Kaffeepause 11:43) - Frohnleiten - Thyrnau - Fladnitz - Teichalm - Breitenau - Pernegg - Mürzhofen - Fischbach - Birkfeld (14:50)- Pöllauberg

Ziel: Stubenberg, 16:25 Uhr

Dauer: 06:10 Stunden

Tages-km: 238

Tachostand: 35007

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Nach der anstrengenden Anreise habe ich gut und tief geschlafen. Ich frühstücke ausgiebig und genieße dabei von der Terrasse aus den Blick auf den See. Für heute habe ich mir eine Ausfahrt in die nähere Umgebung vorgenommen.

SemriachAuf der gegenüberliegenden Talseite geht es gleich steil bergauf zum Kulm, einem besonders bei Paragleitern und Drachenfliegern sehr beliebten Berg. An seinem Südhang entlang führt die schmale Straße durch dichten Wald und durch winzige Weiler zur reizvollen Bezirkshauptstadt Weiz. Hier lege ich eine kurze Fotopause ein. Dann fahre ich nordwärts durch die wildromantische Weizklamm nach Passail. Nach weiteren dreizehn Kilometern und 276 Höhenmetern befinde ich mich auf dem  Rechberg. Auf der Passhöhe biegt eine schmale Straße nach links ab, deren Verlauf ich instinktiv folge. Nach acht kurvenreichen Kilometern eröffnet sich mir hinter einer engen Ortseinfahrt der Hauptplatz von Semriach. Die Szenerie wirkt so einladend, dass ich spontan eine Kaffeepause einlege. Anschließend schlendere ich durch den liebevoll gepflegten Pfarrhof und halte ein paar interessante Details mit meiner Kamera fest.

Mein Garmin-Gerät verliert völlig die Orientierung, als ich über Nebensträßchen letzter Kategorie talwärts fahre und findet sie erst kurz vor Frohnleiten auf der Rechbergstraße wieder. Dieser folge ich drei Kilometer bergwärts und nehme dann die Abzweigung nach Tyrnau. Ich durchquere ein gottverlassenes Tal, an dessen Ende die Straße steil bergan führt. So gelange ich nach Fladnitz an der Teichalm.
Hier begegnen mir auch wieder einige Biker, denen ich in nördlicher Richtung folge. Beim Teichalmsee herrscht reger Ausflugsverkehr, ich lege eine kurze Orientierungspause ein und lasse meinen Blick über die satten Almwiesen und die sanften Hügel ringsum schweifen. Ich folge dem Straßenschild "Bruck an der Mur" und finde mich alsbald auf der Breitenauer Straße wieder, auf der ich gestern angereist bin. Talauswärts cruise ich bis Pernegg und biege nach rechts ab, um auf der S35 nach Mürzhofen zu gelangen. Diese Fahrt auf der Schnellstraße verschafft ein wenig Erholung für Arme und Gesäß, die auf den hinter mir liegenden Holperstrecken einigermaßen in Mitleidenschaft gezogen wurden...

Doch auch die darauf folgende Strecke über Stanz im Mürztal und Fischbach nach Birkfeld bietet wieder Patchwork-Asphalt vom "Feinsten". Auf dem Weg zurück ins Hotel nehme ich noch den Abstecher über Pöllauberg, der viel besuchten Wallfahrtskirche oberhalb von Pöllau, ehe ich über Rabenwald nach Stubenberg abfahre.

Im Hotel angekommen, muss ich erstaunt feststellen, dass man mich kurzerhand umquartiert und mein Zimmer mit Seeblick einem anderen Gast zugewiesen hat. Also beschließe ich, Stubenberg morgen in Richtung Süden zu verlassen.
 

Montag, 4. September 2006
3. Tag

Durch Slowenien nach Kärnten

Kurz-Info:

Start: Stubenberg, 08:45 Uhr

Strecke: Hirnsdorf - Kaindorf - Blumau - Fürstenfeld (Kaffeepause 9:46) - Riegersburg - Feldbach - Fehring - Klöcher Weinstraße - Bad Radkersburg (Kaffeepause 11:22) - Maribor (Kaffeepause 13:10) - Radlpass (14:15) - Soboth (14:45) - Klopeiner See - Rosental -

Ziel: Pressegger See, 18:00 Uhr

Dauer: 09:15 Stunden

Tages-km: 427

Tachostand: 35434

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Im Vorjahr haben Hanne und ich von Stubenberg aus einen Ausflug über die Klöcher Weinstraße nach Bad Radkersburg unternommen, und diese Route möchte ich heute nachfahren. Allerdings werde ich dann durch Slowenien nach Kärnten weiterreisen und mir irgendwo eine Bleibe suchen.

Meine erste Station ist Fürstenfeld, wo ich am Hauptplatz eine Kaffeepause einlege. Dann geht es durch Söchau zur Steirischen Schlösserstraße, und schon bald erblicke ich in der Ferne die Riegersburg. Südlich des gleichnamigen Ortes nehme ich die kurvenreiche Straße nach Feldbach. Von hier aus sind es etwa sieben Kilometer in Richtung Osten bis Fehring, dem nördlichen "Einstieg" in die Klöcher Weinstraße, die zwischen Weinbergen und durch sauber herausgeputzte Dörfer nach Süden führt und kurz unter St. Anna am Aigen endet. Es folgen noch weitere zehn Kilometer auf Rollsplitt(!), dann erreiche ich die Grenzstadt Bad Radkersburg. Da es inzwischen schon recht heiß geworden ist, suche ich einen schattigen Parkplatz für mein Motorrad und plane bei einem Kaffee die weitere Route.

MariborNach dem Grenzübertritt nach Slowenien folgen etwa vierzig anstrengende Kilometer mit zahllosen Baustellen, deren Ampeln mich immer wieder zum Anhalten in brütender Hitze zwingen. Dann erreiche ich Maribor (deutsch Marburg), die zweitgrößte Stadt des Landes mit ca. 108.000 Einwohnern, die bis zum ersten Weltkrieg zum Habsburgerreich gehörte. Auch hier herrscht rege Bautätigkeit und viel Verkehr. Ich suche mir ein kleines Straßencafe in der Altstadt, schieße ein paar Fotos und mache mich wieder auf den Weg nach Westen.

Der Drau entlang führt eine gemütlich zu fahrende Straße ca. 60 Kilometer bis Radlje ob Dravi, von wo aus die steile Südrampe zum Radlpass ansteigt. Hier verlasse ich Slowenien wieder und kehre für ein kurzes Stück in die Steiermark zurück, um diese auch gleich wieder über die Soboth-Straße in Richtung Kärnten zu verlassen. Diese bei Motorradfahrern äußerst beliebte Strecke bietet alles, was das Bikerherz begehrt: lang gezogene, schnelle Kurven auf der steirischen, steile Kehren auf der Kärntnerischen Seite, dazu eine interessante Landschaft und zahlreiche Einkehrmöglichkeiten.

Von Lavamünd fahre ich zum Klopeiner See, um mir eventuell hier ein Zimmer zu suchen. Diesen Gedanken verwerfe ich aber gleich wieder, da mir das Ambiente überhaupt nicht zusagt. Also geht's weiter in Richtung Westen. Auf der Fahrt durch das Rosental beschließe ich, mir in der Gegend von Hermagor eine Unterkunft zu suchen.

Als ich am Pressegger See ankomme, habe ich schon 470 anstrengende Kilometer hinter mir. Im Hotel Alpe-Adria hat man zwar kein Zimmer frei, dafür aber einen guten Tipp: die Pension Vielgut, gleich nebenan. Dort beziehe ich ein schnuckeliges Zimmer unter dem Dach und unterhalte mich bei einem kühlen Bier mit zwei Biker-Ehepaaren, die ebenfalls hier logieren.
 

Dienstag, 5. September 2006
4. Tag

Abstecher nach Italien und Slowenien

Kurz-Info:

Start: Pressegger See, 09:00 Uhr

Strecke: Hermagor - Nassfeld (9:38) - Chiusaforte (Kaffeepause 11:25) - Predil - Bovec - Vrsic (13:02) - Kranjska Gora - Wurzenpass - Hart (Kaffeepause 13:52) - Vorderberg - Pressegger See/Süd - Hermagor

Ziel: Pressegger See, 15:38 Uhr

Dauer: 06:38 Stunden

Tages-km: 239

Tachostand: 35673

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Schon um sieben Uhr morgens(!) unternehme ich einen Spaziergang zum See und genieße die Ruhe und den Anblick der Nebelschwaden, die über dem Wasser liegen. Es wird offensichtlich wieder ein herrlicher Spätsommertag!

Nach dem Frühstück breche ich auf in Richtung Westen und fahre über Hermagor und Tröpolach hinauf zum Nassfeld. Ich schieße ein paar Fotos und schwinge gemütlich die zahlreichen Kehren hinunter nach Pontebba. Hier steht an einer Kreuzung eine Gruppe Biker, die sich offensichtlich nicht entscheiden kann, wo's weitergehen soll. Da kommt von hinten ein weiterer Motorradfahrer dazu, überholt uns und biegt nach rechts ein. Es ist ein Spanier auf einer BMW R1200GS. Während die Gruppe noch überlegt, schließe ich mich dem Spanier an. Der hat dies wohl bemerkt, denn als ich auf der Sella di Cereschiatis für ein Foto anhalte, bleibt er ebenfalls stehen. Wir wechseln ein paar Worte und fahren dann gemeinsam durch das Val Aupa und bis Chiusaforte am Fuße des Predil. Hier trinken wir einen Cappuccino und unterhalten uns, so gut es eben geht. Pablo kann kein Deutsch oder Englisch, und mein Abendkurs-Spanisch reicht gerade aus, zu erfahren, dass er von Zaragoza aus über Frankreich und Schwarzwald nach Österreich gefahren ist und sich nunmehr wieder auf dem Weg nach Hause befindet. 

Vrsic-PassDurch das Val Raccolana fahren wir über die Sella Nevea zum Lago di Predil, wo die letzten Kehren hinauf zur Passhöhe beginnen. Wir überqueren die Grenze zu Slowenien und machen Halt an einem Aussichtspunkt, der den Blick frei gibt auf die imposanten Gipfel des Triglav-Nationalparks. Kurz vor Bovec trennen sich unsere Wege, denn Pablo fährt in Richtung Süden, während ich mir eine meiner Lieblingsstrecken vornehme, nämlich jene über den Vrsic-Pass.

Über Soca geht es zunächst in flachen, übersichtlichen Kurven bis Trenta, ehe die Straße das Tal verlässt und in engen Kehren rasch an Höhe gewinnt. Auf der Passhöhe treffe ich nur ein paar Bergsteiger und Mountainbiker an, und auch die Abfahrt über die gepflasterten Kehren erfolgt heute nicht - wie an manch anderen Tagen - in der Kolonne, sondern ganz entspannt bei sehr wenig Verkehr. Als ich auch noch den Wurzenpass hinter mir habe, suche ich mir einen schattigen Platz für die nächste Kaffeepause und beobachte Dutzende Biker, die jetzt schon aus allen Richtungen zu dem am Wochenende stattfindenden Harley-Treffen am Faaker See anreisen.

Auf kleinsten Nebenstraßen, vorbei am Südufer des Pressegger Sees, fahre ich nach Hermagor, um mir eine Schwimmhose zu kaufen und dann zurück in die Pension. Die Zeit bis zum Abendessen verbringe ich im Strandbad. Es gibt nichts Erfrischenderes nach einer anstrengenden Tour, als einen Sprung ins Wasser!
 

Mittwoch, 6. September 2006
5. Tag

Nockalmstraße und Weißensee

Kurz-Info:

Start: Pressegger See, 09:30 Uhr

Strecke: St. Stefan - Windische Höhe - Radenthein (Kaffeepause 10:33) - Nockalm Mautstation Ost (11:39) - Nockalm-Schiestlscharte - Gmünd (Mittagessen 13:14) - Sachsenburg - Greifenburg - Weißensee (15:17) - Kreuzberg - Hermagor

Ziel: Pressegger See, 16:33 Uhr

Dauer: 07:03 Stunden

Tages-km: 239

Tachostand: 35912

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Gestern ging's nach Süden, heute werde ich eine Ausfahrt in die entgegen gesetzte Richtung unternehmen.

NockalmEin paar Kilometer östlich vom Pressegger See liegt St. Stefan im Gailtal, und hier beginnt die Straße auf die Windische Höhe, einem kleinen Ort, der nur aus drei Häusern und einer Kirche besteht und den Übergang vom Gailtal ins Drautal bildet.

In lang gezogenen Kurven geht es dann durch dichten Wald hinaus nach Feistritz an der Drau. Hier sehe ich in der Ferne schon den Millstätter See, an dessen östlichstem Uferabschnitt vorbei die Straße nach Radenthein führt. Hier ist die erste Kaffeepause fällig.

Über Bad Kleinkirchheim und Patergassen fahre ich weiter in Richtung Turracher Höhe, biege aber kurz hinter Ebene Reichenau nach links ab, denn hier beginnt die Auffahrt zur Nockalm. Als ich an der Mautstelle anhalte, treffen immer mehr Biker ein, der Großteil davon Harley-Fahrer auf Ihren blank geputzten Feuerstühlen. Nachdem ich meinen Obolus entrichtet habe, gebe ich kräftig Gas, um dem Bulk zu entkommen. Ich genieße die Fahrt über die 35 km lange Strecke mit ihren 52 Kehren und mache auch zwei mal Halt, um die faszinierende Landschaft der Nockberge zu bewundern. Das wolkenlose Wetter ermöglicht heute eine ungetrübte Fernsicht.

Bei Kremsbrücke erreiche ich das Liesertal und mache in dessen Hauptort Gmünd Mittagspause. Auf der B99 geht's dann dem Flussbett der Lieser entlang zurück ins Drautal. Dieses durchfahre ich in westlicher Richtung bis Greifenburg. Hier biege ich scharf links ab und überwinde in einigen steilen Kurven die dreihundert Meter Höhenunterschied zum Weißensee. An der Brücke, die über den 11, 6 Kilometer langen See nach Techendorf führt, lege ich einen Fotostopp ein. Dann folgt die letzte steile Auffahrt des Tages zum Kreuzbergpass. Ebenso steil geht's hinunter nach Weißbriach und dann gemütlich durchs Gitschtal hinaus nach Hermagor.

In der Pension angekommen, ziehe ich mich rasch um und erfrische mich wieder mit einem Sprung in den See. Ich genieße die Nachmittagssonne im fast menschenleeren Strandbad - die perfekte Erholung!
 

Donerstag, 7. September 2006
6. Tag

Heimreise durch die Dolomiten

Kurz-Info:

Start: Pressegger See, 09:15 Uhr

Strecke: Kötschach-Mauthen - Plöckenpass (10:04) - Tolmezzo - Villa Santina - Forni di Sopra (Kaffeepause 11:28) - Passo della Mauria - Auronzo - Pso. Tre Croci - Cortina - Falzarego (13:13) - Valparola - Würzjoch - Bixen

Ziel: Innsbruck, 16:12 Uhr

Dauer: 06:57 Stunden

Tages-km: 382

Tachostand: 36294

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Der Tag der Heimreise ist angebrochen. Ich verabschiede mich von meinen Gastgebern, der freundlichen Familie Vielgut, und breche auf.

Da die Sonne - wie schon in all den vorangegangenen Tagen meiner Rundreise - wieder freundlich vom Himmel lacht, möchte ich auch noch die letzte Etappe voll auskosten. Ich habe mich daher für eine Route durch die Dolomiten entschieden.

Durchs Obere Gailtal fahre ich zunächst bis Kötschach-Mauthen und biege dann nach Süden ab. Über den Plöckenpass mit seiner steilen Nordrampe  und den engen, oft in Tunneln angelegten Kehren auf der Südseite gelange ich ins italienische Friaul. Bei Tolmezzo nehme ich die Schnellstraße bis Villa Santina und halte mich dann links, denn hier beginnt die kurvenreiche Anfahrt zum Passo della Mauria, über den ich das letzte mal vor sechs Jahren gefahren bin.

FalzaregopassIm Val Cadore fahre ich nach Norden und biege dann links ab, um über Auronzo und den Passo Tre Croci nach Cortina zu gelangen. Hier in den Dolomiten deuten dicke Regenwolken die drohende Wetterverschlechterung an, aber bis jetzt war noch kein Niederschlag zu spüren. Und so bleibt es auch für die gesamte restliche Strecke über Falzarego- und Valparolapass, das Würzjoch und den Brenner.

***

So endet eine interessante, abwechslungsreiche und auch erholsame Tour, auf der ich in sechs regenfreien(!) Tagen 2.047 km zurückgelegt  und zahlreiche interessante Orte und freundliche Menschen kennen gelernt habe.
 

 

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